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CFO des Monats Luka Mucic: Der Transformationsagent von SAP

Der SAP-Finanzchef Luka Mucic hat nicht nur die Zahlen im Blick. Er soll die Marktkapitalisierung des Konzerns in eine neue Dimension führen.
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Der SAP-Chef wollte ursprünglich Archäologie studieren. Quelle: Bloomberg
Luka Mucic

Der SAP-Chef wollte ursprünglich Archäologie studieren.

(Foto: Bloomberg)

Walldorf Die Botschaft war wohlüberlegt. Als SAP Mitte Juli die Ergebnisse fürs zweite Quartal vorlegte, sprach Finanzchef Luka Mucic die Themen an, die Anleger beschäftigen: Der Softwarehersteller wachse kräftig, steigere die Profitabilität und der ehrgeizige Ausblick bleibe bestehen. Kurzum: Alles ist in Ordnung.

Doch die Worte kamen nicht richtig an: Viele Aktionäre verkauften an diesem Tag SAP-Aktien in großen Mengen, der Kurs brach um bis zu zehn Prozent ein, obwohl die Aussichten des Konzerns meist optimistisch bewertet blieben.

Der Ausverkauf habe das SAP-Management überrascht, berichtet Mucic später. Man sei von einer „verhalten negativen Reaktion“ ausgegangen, sagt er in abgewogenen Worten. „Die Erwartungen waren ja hoch – aber zu unserer Überraschung waren sie bei den Anlegern noch deutlich höher als bei den Analysten.“

Aktuell liegt die Marktkapitalisierung bei 131 Milliarden Euro. Bei dem am höchsten bewerteten Konzern Deutschlands sind die Ansprüche mit den Erfolgen gestiegen, intern wie extern. So gibt CEO Bill McDermott das Ziel aus, die Marktkapitalisierung bis 2023 auf 300 Milliarden Dollar zu steigern, umgerechnet 270 Milliarden Euro.

So viel war noch kein deutsches Unternehmen wert. Seitdem ist Erwartungsmanagement gefragt. Mucic, der Finanzexperten zufolge mehr als sein Vorgänger Werner Brandt in der Technologie von SAP drinsteckt, kennt sich in den einzelnen Anwendungen und deren Zusammenspiel gut aus. In Quartalskonferenzen zu den Zahlen könnte er durchaus den Part McDermotts übernehmen, sagt ein Banker: „Vielleicht mit etwas weniger Pathos, doch nicht weniger überzeugend als dieser.“

Start bei Neuausrichtung

Mucics heutiger Berufsweg war nicht vorgegeben. Ursprünglich wollte er Archäologie studieren. Davon ist bis heute das Interesse an römischer Geschichte geblieben. Als Mucic im Juli 2014 seinen Vorstandsposten antrat, befand sich SAP mitten in einer Neuausrichtung.

Der Konzern übernahm mehrere US-Firmen, die Geschäftssoftware aus der Cloud anboten: Ariba für die Beschaffung von Material beispielsweise, Fieldglass für die Vermittlung von Arbeitskräften oder Concur für die Verwaltung von Geschäftsreisen. Es ging um Produkte, die schnell an die Bestandskunden verkauft werden konnten.

Und es ging um Know-how, das in der Walldorfer Zentrale fehlte. Gleichzeitig überarbeitete der Softwarehersteller sein zentrales Produkt R/3 durch die Version S/4 Hana. „Die Priorität war in den letzten Jahren sehr stark auf das Wachstum gerichtet“, resümiert Mucic. Der Finanzer war noch nicht lange im Amt, als er das langfristige Ziel ankündigte, die operative Marge auf 35 Prozent steigern zu wollen.

Luka Mucic war 42 Jahre alt, als er in den Vorstand einzog. Banker sagen von ihm, er sei „kein farbloser, nur auf Zahlen reduzierter Finanzchef wie in manch anderem Dax-Konzern“. Sein Vorgänger Werner Brandt hatte frühzeitig das Talent des Juristen Mucic erkannt und ihm zum berufsbegleitenden MBA geraten. Die Anwaltszulassung gilt zwar bis heute.

Aber Wirtschaftsrecht ist in den Hintergrund gerückt. So verantwortete er Fusions- und Übernahmeaktivitäten, leitete den Bereich „Global Risk Management“ und überwachte die Geschäfte der deutschen Vertriebsgesellschaft als Finanzchef. SAP kennt er also in- und auswendig.

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