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Challenger-Banken Kunden der britischen Metro Bank fürchten um ihre Einlagen

Seit einem Bilanzierungsfehler gibt es Zweifel an der Finanzlage der britischen Metro Bank. Nun wollten besorgte Kunden sogar ihre Schließfächer leeren.
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Zweifel an der Finanzlage der Metro Bank gibt es schon länger. Quelle: dpa
Metro Bank

Zweifel an der Finanzlage der Metro Bank gibt es schon länger.

(Foto: dpa)

LondonDas hatte es seit der Finanzkrise nicht mehr gegeben: Am Wochenende bildeten sich in einigen Filialen der Metro Bank in London lange Schlangen besorgter Kunden. Sie wollten offenbar ihr Geld abheben und ihre Schließfächer leeren. Zuvor waren auf Twitter und WhatsApp Zweifel an der Zahlungsfähigkeit der Bank verbreitet worden.

Die Bank beeilte sich zu versichern, dass an den Gerüchten nichts dran sei. Die Kunden schienen beruhigt, am Montag gab es keine neuen Schlangen. Und auch am Wochenende war das Phänomen lediglich auf eine Handvoll Filialen im Westen Londons beschränkt.

Die Aktie der Metro Bank fiel am Montagmorgen trotzdem bis zu acht Prozent, bevor sie sich wieder erholte. Denn Zweifel an der Finanzlage der Metro Bank gibt es schon länger.

Die 2010 gegründete Challenger-Bank kämpft seit Monaten um ihren Ruf. Sie ist in der Defensive, seit sie im Januar einen Bilanzierungsfehler einräumen musste: Sie hatte kommerzielle Immobilienkredite in Höhe von 1,7 Milliarden Pfund fälschlich als geringes Risiko eingestuft. Die von den Regulierern geforderte Neubewertung führt dazu, dass die Bank nun frisches Kapital braucht.

Bankchef Craig Donaldson hatte deshalb bereits im Februar eine Kapitalerhöhung von 350 Millionen Pfund versprochen. Doch inzwischen ist Mai, und die Neu-Emission ist immer noch nicht erfolgt. Das führte zu Spekulationen, dass die Bank Probleme habe, Investoren zu finden.

Die Anleger werden zunehmend unruhig, und die Kapriolen am Wochenende verstärken das Misstrauen am Markt. Leerverkäufer haben die Metro Bank seit einiger Zeit im Visier. Der Aktienkurs ist seit Bekanntgabe des Bilanzierungsfehlers um 75 Prozent eingebrochen, die Bank verlor 1,5 Milliarden Pfund an Börsenwert. Von ihrem Hoch bei mehr als 40 Pfund im vergangenen Jahr ist das Papier weit entfernt, am Montag fiel es kurzzeitig unter fünf Pfund.

Die Führung versucht nun, die Gerüchte über die angespannte Finanzlage zu entkräften. Der Prospekt für die Aktienplatzierung soll noch diese Woche vorgelegt werden. Auch sagte Bankchef Donaldson der „Financial Times“, man denke darüber nach, einen Teil der falsch klassifizierten Kredite zu verkaufen. Das würde die Kernkapitalquote verbessern, aber dafür das Wachstum der Bank belasten. Die Kernkapitalquote war im ersten Quartal auf 12,1 Prozent gefallen, knapp über der selbstgesetzten Mindestquote von zwölf Prozent.

Die Turbulenzen entbehren nicht einer gewissen Ironie. Denn US-Milliardär Vernon Hill hatte die Metro Bank einst als Antwort auf die Finanzkrise gegründet. Der neue Herausforderer sollte es besser machen als die Platzhirsche Barclays, Lloyds, HSBC und RBS.

Die Metro Bank ist bekannt für ihren Kundenservice. Sie ist nicht nur online immer erreichbar, auch die 66 Filialen sind sieben Tage die Woche geöffnet. Inzwischen hat sie 1,7 Millionen Kunden und Einlagen in Höhe von 15 Milliarden Pfund. Sie steht finanziell immer noch solide da: Zwar halbierte sich der Nettogewinn im ersten Quartal auf 4,3 Millionen Pfund, doch sie konnte in dem Zeitraum fast hunderttausend Neukunden gewinnen.

Eine Reihe von Firmenkunden hat allerdings zuletzt das Weite gesucht. Seit Januar haben Unternehmen bereits 500 Millionen Pfund abgezogen. Ihre Einlagen sind nicht durch die Einlagensicherung der Branche geschützt.

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