Chaos vor griechischen Banken „Gebt mir meine Rente, Ihr Schufte!“

Viele griechische Rentner nutzen keine Kontokarten und waren zuletzt von der Bargeldversorgung abgeschnitten. Jetzt öffnen Filialen für sie die Türen. Das Gedränge ist riesig – und längst nicht alle kommen heute dran.
18 Kommentare
Rentner stürmen die Banken
Tumultartige Szenen
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Tausende Rentner drängen sich am Morgen vor den griechischen Banken. Ältere Griechen bekommen heute wieder Bargeld.

Ohne Karte gab es kein Geld
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Die Banken waren seit Montag geschlossen gewesen, die Griechen können maximal 60 Euro pro Tag per Bankkarte abheben. Doch viele ältere Griechen haben ihre Rente stets am Schalter abgeholt, haben keine Bankkarte.

Griechische Rentner strömen zu den Banken
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Deshalb haben die Banken am Mittwoch extra für Rentner ohne Bankkarten geöffnet.

Frust und Sorge
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Eine offenbar in letzter Minute getroffene Entscheidung, Kunden auf alphabetischer Grundlage zu bedienen, führte zu Verwirrung und Frustration. Viele Pensionäre standen bereits vor Morgendämmerung vor den Geldhäusern Schlange, um dann zu erfahren, dass sie am Donnerstag oder Freitag wiederkommen müssten.

Griechische Rentner strömen zu Banken
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Griechische Banken sind seit Montag geschlossen, weil die Regierung nach der Ankündigung eines Referendums über die Forderungen der internationalen Gläubiger strikte Kapitalkontrollen eingeführt hat.

Verschlossene Geldhäuser
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Rentnern sollte mit der Wiederöffnung die Chance gegeben werden, an Geld zu kommen. Sie durften aber maximal 120 Euro pro Woche abheben.

In der Schlange für Geld
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Im ganzen Land öffneten rund 1000 Filialen, wie griechische Medien berichteten. Sie sollen demnach auch am Donnerstag und am Freitag offen sein.

AthenPanajota Lappa dachte, sie wäre die erste. Aber als die 66-Jährige am Mittwochfrüh um kurz nach sechs vor der Filiale der National Bank of Greece im Athener Stadtteil Ilioupolis aufkreuzte, wartete dort schon mehr als ein Dutzend Menschen auf die für 8.00 Uhr angesetzte Öffnung der Bank. Panajota Lappa hatte vorsorglich ein Klappstuhl mitgebracht, auf dem sie sich niederlassen konnte. „Man muss Geduld haben“, sagte die Rentnerin schicksalsergeben.

Seit Montag sind die griechischen Banken geschlossen. Am Mittwoch öffneten rund tausend Zweigstellen der fünf größten Kreditinstitute, damit Renten an jene Pensionäre ausgezahlt werden können, die nicht über Bankkarten verfügen und somit keinen Zugang zu Geldautomaten haben.

Aber nicht alle Wartenden sind so gelassen wie Panajota Lappa. „Ich will meine Rente, gebt mir meine Rente, ihr Schufte!“, kreischt erregt eine alte Frau und schwing die Faust. „Da drin ist mein Geld, und man gibt es mir nicht“, ruft ein anderer und schlägt mit der Faust gegen die immer noch geschlossene Tür der Filiale. „Ein Leben lang haben wir gearbeitet, Beiträge gezahlt – und jetzt das!“ Die Nerven liegen blank, die Stimmung ist explosiv.

Vor den meisten Zweigstellen sind Polizisten mit schusssicheren Westen im Einsatz – falls es zu Unruhen kommen sollte. 8.000 Beamte seien landesweit zum Schutz der Banken eingesetzt, berichtete die Zeitung „Kathimerini“. Tatsächlich ist die Aufregung vielerorts groß. Denn Tausende sind an diesem Mittwochmorgen vergeblich zu den Banken gekommen.

Erst spät in der Nacht beschlossen die Geldinstitute, die Kunden nun in alphabetischer Reihenfolge abzufertigen. Am Mittwoch sind jene an der Reihe, deren Nachnamen mit Alpha bis Iota beginnt. Am Donnerstag kommen die Buchstaben Kappa bis Mi an die Reihe und am Freitag Ni bis Omega.

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18 Kommentare zu "Chaos vor griechischen Banken: „Gebt mir meine Rente, Ihr Schufte!“"

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  • Ahnliche Szenen haben wir vor -zig Jahren in Polen erlebt, unter Kommunismus. Es kann selbstverstandlich noch schlimmer kommen, beispielsweise solche Schlangen nach Brot und Butter. Die Griechen wissen noch nicht was Kommunismus heisst. Jetzt haben sie Gelegenheit das zu lernen. Dabei war es nicht unsere Schuld dass wir Kommunismus hatten. Die aber haben solche Spassparteien selbst gewahlt. Gute Unterhaltung liebe Griechen.

  • Die Hauptverantwortlichen sind dennoch die Griechen selbst.

  • "Was hat die EU damit zu tun? "

    Irgendjemand hat nicht aufgepasst, wer in den Club der Euro-Länder kommt. Und irgendjemand hat nicht aufgepasst, dass die Griechen statt das Land kaputt zu sparen, etwa Strukturreformen umsetzen. Wir sind verantwortlich, weil wir wider besseres Wissen zugesehen haben, wie eine politische Elite ein Land in den Ruin führt.

  • "Das haben sich die stets lustigen Fakelakis selbst eingebrockt."

    Lernen Sie aus der Geschichte: Die Geringschätzigkeit mit der Sie den Griechen gerade begegnen, kann ihnen ungebremst bei nächster Gelegenheit - wenn Sie es am nötigsten brauchen - entgegenschlagen. Hitler haben sich die Deutschen auch selbst eingebrockt - dennoch haben uns andere wieder auf die Beine geholfen. Ohne das Wohlwollen des Auslands wäre Deutschland heute vielleicht ein popliger Argrarstaat.

    Es ist egal, wer sich hier was eingebrockt hat: Die Situation muss bereinigt werden, damit nicht noch schlimmeres passiert.

  • Das verstehe ich nicht. Über Jahre hat der GR mehr ausgegeben als eingenommen.
    Jetzt ist Fakelaki pleite. Was hat die EU damit zu tun? Wer hat das Geld verbrannt? Der Fakelaki!

  • Das haben sich die stets lustigen Fakelakis selbst eingebrockt. Willkommen in der Realität. Das ist erst der Anfang!!!

  • Eine Schande für die griechische Regierung, eine Schande für die anderen EU-Regierungen. Ich schäme mich als Bürger dieser EU für jede Stimme, die ich jemals in einer Wahl abgegeben habe.

  • meine Finanzhaie und bauchgepinselt, sorry

  • @Ines guettler
    Sie sehen doch, wohin immer größere Währungsbündnisse führen.
    Die Kontrolle haben die Bankgster und Fiannzhaie, die sich jede Jahr eine goldene Nase
    verdienen und die Politkaste, die von deren Lobbyisten bacugepinselt und geschmiert wird.
    Der Euro muss weg!

  • Die Menschen, die dort ihre Rente einfordern, tragen nicht die Schuld am derzeitigen Chaos. Es waren betrügerische Banker, die das alles ausgelöst haben, rücksichtslos, gierig und kriminell. Die meisten von denen laufen frei herum und verdienen sich eine goldene Nase. Goldman Sachs z.B. hat 2014 Gewinne eingefahren wie noch nie! Die Finanzexperten dieser Welt sollten endlich Konzepte erarbeiten, die das Finanzsystem an sich reformieren. Die Staaten sollten sich nicht ständig weiter von den Banken erpressen lassen. Die enorme Monopolisierung des Kapitals sollte gestoppt werden...usw. Das sind die eigentlichen Themen, Griechenland ist da nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Beim nächsten Bankencrash kann weder Deutschland noch sonst ein Land sich noch retten!

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