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Charles Scharf Monatelange Suche beendet: Ex-Visa-Chef wird neuer CEO bei Wells Fargo

Charles Scharf wechselt zum 21. Oktober von der Bank of New York Mellon als CEO zu Wells Fargo. Die Aktie der US-Großbank legt vorbörslich mehr als zwei Prozent zu.
Update: 27.09.2019 - 14:17 Uhr Kommentieren
Wells Fargo ernennt Charles Scharf zum CEO Quelle: AP
Charles Scharf

Auf den neuen Wells-Fargo-Chef warten gleich mehrere Probleme.

(Foto: AP)

Düsseldorf Wells Fargo hat sein sechs Monate andauerndes Vakuum an der Spitze gefüllt: Die US-Großbank hat Charles Scharf, seit 2017 Chef der Bank of New York Mellon, zu ihrem neuen CEO ernannt. Das teilte der in San Francisco beheimatete Konzern am Freitag mit.

Scharf wird den Posten bei Wells Fargo zum 21. Oktober übernehmen und Interimschef Allen Parker ablösen. Die Aktien der Bank legten im vorbörslichen Handel um mehr als zwei Prozent zu.

Scharf, der ehemalige Vorstandsvorsitzende von Visa, folgt auf Tim Sloan, der sein Amt als CEO im März überraschend nach nur zweieinhalb Jahren niedergelegt hatte. Der politische Druck auf den Manager war offenbar zu groß geworden. Bereits 2016 war bekanntgeworden, dass Mitarbeiter Millionen von Scheinkonten für ahnungslose Kunden eingerichtet hatten, um die Verkaufsziele zu erreichen. Der Skandal hatte zu zahlreichen Entlassungen sowie Klagen und Strafen geführt.

Auf Scharf warten somit gleich mehrere Probleme. Denn auch geschäftlich läuft es für Wells Fargo nicht rund: Der Umsatz ging in vier der letzten sechs Quartale zurück, und die Kreditsalden sind in den letzten zwei Jahren gesunken.

Ein halbes Jahr hatte Wells Fargo nach einem Nachfolger für Sloan gesucht und sich dabei mehrere Absagen eingehandelt: Gordon Smith, der Co-Präsident von JP Morgan, hatte ebenso wenig Interesse an dem Posten wie PNC-Chef William Demchak und Ex-US-Bancorp-Chef Richard Davis. Auch Eileen Murray, die 61-Jährige ist Co-Chefin von Bridgewater, dem weltgrößten Hedgefonds mit Sitz in den USA, war als Wells-Fargo-CEO gehandelt worden.

Die Suche war maßgeblich von den Aktionären beeinflusst worden. Darunter auch Warren Buffett, der mit seiner Investmentgruppe Berkshire Hathaway neun Prozent an Wells Fargo hält. Buffett hatte klare Vorstellungen vom neuen CEO: Er solle nicht von der Wall Street kommen – und auch nicht von JP Morgan oder Goldman Sachs. Auf die Ernennung von Scharf hat er noch nicht reagiert.

Mehr: Der verpatzte Börsenstart von WeWork und der Abgang des Chefs bringen auch Investmentbanken an der Wall Street in die Kritik. Das hat mehrere Gründe.

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