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Chinas Bezahldienst Warum sich Alipay mit deutschen Händlern anfreundet

Auf der Handelsblatt-Tagung zur Bankentechnologie präsentierte Alipay seine Rekordzahlen – und weckte bei den deutschen Bankern eine Sorge.
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Auch Tausende deutsche Händler akzeptieren Alipay bereits. Quelle: Reuters
Kasse mit Alipay-Werbung

Auch Tausende deutsche Händler akzeptieren Alipay bereits.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Während Deutschland auf den Start des Bezahldienstes Apple Pay wartet, ist ein Konkurrent mit womöglich noch viel größerer Schlagkraft längst vor Ort: Alipay. Aktuell habe der Dienst mehr als 700 Millionen aktive Nutzer und werde längst nicht nur in China, sondern auch in 20 europäischen Ländern akzeptiert, berichtete Xiaoqiong Hu am Mittwoch auf der Bankentechnologie-Tagung des Handelsblatts.

Hu leitet bei dem chinesischen Unternehmen die Geschäftsentwicklung im deutschsprachigen Raum sowie in Mittel- und Osteuropa und hat den Tagungsteilnehmern einige erstaunlichen Zahlen zu Alipay präsentiert.

Alipay gehört zum Finanzkonzern Ant Financial, der wiederum Teil der Alibaba-Gruppe ist. 2004 als Zahlungsfunktion für Alibabas Einkaufsplattform Taobao gegründet, entstand 2010 die separate digitale Geldbörse. Inzwischen versteht sich Alipay als mobile Lifestyle-Plattform.

Nutzer können damit längst nicht nur bezahlen. Sie erhalten beispielsweise auch Informationen zu Händlern in der Nähe, können einen Tisch im Restaurant, Kinotickets oder ein Taxi buchen. Um Alipay nutzen zu können, braucht man ein Konto in China und einen chinesischen Pass.

Welche Marktmacht Alibaba und Alipay inzwischen haben, zeigen Zahlen vom 11. November, dem Singles‘ Day – vergleichbar mit dem Black Friday in den USA: Alibaba habe innerhalb von 24 Stunden mehr als 30 Milliarden Dollar Umsatz über Alipay abgewickelt, sagte Hu. „In der Spitze wurden in einer Sekunde 1,7 Millionen Transaktionen abgewickelt.“

Diese Zahlen beziehen sich auf China, aber auch in Europa ist Alipay längst aktiv. Allein in Deutschland bieten laut Hu „mehrere Tausend Händler“ das Bezahlen mit Alipay an – darunter nicht nur Luxusmarken wie Gucci und Burberry, sondern auch Drogerieketten wie Rossmann und Müller und seit Kurzem auch die Kaufhauskette Galeria Kaufhof.

Angesichts des rasanten Erfolgs kam die drängendste Frage der Tagungsteilnehmer nicht überraschend: „Wann wird sich Alipay auch für europäische Kunden öffnen?“ Hu antwortete nicht unbescheiden: Alipay habe bereits viele Kunden. „In Europa arbeiten wir jetzt daran, die Zahl der kooperierenden Händler zu steigern, damit chinesische Touristen in noch mehr Läden mit Alipay bezahlen können.“

Dabei helfen dem Unternehmen die großen Zahlungsdienstleister wie Wirecard, Concardis, BS Payone und Ingenico, die den Bezahldienst an die Kassen der Händler bringen. Dass sich eine Kooperation mit Alipay für die Händler lohnen kann, zeigte sie mit weiteren Zahlen: So würden chinesische Touristen auf Reisen inzwischen doppelt so viel Geld ausgeben wie Touristen aus den USA. 2016 sollen es insgesamt 261 Milliarden Dollar gewesen sein, während die Amerikaner 122 Milliarden Dollar ausgaben. Am Reiseziel würden die einkaufsfreudigen Chinesen dann mit Werbung und Rabattcoupons auf die kooperierenden Händler hingewiesen.

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