Chinesen auf dem Rückzug? Großaktionär HNA verringert Anteil an Deutscher Bank

Das chinesische Konglomerat fährt das Engagement bei der Deutschen Bank zurück. Ausschlaggebend dafür sollen technische Gründe sein.
Update: 09.02.2018 - 15:10 Uhr Kommentieren
Der größte Anker-Investor der Deutschen Bank hat seinen Anteil leicht gesenkt. Quelle: Reuters
HNA

Der größte Anker-Investor der Deutschen Bank hat seinen Anteil leicht gesenkt.

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PekingDer chinesische Deutsche-Bank-Großaktionär HNA reduziert seinen Anteil an dem Institut leicht. Wie aus einer am Freitag verbreiteten Stimmrechtsmitteilung hervorgeht, beträgt der teilweise über komplexe Derivatestrukturen gehaltene Anteil aktuell nicht mehr 9,9 Prozent, sondern nur noch 9,2 Prozent. Ein Sprecher des Wiener Finanzinvestors C Quadrat, über den HNA die Beteiligung hält, sagte auf Anfrage, HNA bleibe „ein langfristiger Großinvestor der Deutschen Bank“.

Der Großteil der Stimmrechte wird zudem nun über Finanzinstrumente ausgeübt - nur noch 4,32 Prozent hält das Unternehmen direkt. Nach den Worten des C-Quadrat-Sprechers kann es in den kommenden Wochen zu weiteren Schwankungen kommen und dabei auch zur Berührung von Meldeschwellen, über denen Veränderungen bei Anteilen mitgeteilt werden müssen. Grund sei die „langfristige Anpassung der Finanzierungsstruktur der Beteiligung an der Deutschen Bank“. Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte sich zu der Anteilsverringerung nicht äußern.

HNA ist Anfang 2017 groß bei der Deutschen Bank eingestiegen und mittlerweile der größte Anker-Investor der Deutschen Bank, gefolgt vom Emirat Katar und den Finanzinvestoren Blackrock und Cerberus. Von Anfang an stand aber die Struktur und Finanzierung der Beteiligung in der Kritik.

HNA hatte sich mittels Derivaten gegen Kursverluste abgesichert, was den Chinesen den Vorwurf einbrachte, die Deutsche Bank nur als Spekulationsobjekt zu sehen. Zudem stand angesichts der zahlreichen Übernahmen durch HNA die Frage im Raum, ob sich der Konzern nicht übernommen habe. C-Quadrat-Gründer Alexander Schütz hatte im Dezember in einem Interview mit dem „Handelsblatt“ die Sorgen zu zerstreuen versucht. Er hatte die Deutsche Bank als ein „Kerninvestment für HNA“ bezeichnet. Nach dem dritten Jahresverlust in Folge ist die Aktie der Frankfurter allerdings auf den tiefsten Stand seit November 2016 gefallen. Alleine seit Jahresbeginn hat sie mehr als ein Fünftel an Wert verloren.

HNA hatte vergangenen Monat seine Gläubiger über einen möglichen Liquiditätsengpass von mindestens 2,4 Milliarden Dollar informiert. Dieser könnte im ersten Quartal auftreten, weil Rückzahlungen fällig würden. Das chinesische Konglomerat ist nach milliardenschweren Zukäufen hoch verschuldet und auch wegen seiner undurchsichtigen Eigentümerstruktur ins Visier der Behörden geraten.

Ende Januar hieß es, HNA habe seinen Gläubigern milliardenschwere Anteilsverkäufe in Aussicht gestellt. Dadurch sollen im ersten Halbjahr umgerechnet 16 Milliarden Dollar eingespielt werden, wie die Agentur Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtete. Ein Fünftel des Betrags solle im ersten Quartal in die Kassen fließen.

  • rtr
  • dpa
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