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CO2-Emissionen „Projekt Poseidon“: Großbanken einigen sich auf Richtlinien für saubere Schifffahrt

Die Richtlinien sollen größeren Druck auf Reedereien ausüben: Die Flottenbetreiber müssen ihre Maßnahmen zur CO2-Reduzierung offenlegen.
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Den neuen Richtlinien folgend sollen Reedereien stärker an der CO2-Reduzierung ihrer Schiffe arbeiten. Quelle: dpa
Containerschiffe im Hafen

Den neuen Richtlinien folgend sollen Reedereien stärker an der CO2-Reduzierung ihrer Schiffe arbeiten.

(Foto: dpa)

StockholmElf Großbanken haben sich diesen Dienstag auf strenge Richtlinien für die Vergabe von Schiffskrediten geeinigt. Danach sollen Reedereien die CO2-Emissionen ihrer Flotten offenlegen und sich verpflichten, die von der Internationalen Schifffahrtsorganisation (IMO) erstellten Klimaziele einzuhalten. Diese sehen eine Reduzierung der Emissionen bis 2050 um 50 Prozent vor.

Zu den Banken, die die sogenannten Poseidon-Richtlinien unterzeichnet haben, zählen unter anderem ABN Amro, Citi, Credit Agricole, Danske Bank, ING und Nordea. Sie stehen zusammen für rund ein Fünftel aller Schiffsfinanzierungen. Der Wert des Kreditportfolios beträgt mehr als 100 Milliarden Dollar.

Die Richtlinien, die nach dem Gott des Meeres benannt wurden, sind das Ergebnis einer Zusammenarbeit des UCL Energy Instituts und des Rocky Mountain Instituts. Die Initiatoren der Poseidon-Richtlinien schreiben, dass die Übereinkunft eine neue Form eines Klimaschutzabkommens sei und eine Vorreiterrolle als erste globale und branchenweite Übereinkunft zwischen Banken, Reedereien und Umweltschutz-Instituten darstelle. An der Ausarbeitung haben neben den beiden Instituten und den elf Banken auch Reedereien wie die größte Container-Reederei der Welt, A.P. Møller Mærsk aus Dänemark, teilgenommen.

Die Richtlinien verpflichten die Banken unter anderem, einmal im Jahr zu überprüfen, ob die Reedereien tatsächlich an der CO2-Reduzierung bei ihrer Schiffe arbeiten. Die Flottenbetreiber müssen also ihre Maßnahmen für eine Reduzierung der Treibhausgase offenlegen. Zu diesen Informationen sollen auch Anleger Zugang haben. Damit hätten Investoren die Möglichkeit, Investitionsentscheidungen von den Fortschritten bei der Reduzierung von Schadstoffen abhängig zu machen.

Stärkerer Druck auf die Reedereien

Der Vorstoß der Banken hat eine große Bedeutung für die Reduzierung von Treibhausgasen. Denn die Seeschifffahrt steht nach Berechnungen von Umweltschutzinstituten für zwei bis drei Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen. Das entspricht in etwa so viel, wie Deutschland pro Jahr ausstößt. Üben die Banken bei der Neuvergabe von Schiffskrediten stärkeren Druck auf die Reedereien aus, würde das einen positiven Einfluss auf die Klimabilanz haben, so die Initiatoren.

„Banken haben eine wichtige Rolle bei der Umsetzung von nachhaltigen Entwicklungen“, erklärte Stephen Fewster, Chef der Schiffsfinanzierungsparte bei der Bank ING. „Als Banken erkennen wir unsere Rolle in der Schifffahrtsbranche an, Umweltverantwortung zu übernehmen“, sagte Michael Parker, der bei Citi für Schiffsfinanzierungen verantwortlich ist und an der Ausarbeitung der neuen Richtlinien mitgearbeitet hat. Er betonte, dass die Übereinkunft den Banken bei der Entscheidung über Kreditvergaben helfen werde.

Tatsächlich ist der öffentliche Druck auf Großinvestoren, stärker auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz bei ihren Investitionen zu achten, zuletzt immer größer geworden. Erst in der vergangenen Woche wurde bekannt, dass sich der größte Staatsfonds der Welt, der norwegische Ölfonds, von klimaschädlichen Anlagen trennen will. Die neue Anlagestrategie des Fonds hat nach Meinung von Experten eine enorme Signalwirkung auf andere Investoren.

Ob die Poseidon-Prinzipien einen nachhaltigen Erfolg haben, wird aber maßgeblich von den Investoren der großen Banken und Reedereien abhängen. Üben sie stärkeren Druck auf die Unternehmen aus, werden diese ihre bisherige Vorgehensweise ändern müssen. „Sonst besteht eine erhebliches Risiko, dass Kunden und Projekte an Wettbewerber verloren gehen“, schreibt das Rocky Mountain Institut.

Mehr: Kerosinsteuer, Ticketabgabe, CO2-Preis: DIe Ideen der Politik alarmieren Airline-Manager.

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