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Comdirect-Chef Walter „Unsere Kunden nutzen Google Pay und Apple Pay sehr intensiv“

Comdirect hat 2018 viele Kunden gewonnen, aber weniger Gewinn gemacht. Vorstandschef Walter ist zufrieden – und sieht mobiles Bezahlen in Deutschland auf dem Vormarsch.
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Die Zentrale der Onlinebank im schleswig-holsteinischen Quickborn. Quelle: dpa
Comdirect

Die Zentrale der Onlinebank im schleswig-holsteinischen Quickborn.

(Foto: dpa)

Quickborn „2018 war für Comdirect ein sehr intensives Jahr“, sagt Vorstandschef Arno Walter. Im vergangenen Sommer hat das Institut verkündet, seine Tochter Ebase zu verkaufen, die Anlagelösungen für andere Banken und Versicherungen erbringt. Einen Teil der erwarteten Einnahmen hat Comdirect direkt wieder ins Kerngeschäft investiert, um dort noch mehr Privatkunden anzulocken.

Und dieser Plan ist aufgegangen: Im vergangenen Jahr hat das Institut 236.000 neue Kunden gewonnen. Das sind – wenn man die Übernahme des Konkurrenten Onvista 2017 herausrechnet – mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Auch die Nettomittelzuflüsse lagen mit 9,2 Milliarden Euro auf Rekordniveau. „Wir haben uns in einem sehr ambitionierten Wettbewerbsumfeld gut behauptet“, frohlockte Walter am Mittwoch bei der Präsentation der Jahresbilanz in Frankfurt.

Die Entwicklung wird auch den Mutterkonzern Commerzbank freuen, der 82 Prozent an Comdirect hält. Denn Deutschlands zweitgrößte Privatbank hat im Herbst 2016 das Ziel ausgegeben, bis 2020 in Deutschland zwei Millionen neue Privatkunden zu gewinnen. Die Millionen-Marke hat das Institut dabei Ende vergangenen Jahres geknackt. Und etwa die Hälfte hat dazu die Online-Tochter Comdirect beigesteuert. Sie gewann von Oktober 2016 bis Ende vergangenen Jahres 548.000 Neukunden.

Doch wie die Commerzbank hat auch Comdirect bisher Schwierigkeiten, die steigenden Kundenzahlen in höhere Gewinne umzumünzen. Bei Comdirect sank der Vorsteuergewinn im vergangenen Jahr um ein Viertel auf 71 Millionen Euro. Verantwortlich dafür waren laut Walter zusätzliche Investitionen in Wachstumsinitiativen, ein gesunkenes Finanzanlageergebnis und höhere Abgaben an den Einlagesicherungsfonds.

Lesen Sie hier das gesamte Interview

Herr Walter, Comdirect ist 2018 stark gewachsen, aber der Vorsteuergewinn ist gesunken. Das Verhältnis von Kosten zu Erträgen, die Cost-Income-Ratio, ist von 75 auf über 83 Prozent gestiegen, was für eine Online-Bank ein sehr hoher Wert ist. Sind Sie damit zufrieden?
Die Cost-Income-Ratio ist für uns keine primäre Steuerungsgröße. Wir gucken neben dem Wachstum vor allem auf unsere Eigenkapitalrendite vor Steuern. Und die liegt mit 11,3 Prozent auf einem guten Niveau. Und natürlich geht es in den nächsten Jahren darum, Wachstum mit effizienten Prozessen zu skalieren.

Werden Sie Ihren Fokus künftig mehr auf Profitabilität und weniger auf Wachstum legen?
Wir bemühen uns um eine gute Balance zwischen Wachstum und Profitabilität. Nach dem 2018 verkündeten Verkauf unserer Tochter Ebase war klar, dass wir den damit verbundenen Einmalerlös für weitere Wachstumsinitiativen nutzen und akzeptieren, dass diese den Gewinn zunächst drücken. Aber so lange der Trend hin zu Online-Banking und Online-Depots funktioniert, sehe ich keinen Grund, an unserem Fokus auf Wachstum etwas zu ändern. Klar ist aber auch: Wir wollen langfristig unsere Profitabilität weiter ausbauen.

Welche Rolle spielen für Sie die Einführung von Google Pay und Apple Pay in Deutschland?
Unsere Kunden nutzten die Mobile-Banking-Angebote sehr intensiv. Für Apple Pay, das im Dezember in Deutschland gestartet ist, haben unsere Kunden mittlerweile eine sechsstellige Zahl von Geräten registriert. Bei Google Pay, das hierzulande seit Ende Juni verfügbar ist, sind wir auch gut unterwegs. Auffällig bei Apple Pay war, dass wir am Tag des Starts über Social Media und auch bei den Registrierungen eine hohe Nachfrage erlebt haben.

Worauf führen Sie das zurück?
Apple-Nutzer haben länger auf dieses Angebot gewartet. Und Apple hat den Start auch sehr stark inszeniert – unter anderem mit einer offiziellen Auftaktveranstaltung in der Münchner Allianz Arena. Das ist vielleicht einer der Gründe, warum Apple-Pay so stark nachgefragt wurde. Auch die Nutzer von Google Pay sind sehr zufrieden und nutzen das Angebot regelmäßig – mehr als die Hälfte der Kunden nutzen es fünfmal und mehr im Monat.

Werden Apple Pay und Google Pay dem mobilen Bezahlen im Bargeld-Land Deutschland zum Durchbruch verhelfen?
Durchbruch ist ein großes Wort. Und viele neue Dinge brauchen in Deutschland etwas länger, bis sie sich durchsetzen. Aber ich bin mir sicher, dass mobiles Bezahlen auf lange Sicht auch in Deutschland einen größeren Stellenwert einnehmen wird – und der Bargeldgebrauch zurückgeht. Die Schlange bei unserem Bäcker wäre dann vermutlich nur noch halb so lang, denn mit dem Handy lässt sich jeder Bezahlvorgang locker um 30 bis 45 Sekunden verkürzen.

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