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Comdirect und Consorsbank Dank IT-Panne zum Millionär: Zahl der betroffenen Kunden wird größer

Offiziell sollte sie bereits abgestellt sein, die IT-Panne bei Comdirect. Doch Kundenbeschwerden vom Freitag zeigen: Es gibt nun sogar weitere Institute mit dem Problem.
Update: 26.07.2019 - 18:21 Uhr Kommentieren
Die Direktbank kämpft ebenfalls mit IT-Pannen. Quelle: Pressefoto Consorsbank
Zentrale der Consorsbank

Die Direktbank kämpft ebenfalls mit IT-Pannen.

(Foto: Pressefoto Consorsbank)

Frankfurt IT-Pannen und kein Ende: Das Problem mit fehlerhaften Anzeigen im Onlinebanking weitet sich aus. Neben der Comdirect, der Direktbanktochter der Commerzbank, ist nun auch die Consorsbank betroffen, Tochter der französischen Großbank BNP.

Auch am Freitag berichteten Nutzer in den sozialen Netzwerken und gegenüber dem Handelsblatt von Ausfällen. Weiterhin wurden bei ihnen im Brokerage, also bei der Darstellung von Kursdaten in der Depotanzeige, falsche Werte angezeigt. Manche Kunden waren zu Millionären geworden, andere tief in die roten Zahlen gerutscht. Schuld sind offenbar fehlerhafte Daten eines Drittanbieters.

„Schlusskurse vom Mittwochabend sind mit falschen Werten im System gelandet und wurden zum Teil über den ganzen Tag hinweg fehlerhaft angezeigt“, erklärte ein Consorsbank-Sprecher am Freitag auf Anfrage. Die Bank habe sofort reagiert.

„Der Fehler war bei den meisten Kunden bereits am gestrigen Donnerstag gegen 9:45 Uhr behoben“, sagte der Sprecher. In Einzelfällen könnten weiterhin fehlerhafte Anzeigen möglich sein, vor allem bei der Performance-Angabe, der Veränderung gegenüber dem Vortag. Betroffene Kunden sollten sich direkt an die Consorsbank wenden.

Ein Comdirect-Sprecher erklärte, man habe Kundenanfragen im niedrigen dreistelligen Bereich zur Panne erhalten. „Mit Eröffnung der Börsen am Donnerstagmorgen wurden die Kurse größtenteils wieder regulär angezeigt.“ In einzelnen Fällen habe es weiterhin Probleme gegeben, so bei den Performance-Werten. Dort „dauert die Bereinigung am Freitag noch an.“

Comdirect hat 2,5 Millionen Kunden, die Consorsbank 1,5 Millionen. Nur ein Teil von ihnen nutzt das von der Panne betroffene Brokerage-Angebot.

Gestörtes Vertrauen

Unter Verbraucherschützern sorgen die anhaltenden Probleme für Stirnrunzeln. Auch seien nicht nur Einzelfälle betroffen. „Ausfälle im Onlinebanking sind keine Lappalie, sondern eine ernste Sache“, mahnt Katharina Lawrence von der Verbraucherzentrale Hessen. „Die Probleme stören nachhaltig das Vertrauen der Kunden in ihre Banken.“

Schuld an den fehlerhaften Anzeigen ist laut Comdirect und Consorsbank ein externer Dienstleister, der die Daten für die Wertpapierhandelsumsätze zur Verfügung stellt. Dabei handelt es sich um das US-Unternehmen Factset. Auf Handelsblatt-Anfrage erklärte Factset, ein Softwarefehler habe zu falschen Kennzahlen und Schlusskursen geführt. „Reale Preise blieben unberührt. Wir kommunizieren derzeit mit unseren Kunden.“ Die letzten falschen Daten würden am Freitag aktualisiert.

Die aktuellen IT-Probleme sind nur die jüngsten in einer langen Kette von Pannen bei deutschen Geldhäusern. Anfang Juli gab es bei der Commerzbank Anmeldeprobleme im Onlinebanking. Wenige Tage zuvor hatten Kunden aufgrund eines Ausfalls zeitweise kein Geld abheben oder Einkäufe per Girocard bezahlen können.

Anfang Juni konnten Commerzbank und Comdirect zahlreiche Überweisungen, Daueraufträge und Lastschriften nicht verarbeiten. Kunden der Deutschen Kreditbank, der Direktbank der BayernLB, erlebten Anfang Juli sogar einen Totalausfall. Mehr als 24 Stunden konnten sie sich nicht anmelden, um Überweisungen zu tätigen oder den Kontostand einzusehen. Auch die Smartphone-App war offline.

Besonders problematisch: Wiederholt meldeten Institute wie die Commerzbank frühzeitig, eine Lösung für die IT-Pannen gefunden zu haben – um dann später einzugestehen, dass weiterhin Kunden betroffen sind. So etwas führt laut Verbraucherschützern zu neuer Verunsicherung.

Viele Kunden bekämen bei fehlerhaften Anzeigen „einen Riesenschreck“, erklärt Lawrence. Sie fragten sich, ob sie etwas verkehrt gemacht hätten und recherchierten selbst nach einer Lösung für das Problem. Dabei sei letzteres eigentlich Aufgabe der Institute: „Die Banken müssen die Kunden persönlich und frühzeitig informieren.“ Oft sei die Informationspolitik jedoch unzureichend.

Comdirect hat im aktuellen Fall nach eigenen Angaben Nutzer per Bandansage und Einblendung im Onlinebanking über die Ausfälle informiert. In den sozialen Netzwerken fehlte ein entsprechender Hinweis aber auch am Freitag noch. Gleiches gilt für die Consorsbank.

Mehr: Deutsche Geldhäuser kämpfen immer öfter mit Ausfällen im Onlinebanking. Das sorgt für einen ungewöhnlichen Auftritt von DKB-Chef Stefan Unterlandstättner.

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