Commerzbank Bonus für Blessing, aber nicht für die Aktionäre

Erstmals seit 2007 gönnt sich Commerzbank-Chef Martin Blessing wieder eine Bonuszahlung – trotz des kostspieligen Vergleichs in den USA. Im Gegensatz dazu hoffen die Aktionäre vergeblich auf eine Gewinnbeteiligung.
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Bonus trotz kostspieliger US-Strafe. Quelle: dpa
Coba-Chef Martin Blessing

Bonus trotz kostspieliger US-Strafe.

(Foto: dpa)

FrankfurtFür Commerzbank-Chef Martin Blessing ist die Zeit der Bescheidenheit vorbei. Für das abgelaufene Geschäftsjahr kassierte er erstmals seit 2007 wieder einen Bonus, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht. Die Gesamtbezüge lagen bei knapp 2,7 (2013: 1,4) Millionen Euro. Davon entfiel nur knapp die Hälfte - rund 1,3 Millionen - auf das Grundgehalt.

Blessing hatte in den vergangenen Jahren auf Bonuszahlungen verzichtet und stets betont, erst solle Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus - das in der Finanzkrise vom Staat gerettet wurde - wieder einen Nettogewinn im dreistelligen Millionenbereich schaffen. Das war 2014 trotz eines milliardenschweren Vergleichs mit den US-Behörden im Streit um Sanktionsverstöße und Geldwäsche der Fall: Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 264 Millionen Euro übrig.

Auf der Bilanzpressekonferenz im Februar hatte Blessing noch betont, ob und wenn ja in welcher Höhe er für 2014 einen Bonus annehme, mache er unter anderem davon abhängig, wieviel der US-Vergleich die Bank koste. Die Aktionäre bekommen abermals keine Dividende.

Insgesamt kassierte der Commerzbank-Vorstand für das abgelaufene Jahr 11,9 (13,3) Millionen Euro. Allerdings wurde das Führungsgremium auch um zwei Manager auf sieben verkleinert.

Mit Blick nach vorne bekräftigte die Commerzbank, weiterhin an ihren Zielen für 2016 zu arbeiten. Blessing betonte in seinem Brief an die Aktionäre aber auch, dass dies nicht unbedingt leichter geworden sei: „Bei aller Zuversicht darf man nicht ignorieren, dass sich die Rahmenbedingungen für Banken verändert haben und dass das Marktumfeld für ein breites, profitables Bankgeschäft schwieriger geworden ist.“

  • rtr
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13 Kommentare zu "Commerzbank: Bonus für Blessing, aber nicht für die Aktionäre"

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  • Nunja, immerhin macht die Commerzbank wieder Gewinne. Ist das kein Erfolg?

  • Im übrigen ein weiterer Schlag ins Gesicht auch der Mitarbeiter der Commerzbank.

  • Da gab es doch einmal eine Dresdner Bank. Auch hier hatte H. Blessing schon ausgiebig daneben gewirtschaftet.
    Mir ist es schleierhaft, welche Großaktionäre diesen Typen überhaupt dulden.
    Es stinkt irgendwie gewaltig.
    Dieser Pfuhl müßte mal kräftig umgerührt werden.

  • Das ist so, als wenn Frau Merkel auf Lebenszeit an der Macht bliebe.

  • "Bonus für Blessing, aber nicht für die Aktionäre" Nicht zu glauben. Eigentlich kann man das Buch schließen, wenn man an Gerechtigkeit glauben will.

  • Blessing bekommt die Commerzbank genauso wenig wie Fitschen und Jain die Deutsche Bank in den Griff, aber zum Ausgleich für deren Mismanagement erhalten sie über ihre Fixgehälter hinaus Variable Erfolgsprämien, die im Einzelfall das bis zu 5-7 fache des Festgehalts ausmachen. Demnach müssten die Unternehmensergebnisse bei den Banken ja bestens aussehen. Ist aber nicht so. Also, warum dann diese horrenden Gratifikationen ?

  • @www. esdp-initiative.de
    Klar reinigt der Markt sich von selbst. Der Markt sind nämlich WIR ALLE! Über die Nachfrage und das Angebot wird das Beste unter demokratischen Verhältnissen auf den Weg gebracht. Der Wettbewerb ist die Innovation für den Anbieter und der Nachfrager hat dies jederzeit mit seinen Kaufverhalten in der Hand. Und mit der Insolvenz gibt es keine Fehltentwicklung auf den Weg des Fortschritt/Inovation. Der einzige Marktfeind = Gesellschaftsfeind ist und bleibt eine Politik der Ideologie und der freien Marktverbote. Bestes Beispiel dafür liefer das EEG (Erneuerbares Energiegesetz) oder eben auch der ESM Gesetz. Der Markt ist nichts anderes als eine Abbildung unserer Gesellschaft und damit ist der Markt gleich zu setzen mit der Demokratie. Alle Macht geht vom Volk, Verbraucher aus...solange der Markt frei und offen bleibt und nicht von der Politik reguliert und damit manipuliert wird.

  • die richtigen aggressoren sitzen in den vorstandsetagen der banken. sie zünden zwar keine reifen an oder werfen auch nicht mit pflastersteinen. ihr tun ist aber um vieles schlimmer als das vieler demonstrierenden bürger.

  • @Marc Hofmann, der Markt reinigt sich nicht von selbst. Adam Smith's invisible Hand ist von Peter Joseph wiederlegt.

  • Ja der arme hat bestimmt zu wenig Geld so dass es die Bonuszahlung rechtfertigt.

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