Commerzbank muss 1,45 Milliarden zahlen Ein Sanktionsbruch mit teuren Folgen

Die Commerzbank hat sich im Streit um Iran-Geschäfte mit den US-Behörden endlich geeinigt. Wegen der Kosten für den Vergleich muss sie ihre Bilanz kräftig nach unten korrigieren, fünf Manager müssen gehen.
Update: 13.03.2015 - 06:58 Uhr 8 Kommentare
Das Institut legt den Streit mit den US-Behörden für 1,45 Milliarden Dollar bei. Quelle: AFP
Commerzbank-Zentrale in Frankfurt

Das Institut legt den Streit mit den US-Behörden für 1,45 Milliarden Dollar bei.

(Foto: AFP)

FrankfurtDie Commerzbank muss wegen des Streits mit den US-Behörden um Sanktionsverstöße und Geldwäsche-Vorwürfe tief in die Tasche greifen. Im Rahmen eines Vergleichs zahle das zweitgrößte deutsche Geldhaus 1,45 Milliarden Dollar, teilte die New Yorker Finanzaufsicht am Donnerstag mit. Außerdem müssen fünf Manager der Commerzbank deshalb gehen.

Commerzbank-Chef Martin Blessing sagte in einer Erklärung: „Wir nehmen diese Verstöße sehr ernst und bedauern die Versäumnisse, die zu der heutigen Ankündigung geführt haben. Mit dieser Einigung schließen wir einen für alle Beteiligten langwierigen und komplizierten Prozess ab.“ Das Unternehmen werde sich nun darauf konzentrieren, die von den Behörden identifizierten Mängel zu beseitigen.

Anleger zeigten sich wegen des Vergleichs erleichtert: Die Commerzbank-Aktie verteuerte sich im späten Handel um bis zu 1,3 Prozent auf ein Tageshoch von 12,15 Euro.

Die USA werfen der Commerzbank und vielen anderen Instituten vor, gegen Wirtschafts-Sanktionen gegen den Iran verstoßen zu haben. Im Commerzbank-Fall wollte der zuständige Staatsanwalt Insidern zufolge auch den Vorwurf eines zu laxen Umgangs der Commerzbank mit Geldwäsche-Regeln im Zuge des Betrugsskandals um den japanischen Olympus -Konzern mitverhandeln.

Die Commerzbank hat ihre Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten im vergangenen Jahr um knapp 500 Millionen Euro auf rund 1,4 Milliarden Euro angehoben. Finanzchef Stephan Engels hatte jedoch bereits bei im Februar gewarnt, dass es darüber hinausgehende Belastungen geben könnte, wenn die Bank einen Vergleich mit den US-Behörden schließt.

Nach deutschem Recht ist es möglich, solche Belastungen rückwirkend zu verbuchen. Dementsprechend korrigierte das Geldhaus seine Zahlen für 2014 deutlich nach unten. Die Bank bucht für das vierte Quartal nun zusätzlich eine Einmalbelastung in Höhe von 338 Millionen Euro. Dadurch sinkt das Konzernergebnis auf 264 Millionen Euro. Das Institut hatte seinen Überschuss noch im Februar auf 602 Millionen beziffert.

Deutsche Börse als mahnendes Beispiel
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8 Kommentare zu "Commerzbank muss 1,45 Milliarden zahlen: Ein Sanktionsbruch mit teuren Folgen"

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  • Was die USA da machen ist modernes Raubrittertum. Damals sagte man Wegezoll!

  • @ Herr Marc Friedrich Wer lukrative Geschäfte in den USA tätigen will, muss sich auf deren Regeln (so unschön sie auch für deutsche Unternehmen sein mögen) einlassen ! Ansonsten muss man sich aus dem US-Geschäft zurückziehen ...

  • Komisch das sich die Europäer das immer gefallen lassen. Wer hat den über Jahre trotz Sanktionen Waffengeschäfte mit den Ländern gemacht?

  • Hervorragend, Ihr Super-Manager der Commerzbank - das zum Thema Compliance (das heißt eigentlich u.a. in der deutsch-englischen Übersetzung: Befolgung, Einhaltung und Erfüllung) !!! Und nicht Gesetzesverstoß und O.K. = Organisierte Kriminalität. Mit einem Schlag wird nun der "schöne" Gewinn aus 2014 vernichtet. So genial muss man erst einmal sein. Also Leute, schützt Euer Geld vor raffgierigen Bankstern ! Nehmt Eure Vermögendsverwaltung selbst in die Hand; was die können, können Sie schon lange !!

  • Tja, wer die Regeln bestimmen kann und im Besitz der Keule ist, kann Verstöße nach eigenem Gusto maßregeln, bestrafen und lenken. Funktioniert immer besser, seit nunmehr ca. 200 Jahren. Gut, daß es bei den ganz großen Dingen auf der Welt ein Gleichgewicht gibt.

  • Blessing ist wie Merkel, alles Teflon, perlt alles ab. geht sie alles nicht an. was interessiert mich das Elend anderer Leute. Verantwortung? Was ist das ?

  • jetzt bin ich wirklich mal gespannt wieviel Euros die dummen europäischen Banken noch nach NSA-Amerika überweisen.

  • So sieht es dann aus nach dem TIPP Abkommen wen die Amis gegen deutsche Firmen vorgehen. Und wen die Kasse der Fa. leer ist hat man wieder einen Wettbewerber ausgeschaltet. Bei der heutigen Strafe hat man alle Augen zugedrückt bei der Höhe. Man braucht Verbündete in Europa gegen die Russen. Mitmachen oder es wird noch teurer.

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