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Commerzbank, Unicredit, Monte dei Paschi Schwarzer Montag für Bankaktien – An den Märkten wächst die Angst vor neuer Krise

Die akuten Probleme in Italien und Griechenland belasten auch deutsche Geldhäuser, allen voran die Commerzbank. Sie ist besonders in Italien engagiert.
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Sorgen um die Kapitalausstattung italienischer Banken. Quelle: picture alliance / ZB
Petersdom in Rom

Sorgen um die Kapitalausstattung italienischer Banken.

(Foto: picture alliance / ZB)

Athen/Rom/FrankfurtSehr viel schlechter hätte der Start in die neue Börsenwoche für die Commerzbank nicht ausfallen können. Am Montagabend schloss die Aktie des Frankfurter Geldhauses mit 4,6 Prozent im Minus. Den Grund für den Einbruch sehen Händler und Analysten 1230 Kilometer weiter südlich.

Die Commerzbank wird zum Opfer des Streits zwischen der EU und der populistischen Regierung in Italien über die Neuverschuldung des Landes. Die Auseinandersetzung lässt den Kurs der italienischen Staatsanleihen absacken und droht damit die Banken in Kapitalnot zu bringen.

Die Commerzbank leidet unter dem Streit über den Staatshaushalt Italiens, weil sie Ende Juni Staatsanleihen des Landes sowie kommunale und regionale Bonds im Wert von 8,5 Milliarden Euro in ihren Büchern hatte. Das ist zwar knapp eine Milliarde weniger als zum Ende des ersten Quartals, aber das Institut gehört damit noch immer zu den deutschen Banken mit dem stärksten Italien-Engagement.

Bei der Deutschen Bank, die in Italien auch im Filialgeschäft aktiv ist, summierte sich das Netto-Engagement zuletzt auf knapp 18 Milliarden Euro. Die Aktie des größten deutschen Geldhauses verlor zum Wochenbeginn 1,6 Prozent.

Deutlich heftiger fielen die Verluste der Bankaktien an der Mailänder Börse aus. Auch die soliden Großbanken Unicredit und Intesa Sanpaolo verloren bis zum Börsenschluss 3,6 Prozent beziehungsweise 3,3 Prozent an Wert. Für Banco BPM ging es um mehr als sechs Prozent abwärts. Die staatsgeführte Monte dei Paschi wurde teilweise vom Handel ausgesetzt. Insgesamt haben die Banken seit Mitte Mai, als die Koalitionsverhandlungen der populistischen Regierungsparteien begannen, 37 Milliarden Euro an Wert verloren.

Der Gradmesser der Vertrauenskrise zwischen Italien und den Märkten ist der Risikoaufschlag für italienische Staatspapiere gegenüber Bundesanleihen. Dieser sogenannte Spread überstieg am Montag die psychologisch wichtige Schwelle von 300 Basispunkten. Das trieb die Rendite der zehnjährigen Titel auf bis zu 3,5 Prozent nach oben, auf den höchsten Stand seit viereinhalb Jahren.

Wenn der Risikoaufschlag zwischen deutschen und italienischen Anleihen weiter ansteigt, könnten die italienischen Banken gezwungen sein, Kapitalerhöhungen in Angriff zu nehmen, warnen die Analysten von Credit Suisse. Ihre Schlussfolgerung: „Ein Spread über 400 Basispunkten ist nicht tragbar.“

Sorgen in Athen

Nicht nur in Italien, auch in Griechenland spitzte sich die Krise der Banken erneut zu. Der Bankenindex FTSEB an der Athener Börse fiel um mehr als sechs Prozent. Papiere der Eurobank verloren bis zum Börsenschluss 11,6 Prozent, die National Bank of Greece notierte 4,7 Prozent im Minus. Den größten Verlust verzeichnete wie bereits in der Vorwoche die Piraeus Bank mit einem Minus von 10,9 Prozent. Das Institut hat von allen griechischen Banken die höchste Quote fauler Kredite und ist am schwächsten kapitalisiert.

Die griechischen Banken haben seit Beginn dieses Jahres bereits rund 40 Prozent ihres Börsenwerts verloren. Die Institute kämpfen mit immensen Kreditrisiken: Zum Ende des ersten Halbjahrs waren fast 48 Prozent aller ausgereichten Darlehen notleidend. Die Banken stehen unter wachsendem Druck der Europäischen Zentralbank, die Problemkredite zügig abzubauen.

Anleger fürchten, dass weitere Rückstellungen und Abschreibungen an der Substanz der Institute zehren und neue Kapitalerhöhungen erforderlich machen könnten. Verstärkt wird diese Sorge durch die schwache Ertragslage der Banken, die sich in den jüngsten Quartalszahlen spiegelt.

Analysten der Ratingagentur Fitch schrieben am Montag, die Profitabilität der Branche sei unter Druck und die Banken kämen beim Abbau der notleidenden Kredite nur langsam voran. Außerdem gebe es Unsicherheit, wie die griechische Regierung den Bankensektor stützen wolle und ob eine Lösung private Investoren belasten werde. Diese Ungewissheit führe auch zu höheren Refinanzierungskosten für die Banken, betont Fitch.

Die Regierung des Landes hat bisher nicht erklärt, ob und wie sie die angeschlagenen Geldhäuser stützen will. Nach Informationen aus Athener Finanzkreisen gibt es im griechischen Finanzministerium Überlegungen, einen Teil der faulen Kredite in eine Zweckgesellschaft auszulagern und zu verbriefen, möglicherweise mit staatlichen Bürgschaften als Sicherheit für private Investoren. Dadurch würden die Bilanzen der Institute entlastet. Eine offizielle Bestätigung für diese Pläne gibt es aber bislang nicht.

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