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Commerzbank Zielke präsentiert überraschend hohen Gewinn

Die Commerzbank öffnet ihre Bücher: Im ersten Quartal 2017 steigt das Konzernergebnis auf 217 Millionen Euro, ein Plus von 48 Millionen. Experten reagierten überrascht, die Aktien zogen um knapp ein Prozent an.
Update: 09.05.2017 - 14:00 Uhr 1 Kommentar

Commerzbank ist Spitzenreiter

DüsseldorfDie Commerzbank kommt im operativen Geschäft nicht recht voran. Der Nettogewinn nach Anteilen Dritter stieg im ersten Quartal zwar um 28 Prozent auf 217 Millionen Euro, wie das im Umbau befindliche Geldhaus am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Dabei profitierte die Commerzbank aber vor allem von einem Sondereffekt bei der Bereinigung ihrer Altlasten. Sowohl das Privat- als auch das Firmenkundengeschäft mussten trotz steigender Kundenzahlen operativ Gewinneinbußen hinnehmen. Das Vorsteuerergebnis kletterte gegenüber dem ersten Quartal 2016 um 32 Millionen Euro auf 314 Millionen Euro.

Der seit 2016 amtierende Vorstandschef Martin Zielke nannte das Ergebnis „ordentlich“ – gab aber auch zu bedenken: „Es wird noch Zeit brauchen, bis unser Wachstum die Belastungen aus dem negativen Zinsumfeld deutlich übertreffen wird.“

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten zuletzt mit einem deutlichen Rückgang des Nettogewinns auf 107 Millionen Euro gerechnet. Die Anleger wurden von den neuen Zahlen daher positiv überrascht. Die Commerzbank-Aktien legten im Frankfurter Handel prompt um knapp ein Prozent zu, nachdem sie vor Bekanntgabe der Zahlen noch über fünf Prozent im Minus notiert hatten.

So gefährlich sind die größten Banken der Welt
Klasse 1 – UBS, Santander, Royal Bank of Scotland
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Der Finanzstabilitätsrat teilt die Banken in fünf Klassen ein. In der ersten Klasse befinden sich laut der vorgesellten Liste 17 Banken, die nicht als besonders systemrelevant gelten – das ist eine weniger als im Vorjahr. Diese Banken müssen ein Prozent mehr Kapital zusätzlich zu der erforderlichen Eigenkapitalquote vorhalten. Unter diesen für das System vergleichsweise nicht besonders gefährlichen Banken befinden sich zum Beispiel die Schweizer Großbank UBS, die Société Générale, die Santander, ING Bank, die Royal Bank of Scotland und Bank Morgan Stanley.

(Foto: ap)
Klasse 1 – Standard Chartered
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Welche Konsequenzen der Brexit für die britische Standard Chartered haben wird, ist noch nicht absehbar. Die Bank belegt wie im Vorjahr einen Platz in Klasse 1, die einen Kapitalaufschlag von einem Prozent voraussetzt.

(Foto: Reuters)
Neu in Klasse 1: Die Credit Suisse.
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Neu in der Klasse 1 ist die US-Bank Credit Suisse, die im Vorjahr noch mehr Kapital vorhalten musste. Jetzt beträgt dieser Zuschlag für das Schweizer Geldhaus nur noch ein Prozent. Sie hat aus Sicht der Regulierer an Relevanz verloren.

(Foto: Reuters)
Klasse 2 – Barclays
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James Staley, seit Dezember 2015 Chef der britischen Bank Barclays, konnte die Risikoeinstufung des Geldhauses reduzieren. Barclays gehört, wie auch 2016 schon, nur noch der Klasse zwei an. Dort ist ein Kapitalzuschlag von 1,5 Prozent erforderlich.

(Foto: AFP)
Klasse 2 – Wells Fargo
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Wells Fargo spielt mit Barclays in einer Liga. Beide gehörten Klasse 2 an, was einen Kapitalzuschlag von 1,5 Prozent bedeutet.

(Foto: AFP)
Klasse 2 – Goldman Sachs
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Auch die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs wird als „systemisch“ eingestuft, sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten.

(Foto: ap)
Klasse 2 – Industrial and Commercial Bank of China
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Für genauso systemrelevant halten die Regulierer die Industrial and Commercial Bank of China. Aufschlag auch hier: 1,5 Prozent.

(Foto: Reuters)

Die Commerzbank setzt auf Wachstum, um die niedrigen Zinsen wettzumachen. Seit Oktober kamen rund 300.000 Privatkunden und 2000 neue Firmenkunden hinzu. Doch mehr Geschäft macht die Bank mit ihnen bisher kaum. Die Erträge stiegen im ersten Quartal nur leicht auf 2,37 (2,32) Milliarden Euro. Die darniederliegende Schiffsfinanzierung trieb die Rückstellungen für faule Kredite auf 195 (148) Millionen Euro nach oben. Bis Jahresende rechnet die Bank allein bei Schiffskrediten mit Abschreibungen von 450 bis 600 Millionen Euro, im ersten Quartal waren es gut 100 Millionen.

Hintergrund sind kaum noch auskömmliche Frachtraten und Überkapazitäten bei den Reedereien. „Wir haben zuletzt einen deutliche Anstieg der Charter-Raten gesehen, aber die strukturellen Probleme sind noch nicht gelöst“, erklärte Finanzvorstand Stephan Engels.

Dagegen entpuppte sich eine Infrastruktur-Finanzierung, die die Bank schon abgeschrieben hatte, im Nachhinein doch noch als werthaltig, was das Minus in der internen Abbau-Einheit ACR reduzierte. Dort sind die Immobilien-, Staats- und Schiffskredite gebündelt, die die Bank noch abwickeln muss. Als Glücksfall entpuppte sich, dass ein Absicherungsgeschäft bei Staatsfinanzierungen am Ende doch nicht floppte, alleine dieser Posten brachte 68 Millionen Euro ein. Insgesamt konnte die interne „Bad Bank“ ACR ihren Verlust so binnen eines Jahres von 119 Millionen auf 33 Millionen Euro eindämmen. Auch der rege Handel der Kunden mit Wertpapieren spülte Gebühren in die Kasse.

In der Privatkunden-Sparte brach der Gewinn allerdings um 30 Prozent ein, unter anderem weil die polnische Tochter mBank den dortigen Banken-Garantiefonds wieder auffüllen musste. Das Geschäft mit dem Mittelstand will der neue Firmenkunden-Vorstand Michael Reuther mit einer sechs Milliarden Euro schweren Kreditinitiative ankurbeln. Die internationalen Großkonzerne hätten sich am Kapitalmarkt zu Jahresbeginn weiter zurückgehalten. Der Gewinn in der Firmen- und Investmentbank-Sparte ging um zehn Prozent zurück.

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1 Kommentar zu "Commerzbank: Zielke präsentiert überraschend hohen Gewinn"

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  • Der ist nicht überraschend, denn die Bank wird von der Grün-Sozialistischen Merkelregierung unterstützt.