Credit Suisse Aktionäre verpassen Brady Dougan einen Denkzettel

Nur noch zwei Drittel der Credit-Suisse-Aktionäre haben dem Vergütungsbericht von Konzernchef Brady Dougan zugestimmt. Ein Kleinanleger warf dem scheidenden Amerikaner „Gehaltsexzesse“ vor.
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Der scheidende Credit-Suisse-Chef Brady Dougan ist auf der Jahreshauptversammlung des Instituts scharf für sein Gehalt kritisiert worden. Quelle: ap
Aktionäre begehrten auf

Der scheidende Credit-Suisse-Chef Brady Dougan ist auf der Jahreshauptversammlung des Instituts scharf für sein Gehalt kritisiert worden.

(Foto: ap)

ZürichDie Credit-Suisse -Aktionäre haben dem scheidenden Konzernchef Brady Dougan eine Ohrfeige verpasst. Auf der letzten Jahresversammlung des Amerikaners am Freitag in Zürich sprachen sich nur noch zwei Drittel der Anteilseigner für den Vergütungsbericht aus, nachdem es im Vorjahr noch 81 Prozent waren.

Dougan erhält für das Vorjahr 9,7 Millionen Franken an Grundlohn und Bonus, obwohl die zweitgrößte Schweizer Bank wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung zu einer Milliarden-Strafe verdonnert worden war.

Der einflussreiche US-Aktionärsberater ISS hatte seinen Kunden im Vorfeld der Versammlung bei der nicht bindenden Lohn-Abstimmung zu einer Ablehnung geraten.

Credit Suisse habe die Erhöhung von Dougans Grundlohn um 20 Prozent nur unzureichend begründet. Die Löhne der Spitzenmanager bei Credit Suisse gehörten bereits zu den höchsten unter den europäischen Großbanken, erklärte ISS.

Die dicksten Geldstrafen der Banken
A Bank of America sign is pictured in Encinitas, California
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Bank of America

Wankende Großbanken brachten das Weltfinanzsystem 2008 an den Rand des Zusammenbruchs. Dubiose Hypotheken-Deals hatten den Weg dafür bereitet. Doch die Vergangenheit holt die Geldhäuser ein - die Bank of America (BoA) muss nun wegen riskanter Hypothekengeschäfte vor der Finanzkrise eine Rekordstrafe von 16,65 Milliarden Dollar (12,5 Mrd Euro) zahlen.

Es ist der höchste jemals bezahlte Betrag in einer zivilrechtlichen Auseinandersetzung zwischen der US-Regierung und einem Unternehmen. Bereits im März musste BoA 9,5 Milliarden Dollar nach einer Klage der Aufsichtsbehörde Federal Housing Finance Agency zahlen.

Die US-Behörden sind bei der Bestrafung von Großbanken nicht eben zimperlich - zumindest, wenn es um Geldstrafen geht. Welche Banken ebenfalls Rekordgeldbußen zahlen mussten, erfahren sie auf den folgenden Seiten.

Citigroup reportedly close to a deal with Justice Department
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Citigroup

Die Citigroup leistet für fragwürdige Hypothekengeschäfte eine sieben Milliarden Dollar schwere Abbitte. Nach Ansicht der US-Justiz hatte die Bank den Käufern verschwiegen, wie schlecht es um die in verbrieften Wertpapieren enthaltenen Hauskredite gestanden habe. Wie die US-Großbank mitteilte, zahlt sie 4,5 Milliarden Dollar an US-Behörden und gewährt zudem Finanzierungshilfen und -erleichterungen für Hausbauer im Wert von 2,5 Milliarden Dollar. Der Vergleich verhagelt der Citigroup das zweite Quartal. In dem Zeitraum verbucht die Bank eine Vorsteuerbelastung von 3,8 Milliarden Dollar. Mit dem Vergleich hätten sich alle anhängigen zivilrechtlichen Hypothekenermittlungen erledigt, erklärte Bankchef Michael Corbat. Der Vergleich erlaube der Bank, sich „auf die Zukunft zu fokussieren, nicht auf die Vergangenheit“.

Commerzbank
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Commerzbank

Wie die "New York Times" berichtet, droht der Commerzbank wegen mutmaßlicher Verstöße gegen US-Sanktionen eine Geldstrafe von mindestens 500 Millionen Dollar (370 Millionen Euro). Die Commerzbank hatte bereits eingeräumt, dass sie wegen ihrer Geschäfte mit Ländern wie dem Iran im Visier der US-Behörden steht. Wann die Verhandlungen mit den US-Behörden abgeschlossen sein werden, ist noch unklar.

A Bank of America sign is pictured in Encinitas, California
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Bank of America

Die Bank of America muss einem Zeitungsbericht zufolge mindestens zwölf Milliarden Dollar zahlen, um einen Streit mit dem US-Justizministerium und mehreren Bundesstaaten über den Umgang mit faulen Hypotheken beizulegen. Mindestens fünf Milliarden Dollar dieser Summe dürften voraussichtlich dafür genutzt werden, um etwa Hypotheken und monatliche Zahlungen von Hausbesitzern zu reduzieren, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit den Verhandlungen vertraute Personen. Ein Sprecher der Bank lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

The logo of BNP Paribas is seen on a building in Paris
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BNP Paribas

Die französische Großbank steht wegen Sanktionsbruch und Geldwäschevorwürfen im Fokus der US-Justizbehörden. Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" drohen der Bank Bußgelder bis zu einer Höhe von zehn Milliarden Dollar. Die Bank soll Wirtschaftssanktionen gegen den Iran, Sudan, Kuba und andere Länder umgangen haben. Es wäre die zweithöchste Strafe, die je gegen eine Großbank verhängt wurde, die Höchststrafe wegen Geldwäsche lag bislang bei 1,9 Milliarden Dollar.

Pedestrians shelter under umbrellas as they walk past a Barclays branch in central London
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Barclays

Gegen die britische Großbank verhängte die britische Finanzaufsicht die erste Geldstrafe wegen Manipulation des Goldpreises. Barclay zahlte 26 Millionen Pfund, ein überführter Barclays-Händler muss 96.000 Pfund Strafe zahlen und erhielt Berufsverbot. Wegen der Manipulation des Interbankenzinssatzes Libor musste Barclays bereits im Sommer 2012 umgerechnet 350 Millionen Euro. Der damalige Barclays-Chef Bob Diamond nahm kurz danach seinen Hut.

A Swiss national flag and a flag of the city of Basel fly over the entrance of a branch office of Swiss bank UBS in Basel
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UBS

Die größte Schweizer Bank zahlte rund 1,4 Milliarden Franken (1,16 Milliarden Euro) und damit die zweithöchste Geldstrafe, zu der eine Schweizer Bank jemals verdonnert wurde. Die UBS hatte zudem im Jahr 2009 wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung von US-Bürgern der Zahlung von 780 Millionen Dollar zugestimmt, dabei aber keine Schuld zugegeben.

Dougan musste sich immer wieder gegen Vorwürfe wehren, er sei ein Abzocker, nachdem er vor fünf Jahren einen Rekordlohn von 90 Millionen Franken eingestrichen hatte. Im Juni übernimmt Tidjane Thiam das Steuer bei Credit Suisse.

Ein Kleinaktionär forderte den nicht anwesenden Thiam auf, sich mit den „Gehaltsexzessen“ seines Vorgängers auseinanderzusetzen. Der aus Afrika stammende Manager ist zurzeit Konzernchef des britischen Versicherers Prudential.

Dougan übt sich in Selbstkritik
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