Credit Suisse Schweizer Finanzaufsicht sieht Razzien gelassen

Nach Razzien von Steuerfahndern bei der Großbank Credit Suisse gibt sich die Schweizer Finanzaufsicht Finma gelassen: Man sei informiert und stehe in Kontakt. Bei der geplanten Kapitalspritze habe die Bank freie Hand.
Update: 04.04.2017 - 15:00 Uhr Kommentieren
In drei Ländern wurden Büros der Schweizer Großbank von Steuerfahndern durchsucht. Quelle: Reuters
Credit Suisse

In drei Ländern wurden Büros der Schweizer Großbank von Steuerfahndern durchsucht.

(Foto: Reuters)

BernIn die jüngste Steueraffäre bei der Credit Suisse hat sich auch die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma eingeschaltet. „Wir sind im Kontakt mit der Bank und werden in Kontakt bleiben“, sagte Finma-Direktor Mark Branson am Dienstag bei der Jahrespressekonferenz in Bern. Das Institut habe die Behörde rechtzeitig über den Vorfall informiert. In Zusammenhang mit einer breit angelegten Jagd auf Steuersünder hatten die lokalen Behörden vergangene Woche Büros der Credit Suisse in London, Paris und Amsterdam durchsucht.

Grundsätzlich seien die Razzien jedoch eine Aktion der Strafbehörden, in die die Aufseher nicht eingebunden seien. Schwerwiegende Folgen für den Ruf des Schweizer Finanzplatzes erwartet Branson nicht. „Diese Schlagzeilen sind sicher nicht willkommen, aber auch nichts grundsätzlich Neues.“

So viel mussten Banken für ihre Fehler hinblättern
Deutsche Bank – 202 Millionen Dollar
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Mai 2012: Die Deutsche Bank steht für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte einer Tochtergesellschaft in den USA gerade. Um eine Klage aus der Welt zu schaffen, zahlen die Frankfurter 202 Millionen US-Dollar. Der Bank drohte eine Strafzahlung und Wiedergutmachung von mehr als eine Milliarde Dollar. Die US-Justiz hatte der Tochter MortgageIT Betrug beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen vorgeworfen.

Deutsche Bank – 725 Millionen Euro
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Dezember 2013: Im Skandal um Zinsmanipulationen hat die Deutsche Bank von der EU-Kommission die branchenweit höchste Strafe aufgebrummt bekommen. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia verhängte gegen sechs internationale Großbanken Rekord-Geldbußen von zusammen 1,71 Milliarden Euro. Allein der deutsche Branchenprimus muss im Rahmen des Vergleichs 725 Millionen Euro zahlen.

Rabobank – 774 Millionen Euro
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Oktober 2013: Der Libor-Skandal kostet die niederländische Rabobank 774 Millionen Euro. Es ist die höchste Strafe in der Geschichte der Genossenschaftsbank. Die Bank hatte mit britischen, amerikanischen und niederländischen Behörden einen außergerichtlichen Vergleich getroffen. Drei Viertel der Summe fließen in die USA an das Justizministerium und die Finanzaufsicht CFTC.

Britische Banken – 1,3 Milliarden Pfund
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August 2013: Britische Banken müssen wegen falscher Beratung von Kunden erneut Entschädigungen in Milliardenhöhe zahlen. Die Aufsichtsbehörde FCA verdonnerte 13 Institute und Kreditkartenaussteller zu Kompensationsleistungen von insgesamt 1,3 Milliarden Pfund (1,5 Mrd Euro). Zu den bestraften Unternehmen zählen Barclays, HSBC und die Royal Bank of Scotland (RBS).

Commerzbank – 1,45 Milliarden Dollar
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März 2015: Die Commerzbank muss wegen des Streits mit US-Behörden um Sanktionsverstöße und Geldwäsche-Vorwürfe tief in die Tasche greifen. Im Rahmen eines lang erwarteten Vergleichs zahle das zweitgrößte deutsche Geldhaus 1,45 Milliarden Dollar. Die USA warfen der Commerzbank vor, gegen Wirtschafts-Sanktionen gegen den Iran verstoßen zu haben.

UBS – 1,5 Milliarden Dollar
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Dezember 2012: Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen ihrer Rolle bei der Manipulation des weltweit wichtigsten Referenzzinssatzes Libor Bußen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar. Wie die Bank mitteilte, leistete sie entsprechende freiwillige Strafzahlungen an amerikanische, britische und Schweizer Behörden.

Deutsche Bank – 2,5 Milliarden Dollar
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April 2015: Die Deutsche Bank muss im Libor-Skandal eine Strafzahlung in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar (2,33 Milliarden Euro) in Großbritannien zahlen.

Die Schweizer Finanzaufseher lassen der Credit Suisse bei ihren Plänen für eine weitere Kapitalspritze unterdessen freie Hand. „Das ist unternehmerische Freiheit zu entscheiden, wie man Kapital erhöht“, sagte Finma-Direktor Mark Branson am Dienstag am Rande der Jahrespressekonferenz. Die Behörde diskutiere mit der Bank über den nötigen Betrag für eine Kapitalzufuhr. „Wie sie dahin kommen, ist eine Detailfrage. Wir würden nicht intervenieren, bis auf den Punkt, dass wir sicher stellen, dass die Details für die Umsetzung des Plans Sinn machen“, sagte Branson.

Die zweitgrößte Schweizer Bank will ihre Kapitaldecke um zwei bis vier Milliarden Franken aufpolstern. Insidern zufolge fasst sie dafür nun eher eine Privatplatzierung ins Auge statt des ursprünglich favorisierten Teil-Börsengangs der Schweizer Tochter.

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