Cryan und die Infrastruktur Deutsche Bank kämpft mit ramponierter IT

In zwei Tagen wird die neue Strategie der Deutschen Bank bekannt gegeben. Schon jetzt deutet sich an, wo die Schwerpunkte liegen. Dem Co-Chef John Cryan ist zum Beispiel die technische Infrastruktur ein Dorn im Auge.
Ein Kran und die Deutsche-Bank-Zentrale spiegeln sich in einer Pfütze: Umbau ist nicht nur in der IT-Abteilung angesagt. Quelle: dpa
Frankfurt

Ein Kran und die Deutsche-Bank-Zentrale spiegeln sich in einer Pfütze: Umbau ist nicht nur in der IT-Abteilung angesagt.

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FrankfurtDer neue Co-Chef John Cryan will die veraltete und zerstückelte IT der Deutschen Bank schnell auf Vordermann bringen. Wie die „Financial Times“ berichtet, werde Cryan dies zu einer der Top-Prioritäten bei der neuen Strategie für Deutschlands größtes Geldhaus machen. Alle Details zum neuen Fahrplan will Cryan am Donnerstag verkünden – und zwar anders als zunächst geplant auch persönlich vor der Presse, nicht nur per Telefonkonferenz.

Unter anderem hat Cryan bereits beschlossen, dass Kim Hammonds zunächst als Generalbevollmächtigte und spätestens in einem Jahr dann auch als Vorstandsmitglied die IT-Abteilung leiten wird. Die 48-Jährige war zuvor Chief Information Officer bei Boeing und arbeitet seit 2013 für die Deutsche Bank.

Erwartet wird zur Strategieverkündung am Donnerstag aber vor allem ein großes Sparprogramm, dem tausende Arbeitsplätze zum Opfer fallen dürften. Auch die Boni sollen gekürzt und die Bilanz verschlankt werden. Die schlechten Computersysteme werden für viele Effizienzprobleme verantwortlich gemacht, berichtet die Zeitung unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Die Deutsche Bank wollte sich zu den Informationen nicht äußern.

Das sind die neuen Lenker der Deutschen Bank
Christian Sewing
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Christian Sewing, bisher Leiter des Privatkundengeschäfts, beerbt den Briten John Cryan an der Spitze des Instituts. Der aus Bielefeld stammende Sewing kündigte direkt nach seinem Amtsantritt als Vorstandsvorsitzender an, „harte Entscheidungen“ im nach wie vor kriselnden Geldhaus treffen zu wollen. Mit Blick auf die Erträge müsse die Deutsche Bank ihre „Jägermentalität“ zurückgewinnen. Kein anderer Vorstand kennt die Bank so gut wie der 47-Jährige: Von seinen 29 Jahren Berufserfahrung stand er 27 Jahre lang im Dienste der Deutschen Bank.

Karl von Rohr
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Seit 2016 hat Karl von Rohr bereits eine Menge Arbeit: Der Arbeits- und Rechtsvorstand ist einer der Hauptverantwortlichen bei den Rechtsstreitigkeiten der Deutschen Bank. Jetzt wird der studierte Jurist zusätzlich Vize von Sewing. Der neue stellvertretende Vorstandsvorsitzende ist seit 1998 bei der Deutschen Bank beschäftigt.

Garth Ritchie
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Zum neuen Stellvertreter des Vorstandschefs wird Garth Ritchie befördert. Gleichzeitig wird der Südafrikaner alleinverantwortlich für den Bereich Unternehmens- und Investmentbanking. Zuletzt hatte er diese Sparte gemeinsam mit Vize-Vorstandschef Marcus Schenck geführt. Dieser wird die Deutsche Bank jedoch verlassen. Ritchie arbeitet seinem Profil beim Karriereportal LinkedIn zufolge seit 1996 für die Bank. „Die Strategie im Investmentbanking bleibt die Achillesferse der Deutschen Bank“, sagt UBS-Analyst Daniele Brupbacher.

Kimberly „Kim“ Hammonds
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Kimberly „Kim“ Hammonds zog 2016 in den Vorstand ein – wird die Bank jedoch am 24. Mai wieder verlassen. Die Amerikanerin erhielt den Titel „Chief Operating Officer“ und war vor allem für die Modernisierung der technischen Infrastruktur der Bank zuständig.

Stuart Lewis
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Stuart Lewis ist nach wie vor Risikovorstand. Zu seinen Aufgaben als „Chief Risk Officer“ zählt es, dass die Bank im Wertpapierhandel und Kreditgeschäft keine zu großen Wagnisse eingeht.

Sylvie Matherat
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Sylvie Matherat rückte ebenfalls 2016 in den Vorstand ein. Die Französin (Bild aus dem Jahr 2008) war einst Direktoriumsmitglied der französischen Zentralbank und trägt den Titel „Chief Regulatory Officer“. Damit ist sie für die Kontaktpflege zu Aufsichtsbehörden zuständig. Das Ressort Matherats umfasst auch die Regeleinhaltung („Compliance“) und den Kampf gegen die Finanzkriminalität. Mit Matherat zog nach fast zwanzig Jahren wieder eine Frau in den Vorstand der Deutschen Bank ein. Vor ihr hatte Ellen Schneider-Lenné von 1988 bis 1996 dem Gremium angehört.

James von Moltke
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Die Finanzen behält James von Moltke im Blick. Er stimmte zuletzt vorsichtige Töne an. Die Furcht vor schwachen Zahlen in den besonders wichtigen ersten drei Monaten des Jahres hatte den Aktienkurs in den vergangenen Wochen einbrechen lassen. Die Quartalszahlen veröffentlicht das Institut am 26. April.

Wie groß die Probleme hier sind, hatte Cryan schon in seinem ersten Mitarbeiterbrief Anfang Juli deutlich gemacht: „Wir haben zugelassen, zu ineffizient zu sein. Mangelhafte und ineffektive Prozesse, veraltete und nicht angemessene Technologien, zu viele manuell ausgeführte Tätigkeiten und oftmals nicht zielführende Investitionen in unsere Infrastruktur haben unsere Kostenbasis steigen lassen. Dadurch wurde ein zu großer Teil unserer hart erwirtschafteten Erträge aufgebraucht“, schrieb Cryan damals.

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