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Cum-Ex-Skandal Deutsche-Bank-Vize Ritchie und Ex-Chef Ackermann offenbar im Visier der Behörden

Gegen mehrere Dutzend Mitarbeiter des Geldhauses wird im Zusammenhang mit verbotenen Aktiendeals ermittelt. Namen will das Geldhaus nicht bestätigen.
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Staatsanwälte ermitteln, ob das Institut als Dienstleister bei dubiosen Aktiengeschäften tätig war. Quelle: dpa
Deutsche-Bank-Türme in Frankfurt

Staatsanwälte ermitteln, ob das Institut als Dienstleister bei dubiosen Aktiengeschäften tätig war.

(Foto: dpa)

Frankfurt/Düsseldorf Im größten Steuerskandal, den die Bundesrepublik bislang erlebt hat, weitet die Staatsanwaltschaft Köln ihre Untersuchungen wegen möglicher Beteiligung an sogenannten Cum-Ex-Geschäften aus. Dabei sollen offenbar auch annähernd 80 Mitarbeiter der Deutschen Bank ins Visier geraten sein, darunter sind wohl auch der stellvertretende Vorstandsvorsitzende und Chef der Investmentbank, Garth Ritchie, sowie der ehemalige Vorstandschef Josef Ackermann. Insider bestätigten dem Handelsblatt eine entsprechende Meldung des gemeinsamen Recherchenetzwerks von WDR, NDR und „Süddeutscher Zeitung“.

Die Deutsche Bank wollte sich nicht dazu äußern, gegen wen die Staatsanwälte genau ermitteln. Das Geldhaus bestätigte aber, dass die Kölner Staatsanwälte, die seit August 2017 bereits Vorwürfen gegen zwei Ex-Mitarbeiter der Bank nachgehen, die Ermittlungen „gegen weitere ehemalige und aktuelle Mitarbeiter und Vorstandsmitglieder eingeleitet“ hat.

In einer Stellungnahme betonte das Institut, dies geschehe „rein aus Gründen der Verjährungsunterbrechung“. Das sei ein übliches Vorgehen, und die Staatsanwaltschaft sei so auch bei anderen Banken verfahren. „Die Bank geht nicht davon aus, dass diese prozessuale Maßnahme auf einer geänderten Einschätzung durch die Staatsanwaltschaft beruht“, sagte ein Sprecher.

Auch die Einschätzung der Bank zum Cum-Ex-Sachverhalt habe sich nicht verändert: „Die Deutsche Bank hat an einem organisierten Cum-Ex-Markt weder als Leerverkäuferin noch als Cum-Ex-Erwerberin teilgenommen“, teilte das Institut mit.

Aus informierten Kreisen war zu erfahren, dass sich die Staatsanwaltschaft offenbar auch im aktuellen Fall auf Ergebnisse einer internen Ermittlung des Geldhauses stützt. Unter dem Codewort „Xenon“ war diese mithilfe der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer durchgeführt worden.

Bei den Ermittlungen der Staatsanwälte geht es um verschiedene Rollen, die das Institut als Dienstleister für Kunden bei sogenannten Cum-Ex-Geschäften gespielt hat. Dabei soll der Frankfurter Konzern nicht nur als Depotbank involviert gewesen sein, sondern auch Aktien aus dem eigenen Bestand verliehen haben.

Mit den sogenannten Cum-Ex-Deals haben Finanzinstitute und Investoren über Jahre hinweg den Steuerzahler geprellt. Bei solchen Geschäften wurden rund um den Dividendenstichtag Aktienpakete mit (cum) und ohne (ex) Dividende schnell hin und her gehandelt.

Durch den umstrittenen Börsentrick haben Banken in der Vergangenheit die Mehrfacherstattung von nur einmal abgeführter Kapitalertragsteuer erzielt. Während Cum-Ex-Deals für Banken ein ertragreiches Geschäft darstellen, schadet das Verwirrspiel den Finanzämtern: Diese haben dadurch mehr Steuern erstattet, als sie zuvor eingenommen hatten.

Cum-Ex-Skandal: „Die gesamte Branche hat sich auf Kosten der Steuerzahler bereichert“

Mehr: Die Deutsche Bank steht auch bei einer anderen Form des Steuerbetrugs im Visier der Behörden. Lesen Sie hier, worum es beim Schwindel mit Phantomaktien geht.

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