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Dänemark Geldwäscheskandal und Niedrigzinsen – Danske Bank kappt Gewinnziele erneut

Die Aktie des Geldhauses fällt nach der Kappung der Prognose. Die Sorge vor hohen Strafzahlungen wegen des Geldwäscheskandals beunruhigt die Anleger.
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Die Erwartungen für 2019 wurden zusammengestrichen. Quelle: Reuters
Die Danske Bank in Kopenhagen

Die Erwartungen für 2019 wurden zusammengestrichen.

(Foto: Reuters)

Stockholm Dänemarks größte Bank kämpft mit niedrigen Zinsen und den Folgen eines der weltweit umfassendsten Geldwäscheskandals, in die der Konzern maßgeblich verwickelt ist. Die Danske Bank hat deshalb ihre Prognose für das laufende Jahr nach unten korrigiert.

Man rechne jetzt mit einem Ergebnis nach Steuern „im unteren Bereich“ der Spanne von 13 bis 15 Milliarden Kronen (1,74 bis 2,0 Milliarden Euro), die die Bank noch im Sommer prognostiziert hatte. Auch damals schon hatte die Bank ihre Erwartungen nach unten korrigiert.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres betrug der Nettogewinn zehn Milliarden Kronen. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 11,7 Milliarden. Der Umsatz fiel leicht auf 32,8 (33,4) Milliarden Kronen.

„Die ersten neun Monate waren gekennzeichnet von einem herausfordernden Zinsniveau und steigenden Kosten“, erklärte der erst im Sommer angetretene neue Danske Bank-Chef Chris Vogelzang in Kopenhagen. Vor allem die Kosten für Compliance seien in die Höhe geschnellt. Insgesamt stiegen die Kosten in den ersten drei Quartalen um zehn Prozent auf 19,2 Milliarden Kronen.

Deshalb präsentierte die Bank einen Maßnahmenkatalog, mit dem bis 2023 die Kosten wieder gesenkt werden sollen. Unter anderem will die Bank deutlich mehr als bisher in ein internes Überwachungssystem investieren, damit illegale Transaktionen eher aufgedeckt werden können.

Die Maßnahmen hätten „einen signifikanten Effekt auf das Ergebnis für 2020, für das wir eine Eigenkapitalrendite in der Größenordnung von fünf bis sechs Prozent erwarten“, sagte Vogelzang. Bis 2023, so sein Ziel, soll die Eigenkapitalrendite aber wieder auf neun bis zehn Prozent steigen.
Wie andere Banken auch leidet Dänemarks größtes Geldhaus unter den niedrigen Zinsen. In Dänemark sind sie seit sieben Jahren sogar negativ, und einige Banken haben die Minuszinsen an ihre Sparer weitergegeben.

Ermittlungen in mehreren Ländern

Analysten in Kopenhagen hatten mit einem schwachen Ergebnis von Danske Bank gerechnet, da sich die Bank in einer Restrukturierungsphase befindet. An der Börse in der dänischen Hauptstadt sank der Kurs der Danske Bank-Aktie zunächst um vier Prozent.

Seit Jahresbeginn ist der Kurs um rund ein Viertel gefallen. Die Sorge vor extrem hohen Strafzahlungen im Zusammenhang mit dem Geldwäscheskandal beunruhigt die Anleger.

Derzeit ermitteln Behörden in Dänemark, Estland, Großbritannien, den USA und einigen weiteren Ländern gegen Danske Bank.

Der Konzern soll zwischen 2007 und 2015 über seine kleine Filiale in Estland Transaktionen von nicht in Estland lebenden Personen und Unternehmen mit einem Volumen von 200 Milliarden Euro durchgeführt haben. Das hatte ein interner Untersuchungsbericht der Bank ergeben. Ein Großteil der Transaktionen gilt als „verdächtig“, wie es in dem Bericht heißt.

Die Auftraggeber der Transaktionen sollen aus Russland, Moldawien und Aserbaidschan stammen. Ermittler untersuchen seit vergangenem Jahr auch, inwieweit die nationalen Finanzaufsichtsbehörden in den baltischen Ländern und Dänemark bei ihren Kontrollen versagt haben.

Außerdem nehmen sie die internen Kontrollsysteme bei der Danske Bank unter die Lupe. Im Laufe der Ermittlungen ist auch die Deutsche Bank ins Visier der Behörden geraten. Das Frankfurter Institut war bis 2015 die Korrespondenzbank der estnischen Filiale von Danske Bank und soll neben JPMorgan Chase und der Bank of America bei der Durchführung der illegalen Transaktionen geholfen haben.

Der Skandal hat bereits mehrere prominente Opfer gefordert. Unter anderem trat im vergangenen Herbst der Chef von Danske Bank zurück. Im Frühjahr kündigte Danske Bank an, sich komplett aus den baltischen Ländern zurückzuziehen.

Zuvor hatte die estnische Finanzaufsicht das Institut aufgefordert, seine estnische Filiale bis Ende dieses Jahres zu schließen. In Zukunft will sich die dänische Bank auf die nordeuropäischen Länder konzentrieren.

Mehr: Der Vorsteuergewinn von Dänemarks größter Bank sinkt auch wegen der Geldwäscheermittlungen im zweiten Quartal kräftig. Auch Swedbank und Nordea verdienen weniger.

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