Dänische Großbank Aktie der Danske Bank fällt nach neuem Bericht zu Geldwäscheskandal

Der Geldwäscheskandal der dänischen Großbank Danske Bank weitet sich laut einem Medienbericht weiter aus. Die Aktie verliert deutlich.
Update: 04.09.2018 - 14:47 Uhr Kommentieren
Die dänische Großbank hat große Lücken bei ihren Vorkehrungen gegen Geldwäsche in Estland gehabt. Quelle: Reuters
Danske Bank

Die dänische Großbank hat große Lücken bei ihren Vorkehrungen gegen Geldwäsche in Estland gehabt.

(Foto: Reuters)

Stockholm/DüsseldorfDer Geldwäsche-Skandal um die dänische Danske Bank weitet sich aus. Ein externer Untersuchungsbericht legt nahe, dass Dänemarks größte Bank bis zu 30 Milliarden Dollar über ihre estnische Tochtergesellschaft gewaschen haben könnte.

Nach einem Bericht der „Financial Times“ hat das von der Bank beauftragte Beratungsunternehmen Promontory Financial herausgefunden, dass das Volumen der möglichen Geldwäsche innerhalb eines Jahres bis zu 30 Milliarden Dollar betragen haben könnte. Promontory Financial betonte demnach allerdings, dass nicht klar sei, ob das gesamte Geld aus dubiosen Quellen stamme.

Vertreter von Danske Bank wollten den Bericht nicht kommentieren und verwiesen auf eine interne Untersuchung, deren Ergebnisse im Laufe dieses Monats veröffentlicht werden sollen. Es sei im Interesse aller, dass die Schlussfolgerungen auf Fakten basieren, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende der Bank, Ole Andersen. Sollten sich die Angaben bewahrheiten, wäre dies einer der größten europäischen Geldwäscheskandale.

Der Aktienkurs von Danske eröffnete in Kopenhagen etwa fünf Prozent niedriger und fiel im Handelsverlauf um bis zu acht Prozent – der größte Rückgang seit dem Juli. Der Leiter des Aktienhandels bei ABG Sundal Collier, Tue Oestergaard, sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg, der Markt „reagiert auf die Schlagzeilen, daher ist es ein negativer Start“.

Die Affäre war bereits im Mai von der dänischen Tageszeitung „Berlingske“ aufgedeckt worden. Sie hatte berichtet, dass zwischen 2007 und 2015 möglicherweise bis zu 8,3 Milliarden Dollar über die estnische Tochter von Danske Bank gewaschen wurden. Das Geld soll aus Russland, Moldawien und Aserbaidschan stammen. Es gebe außerdem Verbindungen zu dem in russischer Haft verstorbenen Anwalt Sergei Magnitzky, der Verwicklungen der russischen Machtelite in Korruptionsgeschäfte vor mehreren Jahren öffentlich gemacht hatte.

Einer von Magnitzkys Mandanten, der Chef des US-Investmentfonds Hermitage Capital Management, Bill Browder, kündigte an, die Danske-Bank-Affäre zum Anlass zu nehmen, um erneut über die Korruption innerhalb der russischen Machtelite zu recherchieren. Browder war im vergangenen Jahr in Abwesenheit von einem russischen Gericht zu neun Jahren Straflager wegen Steuerhinterziehung verurteilt worden. Zuvor hatte er über zahlreiche Verwicklungen russischer Politiker und Geschäftsleute in Korruptionsaffären berichtet.

Der für Compliance zuständige Danske-Manager Anders Meinart Jörgensen hatte Anfang Juli erklärt, dass es „noch zu früh“ sei, zur möglichen Geldwäsche in Estland Schlüsse zu ziehen. Er räumte aber gleichzeitig ein, die bis dahin vorliegenden Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass der Umfang der Geldwäscheaktivitäten „etwas größer als bisher angenommen“ sei.

Die Danske Bank kündigte damals an, mit den Ermittlungsbehörden zusammenzuarbeiten, und hat bereits personelle Konsequenzen in Estland gezogen. Der dänische Wirtschaftsminister Rasmus Jarlov hatte außerdem unterstrichen, dass eine alleinige interne Untersuchung des Skandals nicht ausreichend sei. Es müssten auch Untersuchungen von außenstehenden Gremien vorgenommen werden. 

Auch die dänische Bankenaufsicht ist in den Fall eingeschaltet. Der Chef der dänischen Bankenaufsicht, Jesper Berg, hatte Danske Bank im Vorsommer bereits scharf getadelt. Die Bank habe „seit Jahren in massivem Umfang versagt“, da sie die notwendigen Anforderungen zur Geldwäschebekämpfung nicht erfüllt habe. Er sprach von „einem kulturellen Problem“, das auf sämtlichen Ebenen existiere. Der Geldwäscheskandal habe für den gesamten Bankensektor Dänemarks zu einem großen Imageschaden geführt.

Analysten in der dänischen Hauptstadt betonten, dass das ganze Ausmaß der Geldwäsche noch nicht klar und viele Fragen offen seien. Man wisse beispielsweise nichts über das normale Transaktionsvolumen in der estnischen Tochterbank.

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