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Datenaffäre Deutsche Bank beurlaubt Sicherheitschef

Die Deutsche Bank hat im Zuge Aufklärung der Datenschutzaffäre ihren Sicherheitschef für Deutschland beurlaubt. Der ehemalige Bundeswehroffizier Rafael S. verantwortete bisher das tägliche Sicherheitsmanagement beim Branchenprimus. Dazu zählte auch das Sammeln und Bewerten "sicherheitsrelevanter Informationen". Nach Handelsblatt-Informationen aus Finanzkreisen ist seine Rückkehr in den Konzern ungewiss.
Bankchef Ackermann:

Bankchef Ackermann: "Ich habe mich an die Spitze der Untersuchung gestellt".

(Foto: Reuters)

sos/oli/bas/pk FRANKFURT. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann erklärte am Dienstag auf der Hauptversammlung in Frankfurt die Spitzelaffäre zur Chefsache und sagte vor den rund 5 500 Anteilseignern: "Ich habe mich an die Spitze der Untersuchung gestellt." Die Frage der Verantwortlichkeiten werde geklärt.

Zur Unternehmenskultur der Deutschen Bank gehöre das Prinzip der "null Toleranz", sagte Ackermann. Wann immer die Deutsche Bank Verstöße "jedweder Art" feststelle, werde "sofort und konsequent" gehandelt, um eine Wiederholung zu vermeiden. "Der Vorstand und ich, wir werden nicht nachlassen, bis die Sache aufgeklärt ist", betonte Ackermann.

Die bisher vorliegenden Fakten ließen erwarten, dass es sich um "einige wenige Verstöße" handle, die Jahre zurücklägen, sagte Ackermann. Ein systematisches Fehlverhalten schloss er indes aus, wollte sich aber mit Hinweis auf die laufenden Untersuchungen nicht zu Details äußern. Die blieb er auch dem Aufsichtsrat bislang schuldig. Wie das Handelsblatt aus Finanzkreisen erfuhr, bekamen auch die Kontrolleure bisher keine näheren Informationen.

Der Sicherheitschef, der für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war, ist seit vergangenem Freitag beurlaubt. Am selben Tag hatte die Deutsche Bank in einer knappen Mitteilung mögliche Verstöße in der Konzernsicherheit eingeräumt und darüber berichtet, bereits im April eine Anwaltskanzlei mit der Aufklärung beauftragt zu haben. Aus Kreisen des Instituts hieß es, ähnlich wie bei der Bahn und der Deutschen Telekom seien Nachforschungen über das Umfeld einzelner Personen angestellt worden.

Aufsichtsratsmitglieder, Kunden und Journalisten sollen jedoch nicht ausgespäht worden sein. Im Visier standen dagegen hochrangige Mitarbeiter des Konzerns. Darunter soll sich auch der für das Tagesgeschäft verantwortliche Vorstand Hermann-Josef Lamberti befunden haben. Möglicherweise soll auch der für die Konzernsicherheit zuständige Risiko-Vorstand Hugo Bänziger betroffen sein. Die Vorwürfe betreffen die Jahre 2006 und 2007, damals war Lamberti IT-Vorstand. Aufgefallen waren die Unregelmäßigkeiten bei Recherchen einer externen Anwaltskanzlei und einem Routinecheck der Datenschutzbeauftragten der Deutschen Bank.

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