Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

David Rolfe Langjähriger Berkshire-Aktionär wendet sich von Warren Buffett ab

Große Cash-Reserven, Fehlinvestitionen und verpasste Investments: Ein langjähriger Aktionär von Berkshire Hathaway hat die Nase voll von Warren Buffett.
Kommentieren
Am Vorstandsvorsitzenden der Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway wird Kritik laut. Quelle: dpa
Warren Buffett

Am Vorstandsvorsitzenden der Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway wird Kritik laut.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Warren Buffett gilt als Investment-Guru. Ein jahrzehntelanger Aktionär von Buffetts Konglomerat Berkshire Hathaway bricht jetzt allerdings mit dem „Orakel von Omaha“. David Rolfe, Chief Investment Officer bei Wedgewood Partners, teilte seinen Kunden in einem Brief mit, dass er seine Berkshire-Anteile verkauft hat.

Im ersten Halbjahr hatte Rolfe seine Position bereits reduziert. Jetzt verkaufte der Fondsmanager die 48.000 B-Aktien von Berkshire im Wert von knapp zehn Millionen Dollar.

Rolfes Vorwurf an Buffett: Dieser habe aus den Chancen, die ihm der Bullenmarkt von 2009 bis 2019 geboten habe, zu wenig gemacht. Während die B-Aktie von Berkshire seit dem 9. März um 269 Prozent gestiegen ist, liegt das Plus beim breiter gefassten US-Aktienindex S&P 500 bei 370 Prozent.

Im laufenden Jahr ist Buffetts Bilanz ähnlich schlecht: Seit Jahresbeginn gewann die Berkshire lediglich 1,8 Prozent an Wert. Der S&P 500, der auch die Werte von Berkshire Hathaway umfasst, stieg im selben Jahresanfang um mehr als 18 Prozent an.

Rolfe kritisiert insbesondere, dass es der mittlerweile 89-Jährige Buffett verpasst habe, in Unternehmen wie Mastercard und Visa zu investieren, obwohl er sich in der Zahlungsverkehrsbranche gut auskenne – wie das jahrelange Investment in American Express zeige. Seit März 2009 stieg die Visa-Aktie um 1137 Prozent, Mastercard-Papiere gewannen sogar 1512 Prozent.

Zwar sind Aktien von Mastercard und Visa mittlerweile im Portfolio von Berkshire. Diese machen allerdings nur 1,5 Prozent des Gesamtportfolios aus. Nach Meinung von Rolfe müsste der Anteil bei 15 Prozent liegen.

Mit seiner Investition in Kraft Heinz habe sich Buffett dagegen verkalkuliert, kritisiert Rolfe. Buffetts Beteiligungsgesellschaft ist mit knapp 27 Prozent der größte Einzelinvestor beim nach eigenen Angaben fünftgrößten Lebensmittelhersteller. Knapp 326 Millionen Aktien hält Berkshire aktuell, in den Büchern werden diese noch mit 13,5 Milliarden US-Dollar bewertet. Der derzeitige Wert beträgt aber nach den jüngsten Kursverlusten nur noch gut acht Milliarden Dollar.

Kritisch sieht Rolfe auch die gewaltigen Cash-Reserven von Berkshire. Diese lagen am Ende des zweiten Quartals beim Rekordwert von 122 Milliarden Dollar. Das liegt daran, dass Buffett seit Jahren auf der Suche nach großen Übernahmen ist – bislang erfolglos. In Zeiten, in denen die Bewertungen „in den Himmel ragen“, wie er im Mai auf der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway kritisierte, wolle er einfach nicht zuschlagen.

Was Rolfe in seinem Brief allerdings nicht schreibt: Auch er performte am Bullenmarkt schwächer als der S&P 500. Die durchschnittliche jährliche Rendite seines Fonds betrug abzüglich Gebühren in den vergangenen zehn Jahren bis zum zweiten Quartal 13,6 Prozent. In dieser Zeit erzielte der S&P 500 eine durchschnittliche Rendite von 14,7 Prozent. Das geht aus einem Factsheet hervor, das auf der Website von Wedgewood Partners zu finden ist. Der Nachrichtensender CNBC hatte zuerst darüber berichtet.

Mehr: Die Partnerschaft mit 3G sollte für Berkshire Hathaway ein profitabler Umweg zu neuen Deals sein. Doch die Strategie wird wohl vorerst nicht aufgehen.

Startseite

Mehr zu: David Rolfe - Langjähriger Berkshire-Aktionär wendet sich von Warren Buffett ab

0 Kommentare zu "David Rolfe: Langjähriger Berkshire-Aktionär wendet sich von Warren Buffett ab"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.