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Dax-Konzern Erste Großbank rät zum Verkauf der Wirecard-Aktie

Analysten halten bislang der Wirecard-Aktie mehrheitlich die Treue. Die Citi schert nun aus – und schickt das Papier des Dax-Konzerns auf Talfahrt.
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Das Unternehmen leidet unter Attacken von Spekulanten – nun kommt die erste substanzielle Kritik. Quelle: dpa
Wirecard

Das Unternehmen leidet unter Attacken von Spekulanten – nun kommt die erste substanzielle Kritik.

(Foto: dpa)

MünchenBislang konnte sich Wirecard des Wohlwollens der großen Banken und Analysehäuser sicher sein. Egal, ob HSBC, UBS, Goldman Sachs oder Barclays. Sie alle bestätigten seit den ersten Vorwürfen um Kontomanipulation und Betrug ihre positive Einschätzung über den Zahlungsdienstleister.

Mit der Citi ist nun erstmals ein bedeutendes Haus auf kritische Distanz gegangen. Analyst Josh Levin hat seine im Vergleich zu vielen Kollegen zuvor bereits kritische Bewertung noch einmal deutlich verschärft.

Statt die Aktie des Dax-Neulings zu halten, rät er nun offen zum Verkauf. Sein Kursziel für die Aktie hat er dazu von 144 Euro auf 100 Euro zurückgenommen. Nach einem neuerlichen Verlust von teilweise mehr als neun Prozent am Freitag notierte die Aktie mit weniger als 105 Euro bereits ganz in der Nähe von Levins Schätzung.

Wegen der noch immer offenen Vorwürfe um finanzielle Unregelmäßigkeiten in Fernost seien negative Schlagzeilen in nächster Zeit wahrscheinlicher als positive Nachrichten, schrieb der Analyst zur Begründung. Auch sei mit einer schnellen Aufklärung nicht zu rechnen. Und wörtlich: „Unserer Ansicht nach bedingt die Art der Vorwürfe, die Komplexität des Falls und der bislang berichtete Erfolg bei der Aufklärung, dass es sehr wahrscheinlich länger dauern wird, diese Vorwürfe auszuräumen als der Markt momentan annimmt“.

Oder anders ausgedrückt: Die Unklarheit darüber, was bei Wirecard in Asien tatsächlich im vergangenen Jahr passiert und möglicherweise noch im Verborgenen liegt, wird weiter anhalten. Und damit auch die Phase extremer Kursausschläge nach oben wie nach unten. So wie es seit mittlerweile über sechs Wochen der Fall ist.

Bislang waren viele am Markt davon ausgegangen, dass mit dem Abschlussbericht der Kanzlei Rajah & Tann der seit Ende Januar schwelende Fall weitgehend abgeschlossen sein könnte. Dem Unternehmen zufolge soll der Bericht „in Kürze“ vorliegen. Experten rechnen möglicherweise in der kommenden Woche damit.

In einer kurzen Stellungnahme hatte die Kanzlei Anfang Februar erklärt, man habe bislang kein kriminelles Fehlverhalten von Mitarbeitern oder Vorständen feststellen können. Im Mai vergangenen Jahres hatte Rajah & Tann allerdings in einem vorläufigen Dossier über etliche Unregelmäßigkeiten zu Buchungsposten berichtet. Umso gespannter sind die Märkte jetzt auf das endgültige Ergebnis. Eine Untersuchung der internen Compliance-Abteilung hatte im vergangenen Jahr ergeben, dass die Vorwürfe unbegründet sind.

Die meisten Banken blicken aufs Wachstum

Aber auch nach dem Abschlussbericht der Kanzlei dürften die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft in Singapur zu den Vorfällen weitergehen. Die Beamten dort hatten zuletzt dreimal die Geschäftsräume von Wirecard durchsucht. Die auf Wirtschaftskriminalität spezialisierte Einheit ermittelt gegen Wirecard und mehrere Tochtergesellschaften unter anderen wegen Geldwäsche und Dokumentenfälschung. Am Freitag berichtete das Handelsblatt, dass neben Gesellschaften in Hongkong, Malaysia, Indonesien und den Philippinen auch in Indien ermittelt wird.

Im Gegensatz zu Citi-Analyst Josh Levin steht bei den meisten seiner Kollegen derzeit noch die geschäftliche Entwicklung bei Wirecard in ihrer Bewertung ganz vorne. Wegen der enormen Wachstumschancen, die dem Geschäft mit dem bargeldlosen Bezahlen in den kommenden Jahren zugebilligt werden, raten die meisten noch zum Kauf der Wirecard-Aktie.

So wie auch Hannes Leitner von der Schweizer Großbank UBS. Er schrieb in einer Kurzeinschätzung in der vergangenen Woche von einem Treffen mit dem Management, wo es um Fragen der künftigen Strategie ging. Demnach sei die Zusammenarbeit zwischen Wirecard und der französischen Großbank Credit Agricole sehr gut angelaufen. Weitere ähnliche Kooperationen könnten folgen.

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