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Dekabank Sparkassen bremsen ihren Präsidenten Schleweis bei Chefsuche für die Dekabank aus

Helmut Schleweis wollte den Deka-Vize Georg Stocker zum neuen Chef der Dekabank machen. Aber andere Sparkassenfunktionäre hinderten ihn daran.
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Der Sparkassenpräsident musste einen offenen Auswahlprozess für den Deka-Chefposten starten. Quelle: fotograf@thomas-hauss.de Thomas Hauss für Handelsblatt
Helmut Schleweis

Der Sparkassenpräsident musste einen offenen Auswahlprozess für den Deka-Chefposten starten.

(Foto:&#[email protected] Thomas Hauss für Handelsblatt)

FrankfurtWenn die deutschen Sparkassen am Mittwoch die Bilanz für das vergangene Jahr präsentieren, bietet ihr Fondsdienstleister Dekabank die Kulisse dafür. Dort, ganz oben im Hochhaus Trianon, wird Helmut Schleweis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) über das Geschäft 2018 berichteten.

Die DSGV-Pressekonferenz findet jedes Jahr bei der Dekabank statt. Doch dieses Jahr dürfte der oberste Sparkässler den Veranstaltungsort mit gemischten Gefühlen betreten.

Denn bei der Suche nach einem neuen Deka-Chef musste Schleweis nach Handelsblatt-Informationen eine empfindliche Schlappe hinnehmen: Der 64-Jährige, der auch den Verwaltungsrat der Deka leitet, wollte deren Vizechef, Georg Stocker, zum neuen Vorstandsvorsitzenden küren. Dabei traf er Finanzkreisen zufolge jedoch auf Widerstand mehrerer Verwaltungsratsmitglieder.

Teile des Kontrollgremiums drängten darauf, eine offene Nachfolgesuche mit externen Kandidaten für den scheidenden Deka-Chef Michael Rüdiger zu starten, wie mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen dem Handelsblatt sagten. „Es geht bei der Deka um eine bedeutende Stelle“, sagte einer der Insider. Dafür sei ein echter Auswahlprozess nötig. Der DSGV und die Deka wollten sich dazu nicht äußern.

Dass Schleweis bei der Wahl eines neuen Deka-Chefs ausgebremst wurde, werten manche im öffentlich-rechtlichen Sektor als Warnschuss für den seit Anfang 2018 amtierenden DSGV-Präsidenten. Die regionalen Sparkassenchefs hätten damit deutlich gemacht, dass Schleweis wichtige Dinge nicht allein entscheiden könne.

Das gelte nicht nur für die Deka, sondern auch für die Pläne für eine Sparkassenzentralbank. Hier haben sich manche in der Organisation von Schleweis mehr Zurückhaltung gewünscht, andere mehr Durchsetzungsfähigkeit.

Schleweis hatte 2018 vorgeschlagen, dass sich in einem ersten Schritt die Landesbanken NordLB und Helaba zusammentun. Anschließend sollte das fusionierte Institut dann mit der Deka, der Landesbank Baden-Württemberg und dem Immobilienfinanzierer Berlin Hyp verschmelzen.

Gescheiterte Fusionsgespräche

Allerdings scheiterten kurz vor Weihnachten Fusionsgespräche zwischen NordLB und Helaba. Die NordLB wird nun durch das Land Niedersachsen, den Mehrheitseigner, und die Sparkassen-Finanzgruppe gerettet. Die Auffanglösung sieht eine Kapitalspritze von rund 3,5 Milliarden Euro vor, davon sollen gut 1,1 Milliarden Euro von Sparkassen und Landesbanken kommen.

Dass bei der NordLB-Rettung die gesamte Sparkassen-Finanzgruppe an Bord ist, gilt dennoch als Chance, auf diesem Wege eine Konsolidierung der Spitzeninstitute voranzutreiben. Und dabei wird es auch auf die Deka ankommen, die im öffentlich-rechtlichen Bankenlager eine besondere Stellung innehat: Anders als bei den Landesbanken sind an dem Fondsanbieter nur die Sparkassen über ihre regionalen Verbände beteiligt.

Die Deka verwaltet viel Geld – 288 Milliarden Euro – für die Sparkassen sowie deren Kunden, aber auch für externe Investoren wie Pensionskassen. Seit Rüdigers Amtsantritt als Vorstandschef Ende 2012 hat die Gesellschaft den Vertrieb von Fonds ausgebaut und zusehends auch Investmentzertifikate verkauft.

Anfang Dezember teilte die Deka mit, dass Rüdiger im Laufe dieses Jahres das Haus verlassen werde – auf eigenen Wunsch und aus „Gründen der persönlichen Lebensplanung“. In der Sparkassenorganisation betrachten das viele als Verlust.

Es wird erwartet, dass der 54-Jährige künftig weitere Aufsichtsratsmandate übernimmt. Dass Rüdiger, der zuvor bei der Schweizer Großbank Credit Suisse das Zentraleuropa-Geschäft geleitet hatte, zur Deka wechselte, galt als als Coup des damaligen Sparkassenpräsidenten Georg Fahrenschon.

Entscheidung im April?

Dass sich Schleweis vor seiner Festlegung auf Stocker nicht mit den anderen Verwaltungsratsmitgliedern abgestimmt hat, finden manche Beteiligte unglücklich. Die Aufforderung zu einer externen Kandidatensuche habe er jedoch „sportlich“ aufgenommen.

Beauftragt wurde damit eine Personalberaterin. Welche Kandidaten auf ihrer Liste stehen, ist in der Sparkassen-Gruppe bisher aber ein gut gehütetes Geheimnis. Insider halten es für denkbar, dass die Namen erst auf der nächsten Verwaltungsratssitzung der Deka Anfang April präsentiert wird.

Falls dort kein neuer Chef gekürt werden sollte, könnte das als weitere Niederlage für Schleweis gewertet werden. Sein Favorit Stocker hat Insidern zufolge nach wie vor Chancen auf den Chefposten.

Der 54-Jährige ist seit 2012 für den Sparkassenvertrieb zuständig und hat diesen umgekrempelt. So hat die Deka 200 Mitarbeiter eingestellt, die vor Ort in den Sparkassen arbeiten. Dass Sparkassenkunden wieder mehr in Deka-Fonds und -Zertifikaten anlegen, gilt maßgeblich als Stockers Verdienst.

Manch einer in der Sparkassen-Gruppe zweifelt jedoch, ob Stocker das Format hat, bei der Deka im Rahmen einer Konsolidierung des Sektors den Ton anzugeben. Dass die Deka dabei eine Schlüsselrolle spielen würde, ist allen klar.

Sie könnte in einem ersten Schritt mit der Helaba und der Berlin Hyp fusionieren, schlug der Präsident der Sparkassen in Hessen und Thüringen, Gerhard Grandke, vergangene Woche vor.

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