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Depotgeschäft BNP Paribas verliert überraschend Großauftrag der DWS

Die Deutsche-Bank-Tochter überträgt der Großbank doch keine Teile ihres Depotgeschäfts. Es geht um verwaltete Vermögen in Höhe etlicher Milliarden.
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Depotbanken wie BNP verwahren und verwalten Wertpapiere für andere, indem sie etwa Zins- und Dividendenzahlungen der verwahrten Wertpapiere einlösen. Quelle: Reuters
BNP Paribas

Depotbanken wie BNP verwahren und verwalten Wertpapiere für andere, indem sie etwa Zins- und Dividendenzahlungen der verwahrten Wertpapiere einlösen.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Die französische Großbank BNP Paribas hat nach Handelsblatt-Informationen überraschend einen sicher geglaubten Großauftrag der Deutschen-Bank-Tochter DWS verloren. BNP Paribas hatte eigentlich die Fondsadministration sowie Depot- und Verwahrungsdienstleistungen für große Teile der DWS-Fonds übernehmen sollen.

Am vergangenen Mittwoch machte BNP Paribas Finanzkreisen zufolge dann aber intern das Scheitern der Verhandlungen publik. Beide Institute bestätigten die Informationen.

„Nach langen intensiven Verhandlungen und enger Zusammenarbeit haben die DWS und BNP Paribas Securities Services gemeinsam beschlossen, die im Juni 2018 angekündigten Übertragungen der Fondsadministration für aktiv verwaltete Fonds der DWS und der Depot- und Verwahrungsdienstleistungen für Publikumsfonds der DWS in Deutschland und Luxemburg an die BNP Paribas Securities Services nicht weiterzuverfolgen“, sagte ein DWS-Sprecher dem Handelsblatt. Der Deutschlandsprecher von BNP Paribas schloss sich der Aussage an.

80 Mitarbeiter bleiben nun

Für die Franzosen, die im Wertpapierdepotgeschäft in Deutschland Marktführer sind, ist das eine empfindliche Niederlage. Schließlich umfasste das Mandat Serviceleistungen für verwaltetes Vermögen im Umfang von 240 Milliarden Euro.

Die Fondsadministration – etwa die Fondsbuchhaltung oder die Erstellung von Fondsberichten – hätte Ende 2018 an BNP übergehen sollen. Die Franzosen hätten dabei auch rund 80 DWS-Mitarbeiter übernehmen sollen, die das bisher erledigten. Diese Mitarbeiter bleiben nun bei der DWS.

Das Depot- und Verwahrungsmandat, mit dem BNP die Betreuung von etwa 400 aktiven Publikumsfonds in Deutschland und Luxemburg mit Vermögenswerten von 182 Milliarden Euro übernehmen sollte, war für 2019 geplant. Dieses Mandat war allein schon deshalb attraktiv, weil bislang der US-Anbieter State Street, der wichtigste BNP-Rivale auf dem Gebiet, die Verwahrstelle dieser DWS-Fonds ist – und das nun auch bleibt.

Depotbanken wie BNP und State Street verwahren und verwalten Wertpapiere für andere, indem sie etwa Zins- und Dividendenzahlungen der verwahrten Wertpapiere einlösen. BNP Paribas ist in Deutschland Marktführer, gefolgt von State Street. Mit dem DWS-Mandat hätte BNP seinen Vorsprung ausbauen können. Die Margen dieses Geschäftsfelds sind gering, Größenvorteile deshalb wichtig.

Keine der beiden Parteien konkretisierte, woran die Gespräche letztlich scheiterten. Die Verhandlungen waren Finanzkreisen zufolge mehrfach in die Verlängerung gegangen. Die DWS und BNP Paribas würden ihre gute Geschäftsbeziehung fortführen, teilte die DWS nur mit. Das Depotgeschäft bleibt nun bei State Street.

Alle Optionen sind offen

Wie die DWS dagegen mit der Fondsadministration verfährt, ist unklar. Die DWS wollte diese Verwaltungsaufgaben – nicht die Fonds selbst – auslagern, um Geld zu sparen. Solche Hintergrundarbeiten können Spezialanbieter oft günstiger und effizienter erledigen, weil sie diese Routineaufgaben für viele Kunden erledigen.

„Das Führungsteam der DWS wird weiterhin alle Optionen prüfen, die betriebliche Effizienz weiter zu erhöhen“, sagte ein DWS-Sprecher nur.

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