Details zur Kapitalerhöhung 555.555.556 frische Commerzbank-Aktien

Die Commerzbank hat Details zur Kapitalerhöhung veröffentlicht. Für jeweils 21 Aktien erhalten Aktionäre das Recht, 20 neue Aktien zu erwerben. Das frische Kapital soll helfen, den Staat aus dem Unternehmen zu drängen.
Update: 14.05.2013 - 19:56 Uhr 17 Kommentare
Commerzbank-Chef Martin Blessing besorgt frisches Kapital. Quelle: Reuters

Commerzbank-Chef Martin Blessing besorgt frisches Kapital.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf/FrankfurtWie Blei lastet die Stille Einlage der Bundesregierung auf der Commerzbank. Hohe Zinsen sind fällig, wenn die Bank Gewinn macht. Mit der Kapitalerhöhung will die Bank die Einlage in Höhe von 1,6 Milliarden Euro ablösen, der Bund bleibt dann als Großaktionär bei dem Institut engagiert. Auch eine Einlage in Höhe von 750 Millionen Euro der Allianz wird die Commerzbank ablösen. Insgesamt sollen 2,5 Milliarden Euro in die Kasse kommen.

Am Dienstagmorgen hat die Commerzbank mitgeteilt, dass es 555.555.556 frische Aktien geben wird zum Bezugspreis von 4,50 Euro. Das ist weniger als die Hälfte des aktuellen Kurses. Die Aktionäre erhalten Bezugsrechte für die neuen Aktien im Verhältnis von 21 zu 20. Für jeweils 21 Aktien im Depot können 20 neue Anteile erworben werden. Die Bezugsrechte können von Mittwoch bis zum 24. Mai gehandelt werden. Die frischen Commerzbank-Aktien sollen dann ab dem 29. Mai in den Handel einbezogen werden können.

Vorbörslich fiel die Aktie am Dienstag um mehr als 30 Cent auf 9,60 Euro. Die Kapitalquote nach den künftig geltenden Basel-III-Regeln wird nach der Transaktion von 7,5 Prozent auf 8,4 Prozent steigen. Die Deutsche Bank hatte jüngst ihre entsprechende Quote durch eine Kapitalerhöhung auf 9,5 Prozent gesteigert.

Der Abschlag auf den sogenannten TERP (Theoretical ex-rights price), den derzeitigen Börsenkurs abzüglich des Preises für die Bezugsrechte, beträgt damit gut 38 Prozent. Dieser liegt damit etwas höher als zuletzt kolportiert.

Zu Beginn der Zeichnungsfrist wirft der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin Commerzbank-Aktien ohne Bezugsrecht für 625 Millionen Euro auf den Markt, damit er bei der Kapitalerhöhung kein frisches Geld mehr in die Hand nehmen muss. Seine Beteiligung an der Commerzbank sinkt damit - erstmals seit dem Einstieg - auf gut 17 Prozent von 25 Prozent. Der Soffin gibt damit seine Sperrminorität auf.

Die Platzierung der Aktien der Aktien hat am Dienstagabend begonnen und werde voraussichtlich am Mittwoch abgeschlossen, so die Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA). Der Preis für dieses Paket soll leicht unter dem Kurs liegen, auf den sich die Commerzbank-Aktie - ohne Bezugsrecht - nach dem Start der Kapitalerhöhung rechnerisch einpendeln dürfte. Zum Schlusskurs vom Montag wären das knapp 7,30 Euro. Die Bezugsrechte, die bis 24. Mai auch an der Börse gehandelt werden können, haben - vergleichbar mit einem Rabattgutschein - einen Wert von 2,65 Euro.

Begleitet wird die Kapitalerhöhung von der Deutschen Bank, der Commerzbank selbst sowie von Citi und HSBC. Sie haben auch das Risiko für den Fall übernommen, dass sich nicht alle Aktien verkaufen lassen. Commerzbank-Chef Martin Blessing erhofft sich vom „Einstieg in den Ausstieg“ des Staates eine „Normalisierung“ der Aktionärsstruktur. Die Commerzbank solle endlich wieder „eine normale Bank mit einem größeren Aktionär“ werden, hatte er seine Beweggründe zur überraschenden Ankündigung der Kapitalerhöhung erklärt. Die Commerzbank spare mit der Rückzahlung der Hilfen zudem 200 Millionen Euro im Jahr, die dann für Dividenden zur Verfügung stünden.

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17 Kommentare zu "Details zur Kapitalerhöhung: 555.555.556 frische Commerzbank-Aktien"

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  • Blessing for president

  • Wenn Sie 12 Bezugsrechte zu ihren aus den 9 Altaktien
    dazukaufen, dann haben Sie 21 Bezugsrechte und können
    20 neue Aktien zu 4,50 dazukaufen.
    Die neuen Aktien werden normalerweise nach einem Jahr Altaktien.

  • Stimmt! Ich versteh so einiges nicht, da ich zu der Sorte Leute gehöre, die sich irgendwann einmal Aktien ins Depot legten und sich jedes Jahr über die Dividende freuen. So wurden per 30.4. 90 CoBank (WKN803200) ausgebucht und dafür 9 (CBK 100) eingebucht. Selbst, wenn ich wollte, könnte ich nun für 20 keine neuen 21 Stück zum sog. Vorzugspreis ordern. Kann mir einer mal kurz diese Politik erklären?

  • Bitte Zeitung lesen!
    Die Aktienmehrheiten liegen bei den Hedge-Fonds und die versuchen wegen ihrer Leerverkäufe den Kurs mit allen Mittel zu drücken, um sich anschließend mit billigen Aktien wieder einzudecken.
    Der augenblickliche Kurs ist mit gesundem Menschenverstand nicht zu erklären. Geduld und abwarten! Vielleicht kann man am Ende noch ein Schnäppchen machen. Die Zinsen für das Ausleihen der CBK-Aktien ist enorm gestiegen!

  • Toll gemacht Herr Blessing.
    Eigentlich sind es 5 Milliarden Aktien zum Preis von 0.45 Euro/Aktie.
    Sie zerstören den Wert dieser Bank seit Jahren, niemand mehr glaubt an Sie. Es wird Zeit, den Hut abzunehmen und von der Bühne wegzugehen. Aber die Managementlöhne sind so was von lecker, man schafft es einfach nicht, wegzugehen, oder?

  • Vor nicht mal einem Monat stand die Aktie bei knapp 1€.
    Jetzt kann man Anteile zu 4,5 € kaufen. Also ist die Aktie doch teurer. Wo ist das ein Vorzugspreis?

  • Es ist wie immer ein völliges Rätsel, wie wir Kleinaktionäre stets nur Lämminge sind und richtig viel echtes Geld verlieren. Herr Blässing hat aus der 2. größten Bank Deutschlands nichts anderes gemacht als ein Groschengrad der Kleinaktionäre und ein richtig gutes Geschäftsmodell für Hedgefonds, die auf den Totalverlust wetten.

    Das Management ist eine völlige Katastrophe. Schade nur, dass dies offensichtlich keinen der davon profitiert interessiert.

  • Wie kann man nur von frischen Commerzbankaktien sprechen?

    Das ist genau derselbe Sondermüll wie vorher, nur noch etwas toxischer als vorher!

  • Mir tut es Leid um die vielen Angestellten, die jeden Tag Ihren Job machen, Exsistenzängste haben und sich mit diesem Arbeitgeber nicht mehr identifizieren können.
    Die Herren Blesssing und Müller haben das Vertrauen der Anleger mißbraucht und noch viel schlimmer keinerlei Rückendeckung mehr durch die Belegschaft. Da können auch noch so viele St. Gallen Berater Seilschaften durchs Haus geschleust werden, eigene Mitarbeiter(innen) für teure Werbekampagnen durchs Bild gescheucht werden.
    Die Substanz verloren und wer denkt das sei ein guter Zeitpunkt einzusteigen, sollte bei den Hedgefonds anheuern.
    Die CoBa ist die BadBank unserer Politiker!

  • So sieht Banken-Wirtschaft im Sozialismus aus. CoBa ist die Hure des Staates geworden. Kauft jeden Anleihe-Dreck, verzichtet dann darauf (Schuldenschnitt) und dann wir auf der CoBa von den Medien eingedroschen, weil sie Verluste macht.

    Eigentlich ist die CoBa nur eine Drehscheibe zum Weitergeben der Steuergelder an die Südländer, gleichzeitig werden aber die Eigner (Aktieninhaber) massiv geschröpft und hintergangen von CoBa und vom Staat (SOFFIN, Schäuble). Das ist "Finanzwirtschaft im Sozialismus". Reine Willkür-Wirtschaft. Ende von Fundamental-Bewertung und Chart-Technik. Die Zentralbanken und die Politik bestimmen die "tägliche Stimmung und Bewertung" nach Kassenlage und pressen die Anleger aus.

    "Wer will noch mal, wer hat noch nicht ?"

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