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Deutsche Bank Aufstockung der Deutsche-Bank-Anteile – Investoren aus Katar fühlen bei Bafin vor

Der Golfstaat hat Interesse, seinen Anteil an der Deutschen Bank aufzustocken. Investoren haben bei der Bafin nachgefragt, wie sie dies beurteilen würde.
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Bereitet der Finanzvorstand die Anleger vorsichtig auf enttäuschende Zahlen vor? Quelle: Reuters
Deutsche Bank

Bereitet der Finanzvorstand die Anleger vorsichtig auf enttäuschende Zahlen vor?

(Foto: Reuters)

FrankfurtDie massiven Kursverluste der Deutschen Bank in diesem Jahr können das Emirat Katar offenbar nicht schrecken. Der Golfstaat hat Interesse, seinen Anteil an dem Geldhaus aufzustocken. Nach Informationen des Handelsblatts haben Investoren aus Katar bereits bei der deutschen Finanzaufsicht Bafin vorgefühlt, wie eine Beteiligung des Staatsfonds Qatar Investment Authority (QIA) bewertet würde.

Das zeigt, dass das Interesse ernst ist. Die Bafin kommentierte das nicht. Eine Anfrage bei der QIA blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Hintergrund für den Vorstoß ist die Sorge der katarischen Investoren vor einem sogenannten Inhaberkontrollverfahren. Wenn Investoren mehr als zehn Prozent an einer Bank in der Euro-Zone erwerben wollen, müssen sie sich von der Bankenaufsicht gründlich durchleuchten lassen.

Dabei geht es darum, ob die Käufer einer maßgeblichen Bankbeteiligung als finanziell stabil und zuverlässig eingestuft werden. Die Bankenaufseher dürfen eine so hohe Beteiligung sogar untersagen, wenn die Prüfung negativ ausfällt. Im Fall von Katar ist die Höhe der Beteiligung bei der Deutschen Bank auch eine Frage der Sichtweise: Der Staatsfonds QIA selbst ist bislang kein Anteilseigner des Frankfurter Geldhauses.

Allerdings zählen Mitglieder der Herrscherfamilie Al-Thani bereits über die beiden Fonds Paramount Services Holdings und Supreme Universal Holdings mit offiziell mindestens 6,1 Prozent zu den größten Aktionären des Instituts. Rechnet man Derivatekonstruktionen dazu, kontrollieren die Al-Thanis Insidern zufolge sogar knapp zehn Prozent der Stimmrechte.

Würde nun auch die QIA bei der Deutschen Bank einsteigen und kämen die Aufseher zu dem Schluss, dass sich der Staatsfonds mit den beiden Holdings Paramount und Supreme Universal abstimmt, dann zöge das eine solche Inhaberprüfung der beteiligten Vehikel nach sich. Das dürften die katarischen Investoren vermeiden wollen.

Am vergangenen Wochenende hatte Yousuf Mohamed al-Jaida, Vorstandschef des staatlichen Qatar Financial Center (QFC), dem Handelsblatt gesagt, „wir werden in Deutschland in eine große Finanzinstitution investieren“. Dabei handele es sich um ein Unternehmen, an dem das Emirat bereits beteiligt sei.

Das sei am Rande des Doha-Forums besprochen worden. Beides deutet auf die Deutsche Bank hin, da Vorstandschef Christian Sewing als einziger Topmanager eines deutschen Konzerns am Doha-Forum teilgenommen hatte. Eine QFC-Sprecherin sagte am Montag, diese Schlussfolgerung basiere „ausschließlich auf unbegründeten Annahmen und nicht auf Fakten oder einer direkten Stellungnahme“.

Vom Handelsblatt kontaktierte Insider bekräftigten, dass es Kontakte zwischen Katar und der Aufsicht wegen der Deutschen Bank gegeben habe. Katar sei an einer Aufstockung seiner Anteile an dem größten heimischen Geldhaus interessiert, hieß es. Dem Aktienkurs des Instituts half die Aussicht auf einen mächtigen Großinvestor nur vorübergehend.

Nach einem kurzen Anstieg rutschte die Notierung um gut zwei Prozent ins Minus. Dazu dürften auch rätselhafte Äußerungen von Finanzvorstand James von Moltke beigetragen haben. Der Deutsche-Bank-Manager betonte gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg, die Geldwäsche-Razzia bei der Bank Ende November „hat uns auf der Umsatzseite nicht geholfen, vor allem in einem schwachen Marktumfeld, wie wir es im Dezember gesehen hatten“.

Das klang fast so, als bereite die Deutsche Bank ihre Anleger einmal mehr auf enttäuschende Quartalszahlen vor. Zugleich schob von Moltke aber relativierend hinterher: „Wir rechnen damit, dass diese negativen Effekte sich bald wieder legen, da die ersten Marktreaktionen übertrieben waren.“

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