Deutsche-Bank-Chef John Cryan zufrieden mit Kapitalerhöhung

Deutsche-Bank-Chef John Cryan zeigt sich zufrieden mit der Kapitalerhöhung über acht Milliarden Euro. Zusammenschlüsse mit anderen europäischen Banken kämen für die Deutsche Bank derzeit nicht in Frage.
Update: 06.04.2017 - 13:32 Uhr Kommentieren
„Wir haben viele andere Dinge zu tun“, sagt der Chef der Deutschen Bank zum Thema Fusionen. Quelle: Reuters
John Cryan

„Wir haben viele andere Dinge zu tun“, sagt der Chef der Deutschen Bank zum Thema Fusionen.

(Foto: Reuters)

BerlinDeutsche-Bank-Chef John Cryan hält sich bedeckt zur Kapitalerhöhung über acht Milliarden Euro. „Wir sind zufrieden damit“, sagte er zwar am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters auf dem Bankentag in Berlin. Weitere Details ließ er sich aber nicht entlocken. Die Zeichnungsfrist endet im Laufe des Tages.

Die Deutsche Bank will mit der Erhöhung des Grundkapitals um fast 50 Prozent die Debatte um eine zu dünne Kapitaldecke beenden. Mit den acht Milliarden Euro steigt ihre harte Kernkapitalquote von knapp zwölf auf mehr als 14 Prozent. Das ist mehr als die meisten europäischen Banken aufweisen können.

Cryan hat darüber hinaus derzeit keine Zusammenschlüsse mit anderen europäischen Banken im Visier. „Die Deutsche Bank denkt nicht darüber nach“, sagte Cryan auf eine entsprechende Frage. „Wir haben viele andere Dinge zu tun.“

So gefährlich sind die größten Banken der Welt
Klasse 1 – UBS, Santander, Royal Bank of Scotland
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Der Finanzstabilitätsrat teilt die Banken in fünf Klassen ein. In der ersten Klasse befinden sich laut der vorgesellten Liste 17 Banken, die nicht als besonders systemrelevant gelten – das ist eine weniger als im Vorjahr. Diese Banken müssen ein Prozent mehr Kapital zusätzlich zu der erforderlichen Eigenkapitalquote vorhalten. Unter diesen für das System vergleichsweise nicht besonders gefährlichen Banken befinden sich zum Beispiel die Schweizer Großbank UBS, die Société Générale, die Santander, ING Bank, die Royal Bank of Scotland und Bank Morgan Stanley.

Klasse 1 – Standard Chartered
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Welche Konsequenzen der Brexit für die britische Standard Chartered haben wird, ist noch nicht absehbar. Die Bank belegt wie im Vorjahr einen Platz in Klasse 1, die einen Kapitalaufschlag von einem Prozent voraussetzt.

Neu in Klasse 1: Die Credit Suisse.
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Neu in der Klasse 1 ist die US-Bank Credit Suisse, die im Vorjahr noch mehr Kapital vorhalten musste. Jetzt beträgt dieser Zuschlag für das Schweizer Geldhaus nur noch ein Prozent. Sie hat aus Sicht der Regulierer an Relevanz verloren.

Klasse 2 – Barclays
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James Staley, seit Dezember 2015 Chef der britischen Bank Barclays, konnte die Risikoeinstufung des Geldhauses reduzieren. Barclays gehört, wie auch 2016 schon, nur noch der Klasse zwei an. Dort ist ein Kapitalzuschlag von 1,5 Prozent erforderlich.

Klasse 2 – Wells Fargo
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Wells Fargo spielt mit Barclays in einer Liga. Beide gehörten Klasse 2 an, was einen Kapitalzuschlag von 1,5 Prozent bedeutet.

Klasse 2 – Goldman Sachs
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Auch die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs wird als „systemisch“ eingestuft, sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten.

Klasse 2 – Industrial and Commercial Bank of China
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Für genauso systemrelevant halten die Regulierer die Industrial and Commercial Bank of China. Aufschlag auch hier: 1,5 Prozent.

Commerzbank-Chef Martin Zielke sieht das Thema Fusionen leicht anders: Ihm zufolge gibt es auf dem deutschen Bankenmarkt einen großen Bedarf an Zusammenschlüssen und Übernahmen. „Deutschland ist ein overbankter Markt“, sagte er auf dem Deutschen Bankentag. „Hier wird es Konsolidierung geben müssen“.

Deutschland habe einen massiven Konsolidierungsbedarf, der aber innerhalb der drei Säulen des deutschen Bankensystems – also Privatbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken – ablaufen werde.

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