Deutsche-Bank-Fondstochter Deutsche Bank trennt sich von DWS-Chef Moreau

DWS-Chef Nicolas Moreau muss die Fondstochter der Deutschen Bank verlassen, sein Nachfolger wird Asoka Wöhrmann. Auch der Vorstand des Geldhauses wird umgebaut.
Update: 25.10.2018 - 13:49 Uhr Kommentieren
Deutsche Bank trennt sich von DWS-Chef Nicolas Moreau Quelle: Bloomberg/Getty Images
Nicolas Moreau im Handelssaal der Deutschen Börse

Der Chef des Vermögensverwalters DWS steht seit längerem in der Kritik.

(Foto: Bloomberg/Getty Images)

FrankfurtDie Deutsche Bank zieht Konsequenzen aus den Milliardenabflüssen bei ihrer Fondstochter DWS: Vorstandschef Nicolas Moreau, der auch im Vorstand der Deutschen Bank sitzt, muss seinen Posten räumen. Ihm soll Asoka Wöhrmann folgen. Die Deutsche Bank bestätigte entsprechende Informationen des Handelsblatts mittlerweile offiziell. Wöhrmann löse Moreau „mit sofortiger Wirkung“ als Chef der Geschäftsführung der DWS ab, teilte das Institut mit. Moreau wird die Bank zum Jahresende verlassen.

Mit Moreaus Abgang verliert die Fondsgesellschaft auch ihre starke Verankerung im Vorstand der Deutschen Bank: Wöhrmann werde „dauerhaft zum Generalbevollmächtigten berufen“ und berichte in dieser Rolle an Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing, heißt es in der Mitteilung. Das bedeutet, dass das Institut nicht vorhat, Wöhrmann mittelfristig in den Vorstand der Bank zu holen.

Diese Konsequenz war absehbar: Aufsichtsbehörden sehen es aufgrund der damit verbundenen Interessenskonflikte nicht gerne, wenn Manager Vorstand bei mehr als einem Finanzinstitut sind. Dieses Privileg hatte sich Moreau seinerzeit erst erkämpfen müssen, mit seinem Abgang wird es wieder abgeschafft.

Die Personalrochade in der Vermögensverwaltungssparte ist nicht die einzige Veränderung im Vorstand der Deutschen Bank: Frank Kuhnke, Sewings rechte Hand und seit April IT- und Organisationschef des Instituts, rückt zum 1. Januar 2019 in den Vorstand auf. An seinen Zuständigkeiten wird sich nichts ändern. Kuhnke hatte die IT-Vorständin Kim Hammonds abgelöst, musste aber erst noch wie üblich einige Monate auf grünes Licht der Bankenaufseher warten, bevor er in das Führungsgremium aufrücken konnte.

Moreau war vor zwei Jahren vom damaligen Deutsche-Bank-Chef John Cryan geholt worden. Er sollte die DWS an die Börse bringen und für mehr Absatz im Geschäft mit institutionellen Kunden sorgen. Während der Börsengang in diesem Frühjahr noch mit Ach und Krach glückte – sieht man einmal von den Kursverlusten seit Beginn der Notierung ab -, ist Moreaus Bilanz im institutionellen Geschäft weit weniger schmeichelhaft. Seit Jahresbeginn haben Kunden unter dem Strich 15,2 Milliarden Euro an Kundengeldern abgezogen. Vor allem Abflüsse im institutionellen Bereich sind dafür verantwortlich.

Wie schwierig die Position Moreaus in der Bank zuletzt war, zeigte auch das Gerangel um seine Vertragsverlängerung: Ursprünglich hatte die Bank angekündigt, über seinen Deutsche-Bank-Vertrag sowie den von seinen Vorstandskollegen Garth Ritchie und Werner Steinmüller auf der dieswöchigen Aufsichtsratssitzung zu diskutieren. Letztlich wurde der Vertrag von Ritchie dann bereits im September verlängert und die Entscheidung zu Moreau und Steinmüller auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Nun fiel die Entscheidung doch schneller als gedacht.

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