Deutsche Bank Führungskräfte gehen nach Boni-Verringerung

Nach einer Reduzierung ihrer Boni haben mehrere hochrangige Angestellte offenbar der Deutschen Bank den Rücken gekehrt. Mindestens einer wechselte zur Konkurrenz. Insider rechnen mit weiteren Abgängen.
1 Kommentar
Mehrere Führungskräfte haben Deutschlands größtes Geldhaus wegen der Kürzung ihrer Boni offenbar verlassen. Quelle: Reuters
Deutsche Bank

Mehrere Führungskräfte haben Deutschlands größtes Geldhaus wegen der Kürzung ihrer Boni offenbar verlassen.

(Foto: Reuters)

BloombergDie Deutsche Bank, die ihre Bonuszahlungen das zweite Jahr in Folge reduzierte, hat nach Auszahlung aufgeschobener Vergütungen aus den Vorjahren mehrere leitende Angestellte verloren.

Mindestens drei Manager – Kevin Burke, Neil Hosie und Patrick Kelly – verließen die Handelssparte der Bank in Asien. Ein Manager, Holger Knittel, nahm eine neue Stelle in Frankfurt bei Citigroup an. Nach Aussage von zwei mit dem Vorgang vertrauten Personen hat die Deutsche Bank im vergangenen Monat aufgeschobene Vergütungen ausgezahlt.

Europas größte Investmentbank hatte im Januar die Bonuszahlungen für ihre Top-Manager gestrichen und die variable Vergütung für andere hochrangige Angestellte verringert, während der Vorstandsvorsitzende John Cryan die von Rechtsstreitigkeiten ausgehöhlten Kapitalpuffer der Bank zu stärken versucht. Die fehlende Klarheit über die Vergütung dürfte es der Bank erschweren, Talente zu halten, sagten Personen aus dem Umfeld der Bank. Das volle Ausmaß werde wahrscheinlich in diesem Monat sichtbar werden, verlautete aus den Kreisen. Christian Streckert, Sprecher der Bank, lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Kapitalerhöhungen der Deutschen Bank
April 1999
1 von 7

Um den Erwerb der US-Investmentbank „Bankers Trust“ zu finanzieren, griff der damalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Rolf-Ernst Breuer zu einer Kapitalerhöhung von 3,3 Milliarden Euro. Dabei wurden etwa 80 Millionen Aktien ausgegeben.

September 2008
2 von 7

Ab 2002 übernahm der Schweizer Josef Ackermann das Steuer bei der Deutschen Bank. Im September 2008 übernahm die Deutsche Bank 29,75 Prozent an der Deutsche Postbank AG. Um dies zu finanzieren, platzierte die Deutsche Bank insgesamt 40 Millionen Namensaktien bei den institutionellen Anlegern. Der Bruttoemissionserlös belief sich damals auf rund 2,2 Milliarden Euro.

März 2009
3 von 7

Bereits sechs Monate nach der letzten Kapitalerhöhung gab die Deutsche Bank im März 2009 etwa 50 Millionen neue Aktien aus – im Wert von 958 Millionen Euro. Diese erneute Kapitalerhöhung diente weiterhin der Finanzierung der Übernahme einer Minderheitsbeteiligung an der Deutsche Postbank AG.

Oktober 2010
4 von 7

Insgesamt drei große Kapitalerhöhungen gehen auf das Konto von Vorstandschef Josef Ackermann. Im Oktober 2010 wurden 308,6 Millionen neue Stückaktien ausgegeben, weshalb sich das Grundkapital der Deutschen Bank um 790 Millionen auf knapp 2,4 Milliarden Euro erhöhte. Der Bruttoemissionserlös betrug 10,2 Milliarden Euro. Grund dieser Kapitalerhöhung war weiterhin die Postbank. Sie sollte konsolidiert werden, außerdem sollte die Kapitalbasis der Deutschen Bank generell gestärkt werden.

April 2013
5 von 7

Im April 2013 war nicht mehr Josef Ackermann Vorstandschef der Deutschen Bank, sondern Jürgen Fitschen (r.) und Anshu Jain steuerten die Geschicke der Bank. Es wurden 90 Millionen neue Aktien bei den Anlegern platziert, wodurch sich der Bruttoemissionserlös auf 2,96 Milliarden Euro belief. Diese Erhöhung diente allein der Stärkung des Eigenkapitals.

Juni 2014
6 von 7

Das Duo Jain und Fitschen verantwortete im Juni 2014 eine weitere, große Kapitalerhöhung der Deutschen Bank. Die Anzahl der ausgegebenen Stammaktien erhöhte sich um 359,8 Millionen. Der Brutto-Emissionserlös belief sich auf 8,5 Milliarden Euro. Die Doppelspitze war noch bis 2015 im Amt, seit 2016 leitet John Cryan die Geschicke der Deutschen Bank.

März 2017
7 von 7

Vorstandschef John Cryan plant aktuell eine Kapitalerhöhung in Höhe von acht Milliarden Euro. Die Deutsche Bank brauche das Geld, um die künftigen Anforderungen der Aufseher zu erfüllen, aber auch, um eine massive Umstrukturierung zu finanzieren. Unter anderem soll die Führungsspitze der Bank neu geordnet werden.

Burke war der in Singapur ansässige Leiter der Institutional Client Group der Deutschen Bank für Verbindlichkeiten in der Region Asien und Australien. Er kam im Januar 2014 von Barclays, wo er weltweiter Leiter Investor Solutions & Funds, Advisory Distribution gewesen war, wie sein LinkedIn-Profil zeigt.

Hosie und Kelly waren Managing Directors im Aktienbereich Asien der Deutschen Bank. Hosie arbeitete seinem LinkedIn-Profil zufolge zuvor rund 13 Jahre lang als Leiter Equity Trading in Asien, Japan und Australien bei der Bank. Knittel war bei der Deutschen Bank Managing Director im Large Cap M&A Team in Deutschland. Bei Citigroup wird er neuer Chef des M&A-Geschäfts in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

  • Bloomberg
Startseite

Mehr zu: Deutsche Bank - Führungskräfte gehen nach Boni-Verringerung

1 Kommentar zu "Deutsche Bank: Führungskräfte gehen nach Boni-Verringerung"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wenn Menschen wegen dem Geld kommen,
    .. dann gehen sie auch wegen dem Geld.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%