Deutsche Bank Josef Ackermann will alles richtig gemacht haben

Wer hat die Deutsche Bank ruiniert? Einer will es auf keinen Fall gewesen sein, Ex-Chef Josef Ackermann. Das sehen einige in der Bank allerdings ganz anders. Der frühere Vorstandsvorsitzende sorgt für Diskussionsstoff.
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Immun gegen jegliche Kritik. Quelle: ap
Josef Ackermann

Immun gegen jegliche Kritik.

(Foto: ap)

FrankfurtEs war ein Schock für Mitarbeiter, Analysten und Investoren. Völlig überraschend meldete die Deutsche Bank am vergangenen Mittwoch Abend, dass sie 2015 einen Rekordverlust von 6,7 Milliarden Euro eingefahren hat. Es war erst das zweite Minus in der langen Geschichte des mächtigsten deutschen Geldhauses. Am nächsten Morgen stürzte die Aktie des Instituts ab und ist jetzt so billig wie seit dem Höhepunkt der Finanzkrise nicht mehr.

Wer ist verantwortlich für die Misere? Der neue Chef John Cryan sieht sich als Sanierer, der die Altlasten aufräumt, die seine Vorgänger hinterlassen haben. Einer davon will aber mit den Problemen der Bank nichts zu tun haben: Josef Ackermann, der das Institut von 2002 bis 2012 führte. In dem Jahrzehnt unter seiner Führung sei die Bank als einzige in Europa in die Spitzengruppe der globalen Investmentbanken vorgestoßen, ohne Staatshilfe durch die Finanzkrise gekommen und habe in den letzten drei Geschäftsjahren vor seinem Ausscheiden rund 15 Milliarden Euro vor Steuern verdient, verteidigt sich der Schweizer gegenüber der „Neuen Zürcher Zeitung“.

Eine blitzsaubere Bilanz also? In der Deutschen Bank sehen einige das Erbe des Vorstandschefs, der das Geldhaus einst auf ein Renditeziel von 25 Prozent einschwor nicht ganz so rosig.

Tatsächlich war es Ackermann, der den Kurs seiner Vorgänger Hilmar Kopper und Rolf Breuer fortsetzte und das Traditionshaus konsequent auf das Investmentbanking ausrichtete – und das mit Erfolg. Das Geldhaus aus dem eher provinziellen Frankfurt schloss zu den großen Vorbildern in London und New York auf. Gleich zwei Mal durfte Ackermann aus den Händen der britischen Prinzessin Anne den Preis als Bank des Jahres der Fachzeitschrift IFR empfangen, eine Art Oscar der Finanzbranche.

„25 Prozent Rendite ist keine Unternehmensphilosophie“
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20 Kommentare zu "Deutsche Bank: Josef Ackermann will alles richtig gemacht haben"

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  • Tja Herr Otto, dazu werden Sie aber keine Möglichkeit haben. Und das ist auch gut so.

  • Die paar Milliarden Euro die Herr Ackermann durch seine ethikfreie Profitmaximierung in den Sand gesetzt hat sind Peanuts gegenüber den ca. 200 Mrd. Euro Steuergelder, die Frau Merkel verschenkt hat, wenn dieses Jahr Griechenland pleite geht.

  • Ackermann hat die Rendite über alles gestellt hat. Dazu war jedes Mittel recht. Was hat es gebracht: Momenterfolge durch unlautere Aktionen, die zu den milliardenschweren Strafzahlungen führten und noch führen. Man kann nur hoffen, dass ihm tief in die Tasche gefasst wird.

  • Herr Otto,

    Auf eine Minderheit der Minderheit mit moralisch erhobenem Finger deuten und letztlich noch unmoralischeres Verhalten ankündigen bzw. gutheissen.
    Sie stehen damit stellvertretend für viele AFDler.
    Es ist immer wieder interessant, wer sich hier wie entlarvt.

    Und nun noch zu Ackermann. Er scheint jeden Blick für die Tatsachen verloren zu haben. Offensichtlich hat er jeglichen Bezug zur Realität verloren. Anders ausgedrückt, die Deutsche Bank hat immens viel Aktionaerskapital vernichtet und ist seit langem Arbeitgeber zahlloser Krimineller. Wer da meint er hatte alles richtig gemacht, weiss entweder nicht wie man ein Unternehmen führt oder schert sich einen Teufel um Recht, Moral und Compliance.
    Das ist das was man heute mit Ackermann in Verbindung bringt.

  • Wenn Ackermann alles richtig gemacht hat, dann frage ich mich, warum die Deutsche Bank so schlecht da steht?

  • Ich lerne daraus, dass ich es auch so machen werde.

  • Ich mag Herrn Ackermann, ein Mann mit Weitsicht und Gespühr für das, was kommt.

    Wenn ich mir das ganze Debakel um die Flüchtlinge ansehe, die besonders in dern Schwimmbädern durch ein Verhalten auffallen, was nicht mal das Niveau eines Straßenköter hat, werde ich es genau so machen, wenn ich die Möglichkweit dazu habe.

    Kasse machen und weg, bevor es raus kommt.

  • @ Frau Bollmohr

    Frau Bollmohr, um Gottes Willen, Leute wie Ackermann zählen sich zwar zu den Eliten - aber sind sie es denn wirklich? Ackermanns erste Amtshandlung war die Teilung der Deutschen Bank. Unter der "Deutschen Bank" wollte er die "Premium Kunden betreuen", das Fußvolk kam in die Bank 24. Nun begreift jeder Lehrling im Bankgeschäft, daß das "Schmalz" der Instute zum gröten Teil aus den Gebühren und Courtagen verdient wird. Das hat Ackermann als Nichtbanker einfach nicht bedacht - soviel zu seinen Fachkenntnissen. Nach dem er die Änderung rückgängig gemacht hatte, holte peppte er das Investmentgeschäft auf, um entsprechende Gewinne einzufahren. Er kaufte auch eine verlustreiche US-Investmentbank, die man schnell wieder abstieß - der Mann war eine einzige Katastrophe. Mit Anshu Jain glaubte er dann den Joker gezogen zu haben. Um es kurz zu machen: Unter Jain refinanzierte die Bank rund 40% der amerik. Subprimes(!!!), entwickelte eigene Investments, die an ihre Kunden und die öffentliche Hand (Kommunen, Städte usw.) verkauft wurden und von denen der BGH sagt, die Kunden hätten nie eine Chance gehabt damit Gewinne zu machen. Das aber ist - wie bei den Subprimes - schlichter Betrug. Mein Gott, sie haben auch ein bißchen bei den Libor und Euribor Sätzen betrogen, Edelmetallkurse manipuliert und und und...

    Sehen so die Geschäfte einer seriösen Bank aus? Diese Bank war einmal Deutschlands Renomierinstitut. Tut mit leid, aber heute sehe ich hier mafiöse Züge. Und der Aufsichtsrat hat - solange nur die Gewinne stimmte - diese "Schweinereien" geduldet und jährlich abgesegnet. Ackermann und Konsorten gehören auf die Anklagebank, aber die entsprechenden Seilschaften haben auch das bestens verhindert.

  • Und vor allem hält er sich für absolut geschützt und juristisch unangreifbar.
    Es wird aber Geschädigte geben, die nicht locker lassen werden, bis er zur Strecke gebracht ist.
    Auch ein Adolf Eichmann glaubte, er könnte sich seiner Verantwortung entziehen. Er wurde eines Besseren belehrt. Das Luxusleben für Ackermann dürfte bald vorbei sein. Dann wird er für den Rest seines Lebens auf der Flucht sein müssen - und immer in Angst, von den Geschädigten erkannt zu werden.

  • @Kersey

    Ich weiß nicht wo Sie das bei mir gelesen haben wollen. Ja man kann was dagegen tun, aber nur wenn man sich des Herdentriebs und der Fehler bewusst ist!

    Und genau das passiert hier nicht, sondern man reflektiert nicht über das Geschehene und sucht sich einzelne die dann schuld sind (und macht selber genauso weiter!) Das ist der Bullshit!

    Das ist zwar menschlich, man kann es sich aber immer wieder ansehen:

    Ende SU. Die alten Kader, die Gorbatschow an die Macht liessen, damit er etwas ändert (die SU stand vor dem Zusammenbruch), wollten halt dann die Änderung nicht, dann haben sie geputscht und bis heute ist in deren Augen Gorbatschow schuld! (Aber niemals der real existierende Sozialismus)

    Dasselbe in der DDR: Der Sozialismus war schon gut, nur Honecker und Mielke haben es halt versaut. Dann wollten sie den demokratischen Sozialismus (ist zwar ein Widerspruch in sich, aber egal...)

    Beim Pilotenspiel der Banken haben alle mitgespielt, die Deutsche Bank wollte bereits 2004 von Schröder Staatshilfe. Er hat abgelehnt aber halt nicht nachgesehen, was sich da zusammenbraut. Das Versteuern der Gelder war halt einfach zu schön... nach dem Ende der Finanzkrise wollten es die Politiker nicht sein, also haben die Banker das Büserkleid angezogen und die Politiker mussten nicht über deren Verantwortung Auskunft geben.

    Draghi wird jetzt auch hochgelobt, es profitieren zu viele davon. Wenn das in den Graben geht... wir wissen wer dann der Schuldige ist... (weil er wahrscheinlich zu wenig Geld gedruckt hat....) alle die das jetzt propagieren, werden aber nie über ihre Rolle nachdenken...

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