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Deutsche Bank Die Details zum Milliardenverlust

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Konzernumbau in vollem Gange
Diese Banken sind groß – und daher gefährlich
Klasse 1
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Der Finanzstabilitätsrat teilt die Banken in fünf Klassen ein. In der ersten Klasse befinden sich laut der vorgesellten Liste 18 Banken, die nicht als besonders systemrelevant gelten – eine mehr als im Vorjahr. Sie müssen nur ein Prozent Kapitalzuschlag vorhalten. Unter diesen nicht besonders gefährlichen Banken befinden sich Geldhäuser wie die Schweizer Großbank UBS, die Société Générale, die Santander, Credit Agricole, die Royal Bank of Scotland und die Bank of China. Neu hinzugekommen in diese Gruppe ist die US-Bank Morgan Stanley, die im Vorjahr noch einen höheren Kapitalpuffer vorhalten musste.

(Foto: ap)
Klasse 2 – Morgan Stanley
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Die amerikanische Großbank Morgan Stanley landet auf Platz 11. Sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten. Seit der weltweiten Finanzkrise konzentriert sich Morgan Stanley stärker auf die Vermögensverwaltung. Damit soll das Geschäft weniger schwankungsanfällig werden.

(Foto: Reuters)
Klasse 2 – Mitsubishi UFJ FG (MUFG)
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Die Mitsubishi UFJ FG (MUFG) muss ebenfalls 1,5 Prozent Kapital als Zuschlag vorhalten. Zu der japanischen Holdinggesellschaft gehört die Bank of Tokyo-Mitsubshi UFJ. Die Bankengruppe gehört im japanischen Leitindex Nikkei neben Toyota, Toshiba und Sony zu den Schwergewichten. Japanische Banken wie die MUFG profitieren derzeit von der extrem expansiven Geldpolitik der japanischen Notenbank. Sie erzielen bessere Ergebnisse als ihre schwächelnden Konkurrenten in Europa.

(Foto: AFP)
Klasse 2 – Goldman Sachs
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Auch die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs wird als „systemisch“ eingestuft, sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten. Im Sommer litt die Bank unter der Flaute an den Märkten. Ein florierendes Beratungsgeschäft bei Fusionen und Übernahmen (M&A) konnte das dritte Quartal nicht retten: Der Nettogewinn brach um mehr als ein Drittel ein.

(Foto: ap)
Klasse 2 – Credit Suisse
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Die zweitgrößte Schweizer Großbank Credit Suisse gilt als gefährlicher als ihr Konkurrent UBS. Der neue Chef der Bank, Tidjane Thiam, baut das angeschlagene Institut derzeit kräftig um. Er kündigte eine Kapitalerhöhung, einen Sparplan und einen Vorstandsumbau an. Aufschlag: 1,5 Prozent.

(Foto: ap)
Klasse 2 – Bank of America
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Das größte Kreditinstitut der USA, die Bank of America, landet auf Platz 7 (Aufschlag: 1,5 Prozent). Die Bank hat die Finanzkrise überstanden und schreibt inzwischen wieder schwarze Zahlen.

(Foto: Reuters)
Klasse 3 – Deutsche Bank
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Die Deutsche Bank ist das einzige deutsche Geldhaus, das vom Finanzstabilitätsrat als systemrelevant eingestuft wird. Sie muss zwei Prozent Kapital vorhalten. Der britische Neu-Chef John Cryan greift momentan durch und zeigt mit einem umfangreichen Stellenabbau und dem Streichen der Dividende Härte.

(Foto: Reuters)

Die Deutsche Bank rechnet 2016 mit Restrukturierungskosten und Abfindungen von rund einer Milliarde Euro. Rechtsstreitigkeiten dürften das Institut immer noch belasten, auch wenn Vorstandschef John Cryan die Kosten dafür unter dem Niveau des vergangenen Jahres sieht.

Die Risikovorsorge für faule Kredite, die wegen der guten Konjunktur zuletzt auf historischen Tiefstständen lag, werde steigen. Im kriselnden Energiesektor sei die Bank allerdings weniger stark engagiert als andere Geldhäuser, und die Engagements dort seien gut abgesichert. Doch auch bei der geplanten Schrumpfung der Bilanz werde man in diesem Jahr nicht recht vorankommen. Der erwartete Rückgang der Bilanzrisiken (RWA) in der Abbau-Einheit NCOU werde durch steigende operative Risiken aufgewogen, so dass die Kapital verschlingenden RWA insgesamt stagnieren dürften, heißt es in der Präsentation.

Eine Ursache für den enormen Verlust ist auch der harte Sanierungskurs, den der neuen Co-Chef John Cryan der Deutschen Bank auferlegt hat. Der Brite löste im Juli den glücklosen Anshu Jain an der Spitze des Instituts ab und begann schon im dritten Quartal, durch Wertberichtigungen und Abschreibungen die Bilanz aufzuräumen. Das ist eine übliche Methode neuer Chefs. So können sie die Korrekturen noch den Vorgängern in die Schuhe schieben und in der Zukunft nach solche herben Verlusten umso mehr glänzen.

Im Fall der Deutschen Bank aber reagieren die Investoren dennoch geschockt. Seit Cryans Amtsantritt kennt der Aktienkurs nur eine Richtung: abwärts. 40 Prozent des Börsenwertes wurden vernichtet.

Die Abkehr an der Börse hat mehrere Gründe: Zum einen hat Cryan schonungslos offengelegt, wie ineffizient und veraltet die Bank aufgestellt ist. Dazu kommen die nicht enden wollenden Belastungen aus Rechtsstreitigkeiten. Um eine ansehnliche Eigenkapitalrendite von über zehn Prozent im Jahr 2018 zu erreichen, muss mächtig gespart werden.

Hinzu kommt, dass der einstige Star der deutschen Bankenszene nach dem Willen der Regulierer schrumpfen soll. Cryans Vorgänger Anshu Jain hat im April des vergangenen Jahres einen Strategieplan vorgelegt, den Cryan nun umsetzt. 9000 Jobs werden gestrichen, 200 Filialen geschlossen, die Tochter Postbank verkauft und wenig lukrative Geschäftsbereiche geschlossen. Die Investoren fürchten, dass Cryan die Bank kaputt spart und die Erträge einbrechen. Ganz unberechtigt ist diese Sorge angesichts der jüngsten Geschäftszahlen nicht.

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