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Deutsche-Bank-Manager Dirk Lubig „China ist mit großem Abstand der innovativste Markt in vielen Bereichen“

Dirk Lubig, Manager bei der Deutschen Bank in China, erklärt im Interview mit dem Handelsblatt, welche Trends er in der Volksrepublik sieht.
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Der Fintech-Hub soll eine Art Thinktank für unsere Kunden sein, sagt Deutsche-Bank-Manager Dirk Lubig. Quelle: dpa
Deutsche Bank

Der Fintech-Hub soll eine Art Thinktank für unsere Kunden sein, sagt Deutsche-Bank-Manager Dirk Lubig.

(Foto: dpa)

Dirk Lubig ist seit rund einem Jahr Leiter des globalen Transaction-Banking für China und Leiter des Corporate Cash Managements für Greater China der Deutschen Bank. Von dort aus soll er das Asiengeschäft des Finanzinstituts vorantreiben. Lubig hält die Volksrepublik für den innovativsten Markt in vielen Bereichen.

„Für mich war also klar, als ich den Job in China im vergangenen Jahr übernommen habe, dass wir hier ein Team haben müssen, das vor Ort ist und diese Technologien beobachtet“, so Lubig. Als die erste deutsche Bank und eine der ersten ausländischen Banken überhaupt eröffnet das Finanzinstitut einen Fintech-Hub in Schanghai.

Lesen Sie hier das gesamte Interview

Inmitten des Sparkurses eröffnet die Deutsche Bank in China einen Fintech-Hub – warum?
China ist Kern unserer Wachstumsstrategie in Asien. Das Land ist mit großem Abstand der innovativste Markt in vielen Bereichen.

Zum Beispiel?
Etwa beim mobilen Bezahlen, bei Künstlicher Intelligenz und Robotik. Der Markt für mobiles Bezahlen etwa lag 2018 bei 42 Billionen Dollar und damit um das Achtfache höher als der US-amerikanische. Und die Wachstumsraten sind enorm: Innerhalb von fünf Jahren ist der chinesische Markt für mobiles Bezahlen um das 28-fache gestiegen. Rund die Hälfte der weltweiten Investitionen in Fintechs werden in China getätigt. Für mich war also klar, als ich den Job in China im vergangenen Jahr übernommen habe, dass wir hier ein Team haben müssen, das vor Ort ist und diese Technologien beobachtet.

Was genau soll das das Team des Fintech-Hubs machen?
Wir möchten mit dem Fintech-Hub drei Dinge erreichen: Erstens wollen wir eine Plattform aufbauen, mit Hilfe derer wir uns mit der Fintech-Szene in China vernetzen können. Wir wollen mit ihnen arbeiten, schauen, was sie machen. Dann entscheiden wir, ob wir ihre Technologien in unsere Systeme integrieren, ob wir sie an unsere Kunden weiterempfehlen oder ob wir in sie investieren, so wie wir das schon in anderen Teilen der Welt getan haben.

Und die anderen beiden Ziele?
Der Fintech-Hub soll eine Art Thinktank für unsere Kunden sein. Es gibt im Finanzwesen schon sehr viele Innovationen, wenn es um die Beziehung vom Unternehmen zum Privatkonsumenten geht. Im Bereich Unternehmen zu Unternehmen ist dieses innovative Umfeld noch nicht sehr ausgeprägt.

Wir wollen uns also in dem Hub mit unseren Geschäftskunden zusammensetzen und gemeinsam mit ihnen nach innovativen Lösungen für ihre Probleme suchen. Wir werden den Fintech-Hub aber auch dazu nutzen, um die Unternehmenskultur bei der Deutschen Bank zu verändern.

Was meinen Sie damit genau?
Viele Mitarbeiter bei uns sind sehr risikoavers, sie mögen den Gedanken von Versuch und Irrtum nicht, sie wollen alles immer von Anfang an richtig machen. Das Umfeld hat sich aber geändert, wir müssen innovativer und agiler sein. Ich möchte den Fintech-Hub auch dazu nutzen, um zu diesem Wandel bei der Deutschen Bank beizutragen.

Wie groß wird das Team sein?
Wir starten mit einer einstelligen Zahl von Mitarbeitern in Schanghai, aber das ist erst der Anfang. Zudem arbeiten wir auch mit den anderen Experten bei der Deutschen Bank gemeinsam an Innovationen.

Was sind die interessantesten Innovationen im Bankenbereich in China gerade?
Es gibt drei Megatrends bei Innovationen im Bereich der Unternehmen zu Unternehmen-Beziehung. Der erste ist Automatisierung: Es gibt bereits einige Banken, die robotergesteuerte Prozessautomatisierung einsetzen, etwa wenn es um immer gleiche Zahlungstransaktionen geht. Das neue ist jetzt, diese robotergesteuerte Prozessoptimierung mit Künstlicher Intelligenz zu kombinieren. Dann kann der Roboter zum Beispiel lernen, wenn Fehler bei der Überweisung gemacht werden und sie selbstständig korrigieren.

Und die anderen Bereiche?
Da geht es um die Nutzung von großen Datenmengen. Viele Daten können heute noch nicht zur Analyse genutzt werden, weil es schwer ist, sie zu extrahieren. Wir wollen da nach Lösungen suchen. Der dritte Bereich sind APIs, also standardisierte Schnittstellen, über die der Datentransfer zwischen Unternehmen und Finanzinstituten vereinfacht wird und zusätzliche neue Services und Lösungen für Unternehmen effizient zugänglich sind. Wir glauben, dass das ein großes Thema in China werden wird.

Mehr: In Schanghai eröffnet die Deutsche Bank ihren ersten Fintech-Hub in der Volksrepublik. Trotz Sparkurses will das Geldhaus in Asien wachsen.

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