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Deutsche-Bank-Tochter Kunden ziehen Geld bei DWS ab – Gewinn sackt weg

Der Fondsgesellschaft DWS machen Konkurrenz und Börsenturbulenzen zu schaffen. Die verwalteten Vermögen schrumpfen, das Gesamtergebnis sackte trotz gesunkener Kosten ein.
Update: 01.02.2019 - 15:54 Uhr Kommentieren
Die Deutsche-Bank-Fondstochter DWS leidet unter der harten Konkurrenz anderer Vermögensverwalter. Quelle: Reuters
DWS-Logo an der Börse Frankfurt

Die Deutsche-Bank-Fondstochter DWS leidet unter der harten Konkurrenz anderer Vermögensverwalter.

(Foto: Reuters)

FrankfurtAuch im vierten Jahresviertel haben Investoren der DWS deutlich Kapital entzogen. Aus Fonds und Mandaten der Deutsche-Bank-Fondstochter flossen netto sieben Milliarden Euro ab, wie die DWS am Freitag bekannt gab.

Vor allem aus aktiv, also von Fondsmanagerhand gesteuerten Fonds und Mandaten holten Anleger Geld zurück: Netto gut neun Milliarden Euro flossen zwischen Oktober und Dezember aus Anleihen-, Aktien- und Mischfonds heraus. Neues Geld sammelte das Haus allein bei den Indexnachbildenden börsengehandelten Fonds, den ETF, ein. 2018 verbuchte die DWS damit Kapitalabflüsse von netto 22,3 Milliarden Euro.

Die DWS erklärte dies mit den Marktturbulenzen zum Jahresausklang, Abflüssen vor allem bei Anleihen von Versicherungskunden und von Privatanlegern in Europa. Große Konkurrenten am deutschen Markt sammelten nach aktuellsten Branchenzahlen bis Ende November unterm Strich allerdings neues Kapital ein. Vor allem die bei Anlegern beliebten, aus verschiedenen Wertpapieren gemischten Mischfonds, zogen massiv Kapital an - aber eben nicht bei der DWS. Das gemanagte Vermögen der DWS sank gegenüber 2017 um 38 Milliarden Euro auf 662 Milliarden Euro.

„Nach anhaltend günstigen Bedingungen hat nun für die Märkte und damit die gesamt Vermögensverwaltungsbranche eine schwierigere Phase begonnen“, erklärte der neue DWS-Chef Asoka Wöhrmann. Neben den Marktturbulenzen bringen die zunehmende Konkurrenz von billigen ETF die Gewinne und Margen der Fondsanbieter unter Druck.

Die Managementgebührenmarge der DWS sank 2018 von 0,315 auf 0,306 Prozentpunkte. Die bereinigten Erträge sanken um acht Prozent auf 2,26 Milliarden Euro.

Der bereinigte Gewinn vor Steuern ging in diesem Jahr um 16 Prozent auf 625 Millionen zurück. Höher als erwartete Kosteneinsparungen ließen den Vorsteuer-Gewinn im vierten Quartal trotz des schwachen Absatzes auf von Analysten erwartete 160 Millionen Euro gelangen. Das entspricht einem Minus von zehn Prozent.

Vor allem Kosten für Nutzung von Leistungen des Mutterkonzerns wie auch variable Kosten etwa für Boni sind zuletzt gesunken. Damit hat die DWS ihr Ziel für Kostenersparnis in diesem Jahr übererfüllt, wie Finanzchefin Claire Peel feststellte. Die bereinigten Kosten sanken 2018 um vier Prozent auf 1,63 Milliarden Euro. Die bereinigte Kosten-Ertrags-Quote ist 2018 wegen der gesunkenen niedrigeren Erträge dennoch um drei Prozentpunkte auf 72,3 Prozent gestiegen.

Nach Steuern sackte das Konzernergebnis um 38 Prozent auf 391 Millionen Euro ab. Die DWS erklärt dies mit steuerlichen Einmaleffekten im vierten Quartal für Personalaufwand und den Börsengang.

Für das Jahr 2018 kündigte Wöhrmann eine Dividende von 1,37 Euro pro Aktie an, die zu einem Großteil an den Hauptaktionär Deutsche Bank fließt. Seit dem Börsengang im März hat der Kurs der DWS-Aktie um gut ein Viertel an Wert verloren.

Nachdem Nicolas Moreau als DWS-Chef Ende Oktober abgelöst wurde, soll Wöhrmann das Haus auf einen Wachstumspfad zurück führen. Dafür setzt er auf das „globale und über alle Anlageklassen diversifizierte Geschäftsmodell“ des Hauses und einen „beschleunigten Fokus auf Kosteneffizienz“.

Wöhrmann zeigte sich in der Konferenz mit Analysten zuversichtlich, mittelfristig alle beim Börsengang gesteckten Ziele erreichen zu können. So will er in diesem Jahr netto wieder frisches Anlegerkapital einsammeln. Das Jahr habe mit den wieder stabileren Märkten positiv begonnen, sagte der DWS-Chef.

Auch bei den strategischen Partnerschaften mit dem japanischen Lebensversicherer Nippon Life, mit dem Versicherer Generali und dem Spezialisten für alternative Anlagen Tikehau zeichneten sich nun Kapitalzuflüsse ab, betonte er. „Wichtig ist, dass die DWS bei den Zuflüssen die Trendwende schafft“, mahnt ein großer Investor.

Vor allem das Ziel, auf mittlere Sicht neues Kapital von drei bis fünf Prozent des Vermögens im Jahr einzusammeln, halten große Investoren angesichts der jüngsten Entwicklung für eher wenig realistisch. In den vergangenen Jahren habe die DWS im Durchschnitt gerade mal rund zwei Prozent geschafft, moniert ein großer Investor. Wöhrmann räumte ein, dass das Ziel „ehrgeizig“ sei und kurzfristig stark am Marktumfeld hänge. Auch für das Vorhaben, die Managementgebührenmarge über 0,3 Prozentpunkten zu halten, werde es wichtig sein, wieder stärker Kapital in die höhermargigen aktiv gemanagten Fonds für Privatanleger zu bekommen, betont ein Investor.

Wöhrmann erklärte, dass Flaggschifffonds wie der milliardenschwere Aktienfonds „Top Dividende“ oder der Mischfonds „Concept Kaldemorgen“ wieder Geld einsammelten, zumal sich die Performance der Fonds erholt habe.

Positiv werden die Fortschritte bei der Kostenentwicklung gesehen. Offenbar komme die DWS voran beim Aufbau eigener Systeme und müsse die Infrastruktur des Mutterkonzerns weniger nutzen, lobte ein Investor. Ebenfalls gut kam an, dass die DWS bereits ein Jahr früher, bis Ende 2019, 125 bis 150 Millionen Euro eingespart haben will. Mittelfristig plant die DWS, ihre Kosten-Ertrags-Quote auf unter 65 Prozent drücken.

Unter den schwierigen Umständen am Markt gilt der Start Wöhrmanns, der in den seinen Wochen bereits seinen Vertriebs- und Organisationschef austauschte und ankündigte, die Strategie des Hauses zu „fokussieren“, als „passabel“, wie ein Investor sagte. Der Kurs der DWS-Aktie lag am Freitag teilweise um bis zu zwei Prozent im Plus.

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