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Deutsche Bank und Commerzbank „Aus akademischer Sicht sind wir sehr skeptisch“ – Professoren kritisieren Bankenfusion

Wirtschaftswissenschaftler kritisieren die mögliche Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank. Größenvorteile führten nicht automatisch zu Profitabilität.
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Die beiden Konzerne verhandeln über eine Fusion. Quelle: dpa
Filialen von Commerzbank und Deutscher Bank in Hamburg

Die beiden Konzerne verhandeln über eine Fusion.

(Foto: dpa)

FrankfurtEine mögliche Verschmelzung von Deutscher Bank und Commerzbank trifft bei Wissenschaftlern auf große Skepsis. Die zwei Geldhäuser, die beide mit schwachen Erträgen und hohen Kosten kämpfen, würden ihre Probleme durch eine Fusion nicht los. „Selbst wenn man die beiden Banken zusammenbringt und gewisse Kostensynergien realisieren kann – was ist das zukünftige Geschäftsmodell, womit die Bank Geld verdienen möchte?“, fragte Sascha Steffen, Finanzprofessor an der Frankfurt School.

Ohnehin könne so eine Fusion „nur mit einer erheblichen Erhöhung der Kapitalanforderungen an das dann vereinte Institut zustandekommen“.

Sein Kollege Tobias Berg übte ebenfalls deutliche Kritik: „Aus akademischer Sicht sind wir sehr skeptisch, dass Größenvorteile alleine dazu führen, dass die beiden Großbanken wieder profitabel werden.“

Innovation vernachlässigt

Die Finanzökonomen schlagen damit in dieselbe Kerbe wie europäische Bankenaufseher. Die Kontrolleure wollen nach Handelsblatt-Informationen an eine mögliche Fusion strenge Maßstäbe anlegen. So fordern sie einen detaillierten Plan für den Personalabbau, um zu prüfen, ob sich der Deal betriebswirtschaftlich rechnet.

Topmanager der beiden Geldhäuser verhandeln seit dreieinhalb Wochen über ein Zusammengehen. Eine Vorentscheidung, ob es zur Fusion kommt oder nicht, soll bis Ende April fallen. Die Deutsche Bank ist die größte Geschäftsbank in Deutschland, die Commerzbank die Nummer drei. Klar ist, dass sich der Deal nur rechnet, wenn Zehntausende Jobs wegfallen.

Steffen hält einen Stellenabbau, der zu den nötigen Einsparungen führt, aber für schwierig. Teuer könnten für die Banken vor allem die Abfindungen für Mitarbeiter in höheren Positionen werden. Die hätten wegen ihrer hohen Einkommen keine Anreize, aus eigenem Antrieb zu gehen.

Außerdem fürchten die Experten der Frankfurt School, dass sich die Banken nach der Fusion erst einmal mit sich selbst beschäftigen und wichtige Trends verschlafen. Man habe in der Vergangenheit gesehen, dass solche großen Umbauprozesse Banken über Jahre lähmen könnten, warnt Berg. „Das gehe „häufig auf Kosten der Innovation“.

Zudem berge ein Zusammengehen der zwei Banken angesichts ihrer Größe im Vergleich zur deutschen Wirtschaft Risiken für die Stabilität des Finanzsystems: Wenn es zu einer Schieflage komme, könnten daraus „erhebliche makroökonomische Auswirkungen“ folgen, warnte Steffen. Zudem verschulden sich größere Banken seiner Ansicht nach auch eher stärker, weil sie wissen, dass sie im Notfall der Staat retten muss.

Dazu komme die Ansteckungsgefahr, gerade in Deutschland seien die Institute stark miteinander vernetzt, weil einzelne Häuser extrem viele Anleihen anderer Banken halten.

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1 Kommentar zu "Deutsche Bank und Commerzbank: „Aus akademischer Sicht sind wir sehr skeptisch“ – Professoren kritisieren Bankenfusion"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Coba und Deutsche Bank fusionieren doch nur aus einem Grund !

    Damit sie "too big to fail sind" und der Steuerzahler wieder einspringen muß.

    Statt das Geldsystem zu bremsen, solange es noch geht, drücken manche den Gashebel noch weiter runter...

    Uns ist das wurscht, wir sind ausgewandert und wohnen jetzt in Neuseeland...