Deutsche Börse und LSE EU-Kommissar Oettinger begrüßt Fusionspläne

EU-Kommissar Günther Oettinger hält einen Zusammenschluss von Deutscher Börse und London Stock Exchange generell für sinnvoll. Auf Dauer seien beide Börse alleine tendenziell zu klein.
Der EU-Kommissar hält eine Fusion der Börsenbetreiber für sinnvoll. Quelle: dpa
Günter Oettinger

Der EU-Kommissar hält eine Fusion der Börsenbetreiber für sinnvoll.

(Foto: dpa)

DüsseldorfEU-Kommissar Günther Oettinger hat die Pläne einer Fusion der Deutschen Börse mit der London Stock Exchange (LSE) grundsätzlich begrüßt. Es lägen zwar noch keine belastbaren Zahlen vor, sagte Oettinger am Donnerstagabend am Rande einer Veranstaltung der Atlantik-Brücke in Düsseldorf.

„Wichtig ist, im Bereich der Börsen haben wir eine globale Entwicklung und die beiden Börsen sind je alleine auf Dauer tendenziell zu klein.“ Die EU-Kommission werde die Pläne sicher gründlich prüfen. Es sei aber richtig, dass da Bewegung drin ist. „Wir haben unsere Regeln. Wir haben unsere Spielräume. Und im Rahmen der Spielräume hoffe ich auf eine wohlwollende Begleitung.“

Die größten Börsenbetreiber der Welt
Platz 10: BM&F Bovespa
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Die Bedeutung der brasilianischen Börse hat in den vergangenen Monaten stark gelitten. Das Land steckt tief in der Rezession. Neben den hausgemachten Problemen lastet auch die globale Konjunktureintrübung auf dem südamerikanischen Schwellenland. Die Börse in Brasilien hat sich dementsprechend katastrophal entwickelt. Auf Jahressicht hat der Bovespa über 15 Prozent verloren. Hinsichtlich der Marktkapitalisierung reicht es deswegen nur für den zehnten Platz.

Marktkapitalisierung: 4,6 Milliarden Euro*

*Stand: 23. Februar 2016

Platz 9: Singapore Exchange
2 von 10

Die Singapore Exchange ist 1999 aus der Fusion der Stock Exchange of Singapore und der Singapore International Montary Exchange hervorgegangen. Insgesamt sind knapp 800 Unternehmen an der Börse in Singapur gelistet.

Marktkapitalisierung: 5,0 Milliarden Euro

Platz 8: ASX
3 von 10

Der Preisverfall an den Rohstoffmärkten hat auch Australien hart getroffen. Vor allem die Geschäfte mit dem Hauptabnehmer China verlaufen schleppend. Die jahrelang glänzend verlaufenden Geschäfte im Eisenerzhandel sind nicht mehr so gewinnbringend. Auf Jahressicht hat die ASX knapp 15 Prozent verloren. Das ging an der Marktkapitalisierung nicht spurlos vorbei.

Marktkapitalisierung: 5,3 Milliarden Euro

Platz 7: Japan Exchange Group
4 von 10

Die Börse in Tokio hat ein lange Geschichte. Gegründet wurde sie 1878. Seit 1999 gibt es keinen Parketthandel mehr, sondern nur noch den elektronischen Börsenhandel. Neben dem Tokyo Stock Exchange existierte noch die Osaka Securities Exchange, 2011 fusionierten sie. Die Japan Exchange Group ging 2013 an den Start und ist laut Marktkapitalisierung die siebtgrößte der Welt.

Marktkapitalisierung: 7,6 Milliarden Euro

Platz 6: Nasdaq
5 von 10

Die Nasdaq startete im Februar 1971 als vollelektronische Handelsplattform. Ihre ganz große Zeit hatte die Nasdaq in den 90er-Jahren. Inzwischen muss sie hart um Marktanteile kämpfen. Das Wahrzeichen der Börse im Herzen New York ist die Wand mit Bildschirmen. Hinsichtlich der Marktkapitalisierung liegt die Nasdaq zwar noch vor der Japan Exchange Group, doch der Abstand zu den Spitzenplätzen ist groß.

Marktkapitalisierung: 9,5 Milliarden Euro

Platz 5: London Stock Exchange
6 von 10

Die London Stock Exchange (LSE) könnte bald mit der Deutschen Börse fusionieren. Das Interesse der Deutschen ist allerdings nicht neu. Bereits 2004 buhlten die Deutsche Börse um die LSE. Damals scheiterten die Verhandlungen, weil den Londonern das Angebot zu niedrig war. Die LSE ist mit 3000 handelnden Unternehmen aus über 70 Ländern der internationalste aller Handelsplätze und über 300 Jahre alt.

Marktkapitalisierung: 12,2 Milliarden Euro

Platz 4: Deutsche Börse
7 von 10

Bei einem Zusammenschluss könnte das fusionierte Unternehmen aus Deutscher Börse und LSE zu einem der größten Börsenbetreiber der Welt aufsteigen. Aktuell liegen die Deutschen schon auf Platz 4.

Marktkapitalisierung: 15,9 Milliarden Euro

Deutsche Börse und LSE hatten in der vergangenen Woche angekündigt, zum mit Abstand größten Börsenbetreiber Europas verschmelzen zu wollen. Die EU-Kommission muss die Pläne prüfen. Dafür ist EU-Digitalkommissar Oettinger allerdings nicht zuständig, sondern die Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

Der frühere Ministerpräsident von Baden-Württemberg hat sich im Amt als EU-Kommissar für Digitales mit Blick auf den globalen Wettbewerb mehrfach für eine stärkere Konsolidierung in der Telekombranche eingesetzt. Deutsche Börse und LSE wären gut 25 Milliarden Euro wert und könnten Wettbewerbern aus den USA und Asien besser Paroli bieten.

Die US-Konkurrenten ICE und CME denken deshalb darüber nach, den Deal mit einer Gegenofferte für die LSE zu torpedieren. Die Bundesregierung hält sich bislang bedeckt, wie sie zur Fusion von Deutscher Börse und LSE steht. Wichtig ist Politikern aller Parteien, dass der Finanzplatz Frankfurt nicht leidet und dass der Börsenbetrieb weiter von deutschen und europäischen Aufsehern kontrolliert wird.

  • rtr
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