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Deutsche Handelsbank Start-up-Bank verdient wieder Geld

Ein missratenes Joint Venture mit der Fidor Bank kostete das Institut der Unternehmerfamilie Reimann viel Geld. Nun ist das Kapitel abgehakt.
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MDie Deutsche Handelsbank finanziert den Brillenhändler Mister Spex. Quelle: Mr Spex
Mister-Spex-Filiale

MDie Deutsche Handelsbank finanziert den Brillenhändler Mister Spex.

(Foto: Mr Spex)

FrankfurtDie Deutsche Handelsbank hat im Geschäftsjahr 2018 erstmals seit zwei Jahren wieder schwarze Zahlen geschrieben. Das geht aus einer internen Mitarbeiterinformation hervor, die dem Handelsblatt vorliegt. Demnach hat das Institut, das vor allem junge Onlineunternehmen wie den Brillenhändler Mr. Spex oder den Versicherungsmakler Clark finanziert, nach vorläufigen Zahlen einen Jahresüberschuss von 3,8 Millionen Euro erzielt. Im Vorjahr stand unter dem Strich noch ein Verlust von knapp 3,7 Millionen Euro.

Das Ergebnis zeigt, dass die DHB nun endgültig die Belastungen aus einem misslungenen Gemeinschaftsprojekt mit der Fidor Bank verarbeitet hat. Nach dem Scheitern dieses Gemeinschaftsprojekts hatte die DHB im Jahr 2016 bereits 16 Millionen Euro abschreiben müssen und weitere 3,3 Millionen Euro im Jahr 2017. Diese Abschreibungen waren der wichtigste Grund für die roten Zahlen des Instituts.

DHB-Chef Kreis ist zufrieden

Hätten die Eigentümer – das Institut gehört den Reimann-Dubbers, einem Familienzweig der Unternehmerfamilie Reimann – nicht eine Kapitalspritze von 17 Millionen Euro bereitgestellt, wäre die Deutsche Handelsbank wohl in Schieflage geraten. Nun dürfte das Kapitel aber endgültig abgeschlossen sein: Für den großen Gewinnzuwachs im Jahr 2018 waren vor allem außerordentliche Erträge von rund vier Millionen Euro verantwortlich, bei denen es sich überwiegend um Rückstellungen für das Factoring-Abenteuer handeln soll, die die Bank nun wieder auflösen konnte.

Ohne diesen Sondereffekt wäre der Gewinn im Jahr 2018 kleiner ausgefallen, Finanzkreisen zufolge aber noch immer „deutlich siebenstellig“. Entsprechend zufrieden zeigte sich DHB-Chef Daniel Kreis. „2018 war für uns ein sehr gutes Jahr. Wir sind über 50 Prozent gewachsen und in allen vier Geschäftsbereichen profitabel“, heißt es in einem schriftlichen Statement für das Handelsblatt. Die Bank finanziere in Deutschland erstmals „über 100 junge wachstumsstarke digitale Unternehmen“, so Kreis.

Expansion ins Ausland

Das Geschäftsmodell der Bank, die aktuell eine Bilanzsumme von deutlich über 400 Millionen Euro hat, ruht auf vier Säulen: Neben dem Zahlungsverkehr und dem Kreditgeschäft erledigt die Bank – ähnlich wie die Solarisbank – für Finanztechnologieunternehmen (Fintechs) bestimmte Aufgaben, für die eine Banklizenz nötig ist. Außerdem betreibt die DHB als Pilotprojekt eine hochautomatisierte Kreditplattform, die zügig Kredite an kleine Firmen mit geringem Ausfallrisiko vergibt wie ein Fintech.

Über diese Plattform hat das Unternehmen seit November an über 110 Unternehmen Kredite über 23 Millionen Euro vergeben. Kernprodukt bleibt aber die Wachstumsfinanzierung für digitale Firmen, die die Bank nun auch in den Beneluxländern anbieten will. „Dort kennen wir die digitalen Wachstumsmodelle bereits von unseren Kunden, die in diese Märkte hineinexpandieren“, so Kreise.

Die Rückkehr in die Gewinnzone und das Wachstum sind wichtige Fortschritte für die Bank, die derzeit eine Kapitalerhöhung anstrebt, mit der Absicht schneller wachsen zu können. Details zur Eigenkapitalerhöhung will die DHB zu Beginn des zweiten Quartals bekanntgeben. Mittelfristig strebt das Institut eine Steigerung des Eigenkapitals um 100 Millionen Euro an.

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