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Deutschlands Banker rechnen mit weiterer Konzentration in der Finanzbranche – Diskussion mit Ulrich Brixner, Alexander Dibelius, Thomas Fischer und Jürgen Fitschen Der Traum von nationalen Champions ist ausgeträumt

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Die Schuld am Rückstand der heimischen Institute weisen die privaten Großbanken der Dreiteilung der heimischen Kreditwirtschaft in private Institute, öffentlich-rechtliche Landesbanken und Sparkassen sowie die Genossenschaften zu. Das starre „Drei-Säulen-Modell“ verhindere dringend notwendige Zusammenschlüsse, lautet ihr Mantra. „Der deutsche Bankensektor ist in seiner Wettbewerbsfähigkeit eingeschränkt“, sagt Fitschen.

WestLB-Chef Fischer sieht das anders. Der Banker, der vor seiner öffentlichen-rechtlichen Zeit auch bei der Deutschen Bank arbeitete, verweist darauf, dass die deutschen Institute vor 20 Jahren international vorne lagen – und schon damals gab es das Drei-Säulen-Modell. „Bei der Diskussion über die Schwierigkeiten der privaten Banken sollte man die hausgemachten Fehler sehen.“ DZ-Chef Brixner schiebt der Industrie den Schwarzen Peter zu. Die Vorstände der Industrieunternehmen riefen zwar nach nationalen Champions, würden aber ihre Kapitalmarktgeschäfte bevorzugt mit Hilfe ausländischer Banken machen.

Dennoch sind alle vier Banker davon überzeugt, dass die Konsolidierung voranschreitet – wenn auch nur innerhalb der Säulen. Beispiel Genossenschaften: Unter den Volksbanken rollt langsam aber sicher die Fusionswelle. Auch die Zahl der regionalen Spitzeninstitute ist von 17 auf zwei geschrumpft: die WGZ als Spitzeninstitut der Volksbanken in Nordrhein-Westfalen und die fünfmal größere DZ-Bank für alle anderen deutschen Volks- und Raiffeisenbanken. Selbst dieses Duo hat bereits über eine Fusion verhandelt. Derzeit liegen die Gespräche zwar wegen eines Streits über die Form des Zusammenschlusses auf Eis, aber Brixner gibt sich zuversichtlich: „Die Fusion wird wahrscheinlich kommen.“

Besonders akut ist der Handlungsdruck bei den Landesbanken. Ab morgen müssen die öffentlich-rechtlichen Institute ohne Staatsgarantien auskommen. Damit bricht den Landesbanken ihr traditionelles Geschäftsmodell weg, das darin bestand, mit Hilfe des – dank der Staatsgarantien – günstigen Ratings billig Geld aufzunehmen und weiterzureichen. Künftig werden die Ratings schlechter, und das Spiel funktioniert nicht mehr. Weitere Zusammenschlüsse, darin sind sich die Fachleute einig, sind nur noch eine Frage der Zeit. Heute gibt es elf Landesbanken in Deutschland. Nur acht von ihnen sind selbstständige Konzerne. Die Landesbank Rheinland-Pfalz gehört mittlerweile zur Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), die SaarLB zur Bayerischen Landesbank und die Bremer Landesbank zur NordLB. Nach Meinung Fischers werden von den acht nur vier übrig bleiben. „Meiner Einschätzung nach wird es die BayernLB und etwa drei weitere Landesbank-Gruppen geben.“

Gerade Fischers eigenes Institut könnte überdies ein Testfall für die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Sektors werden. Das Land Nordrhein-Westfalen will seinen Anteil an der WestLB versilbern – und schließt den Verkauf an private Investoren nicht aus. Sollte das Paket in private Hände übergehen und nicht von den Sparkassen in Nordrhein-Westfalen gekauft werden, wäre dies ein Präzedenzfall für weitere Landesbanken. Nicht nur Fischer glaubt, dass andere Bundesländer aus finanziellen Nöten dem Beispiel Düsseldorfs folgen könnten.

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