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Die Geschichte der US-Investmentbank Lehman Brothers Aus Franken an die Wall Street

Heinrich Lehman war 23, als er aus Unterfranken in die USA emigrierte. Dort gründete er mit seinen Brüdern Emanuel und Mayer Lehman im Jahre 1844 in Alabama eine Gemischtwarenhandlung - die Keimzelle, aus der später einmal die US-Investmentbank Lehman Brothers werden sollte.
Institut mit deutsch-jüdischen Wurzeln: Lehman Brothers. Foto: Reuters

Institut mit deutsch-jüdischen Wurzeln: Lehman Brothers. Foto: Reuters

LONDON. Lehman Brothers zählt zu den bekanntesten Marken an der Wall Street. Der Name steht für eine Erfolgsgeschichte, die im 19. Jahrhundert im Städtchen Rimpar in der Nähe von Würzburg begann.

Bis 1861 wurde Juden in Bayern nur sehr zurückhaltend die Erlaubnis zur Niederlassung und Heirat gewährt. Tausende vor allem junger Menschen wanderten deshalb in die USA aus. Auch drei Söhne des unterfränkischen Viehhändlers Abraham Lehman emigrierten. Als Heinrich Lehman in den Vereinigten Staaten ankam, war erst 23 Jahre alt. Gemeinsam mit seinen beiden Brüdern Emanuel und Mayer Lehman gründete er 1844 in Alabama eine Gemischtwarenhandlung. Dies war die kleine, noch unscheinbare Keimzelle aus der später einmal Lehman Brothers, eine der größten Investmentbanken an der Wall Street entstehen sollte.

Schon bald sattelten die Lehmans auf den Handel mit Baumwolle um und nach dem Bürgerkrieg verlagerten sie den Sitz der Gesellschaft nach New York. Vom Rohstoffhändler entwickelte sich Lehman Anfang des 20. Jahrhunderts zur Investmentbank, die Firmen wie Woolworths oder Studebaker an die Börse brachte.

Die armen Emigranten aus Rimpar waren zu einer der bedeutendsten deutsch-jüdischen Dynastien in Amerika aufgestiegen. Eine Familie, die nicht nur Banker hervorbrachte, sondern auch prominente Politiker wie Herbert Lehman, der 1932 die Wahl zum Gouverneur von New York gewann. Die Familie prägte die Geschicke der Investmentbank bis zum Tod von "Bobby Lehman" 1969. Der Patriarch war der letzte Lehman an der Spitze des Geldhauses.

Es folgten turbulente Jahre. Zunächst führte der neue Vorstandschef Peter Peterson Lehman zu neuen Rekorden. Doch dann drohte die Firma in einem Machtkampf zwischen Händlern und Investmentbankern unterzugehen. Peterson verlor seinen Job, sein Nachfolger Lewis Glucksman musste die Traditionsfirma 1984 an einen Ableger des Finanzkonzerns American Express verkaufen. Zehn Jahre später beschloss American Express, sich von seinem Broker- und Bankengeschäft zu trennen und entließ Lehman Brothers wieder in die Selbständigkeit.

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