Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Digitalbank

Das Logo der Fidor Bank

(Foto: Fidor Bank)

Digitalbank Kein Gratiskonto mehr bei der Fidor Bank

Die Digitalbank führt ab November Kontoführungsgebühren ein. Nur für die Vielnutzer unter den Kunden der Fidor Bank ändert sich nichts.
Kommentieren

Frankfurt Die Fidor Bank schafft ihr kostenloses Girokonto ab. Ab November sollen Kunden für ihr Konto monatlich fünf Euro zahlen. Wer als Kunde monatlich mehr als zehn Transaktionen durchführt, erhält allerdings einen Bonus von fünf Euro, der die Kosten wieder ausgleicht.

Neu sind auch Gebühren für bestimmte Geldkarten: Die physische Fidor Debit Mastercard kostet künftig einen Euro pro Monat, die physische Fidor Smart Card zwei Euro. Die digitale Mastercard ist nicht davon betroffen.

Die neuen Gebühren dürften dazu führen, dass sich Kunden, die ihr Fidor-Konto nicht als Hauptkonto nutzen, von dem Institut verabschieden. Schließlich muss der Kunde monatlich auf zehn Transaktionen kommen, um die Gebühren über einen Bonus wieder auszugleichen. Zu solchen bonus-relevanten Transaktionen zählen etwa Überweisungen, Daueraufträge, Bargeldeinzahlungen und Auszahlungen oder Kartenzahlungen.

Tricksereien will das Institut offenkundig vorbeugen, denn bei „offensichtlich missbräuchlichem Verhalten“, etwa wenn ein Kunde „regelmäßige und unverhältnismäßig häufige nutzereigene Kontoüberträge“ vornimmt, will die Bank Bonusgutschriften wieder stornieren. Auch ohne den Kunden darüber zu informieren.

„Wir wollen zeitgemäße professionelle Services anbieten und weiter ausbauen. Gleichzeitig möchten wir unsere treuen und aktiven Kunden belohnen“, lässt sich Fidor-Vorstand Stefan Spannagl zitieren. Viele Kunden von Onlinebanken wie Fidor oder N26 nutzen ihre Onlinekonten allerdings eher sporadisch als Nebenkonto.

Deshalb ist es auch nicht überraschend, dass sich unter Blog-Einträgen, die über die neuen Gebühren bei Fidor informieren, vor allem kritische Kommentare wiederfinden. „Naja, dann mal bye-bye Fidor. Bei den etlichen Alternativen ohne Zusatzkosten muss das ja keiner mitmachen“, schreibt ein Nutzer, der sich Kai nennt, unter einem Blog-Eintrag.
Ganz so leicht ist das nicht: Wie selten wirklich kostenlose Konten geworden sind, zeigte vor Kurzem auch eine Untersuchung von „Finanztest“. Von 290 überprüften Kontomodellen bei 122 Banken fanden sich nur 22 kostenlose Angebote. Voraussetzung für die kostenlose Nutzung war aber auch dort, dass die Kunden die Konten online führen und sie als Gehalts- oder Rentenkonto nutzen.

Doch nicht jeder Kunde will sich allein auf eine Onlinebank verlassen: „Lustig. Wenn aber solche Banken so viel kosten wie herkömmliche Banken, kann man auch gleich bei der althergebrachten Bank bleiben“, schreibt ein Matze im gleichen Blog. Er sei zwar kein Fidor-Kunde, sei aber bei N26. „Sobald die Geld nehmen, bin ich weg.“ Als Hauptbank seien solche Banken ihm zu unseriös. „Ich nutze sie als Ergänzung, die nichts kostet.“

Wie sehr es eine Onlinebank stört, Nutzer wie Kai oder Matze zu verlieren, steht auf einem anderen Blatt: Mit inaktiven Kunden verdienen Banken kaum Geld.

Gleichzeitig steigt der Ertragsdruck auf die Branche: Durch die niedrigen Zinsen wird es für Banken immer schwerer, allein durch Einlagen und Kredite ausreichend Geld zu verdienen. Der Druck ist noch gestiegen, seit die Europäische Zentralbank (EZB) Negativzinsen erhebt, wenn Banken ungenutzte Spareinlagen bei ihr parkt.

Grafik

Deshalb suchen die Institute nach Möglichkeiten, ihre Gebühreneinnahmen zu steigern, sei es durch Kontoführungsgebühren oder Transaktionsgebühren im Wertpapierhandel. Die Postbank, die einst das kostenlose Girokonto in Deutschland groß machte, führte bereits 2016 Kontoführungsgebühren ein.

Nicht jede Bank wählt den direkten Weg wie die Fidor Bank und führt auch für ihr Basisprodukt Kontoführungsgebühren ein. Einige Banken halten an einem Gratis-Basiskonto fest und versuchen, Kunden durch Extra-Services in kostenpflichtige Kontomodelle zu locken. Selbst bei der Smartphone-Bank N26, die ebenfalls für ihre Gratiskonten bekannt ist, gibt es Kontomodelle, die gebührenpflichtig sind.

Mehr: Noch gibt es Konten ohne monatlichen Grundpreis und Kontoführungsgebühr. Oft ist die kostenlose Nutzung aber an Voraussetzungen gebunden.

Mit diesen Instrumenten bestimmt die EZB die Geldpolitik in Europa


Startseite

Mehr zu: Digitalbank - Kein Gratiskonto mehr bei der Fidor Bank

0 Kommentare zu "Digitalbank: Kein Gratiskonto mehr bei der Fidor Bank"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote