Digitalisierung Roboter fordern Schwedens Banken in der Vermögensverwaltung heraus

Digitale Newcomer machen den Banken in Schweden schwer zu schaffen. Ein neuer Rivale erobert nun über eine App die Vermögensverwaltung.
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Schwedens größte Banken kämpfen mit einer neuen Roboter-Welle in der Anlageberatung und Vermögensverwaltung.

StockholmNach den Herausforderungen auf dem Hypothekenmarkt kämpfen Schwedens größte Banken nun mit einer neuen Roboter-Welle. Diesmal in der Anlageberatung und Vermögensverwaltung.

Einer ihrer neuen Rivalen ist Optise, die im vergangenen Jahr begonnen hat, Privatanlegern über eine Mobil-App unabhängige Sparberatung, Fondsdaten und maßgeschneiderte Portfolios anzubieten. Die Gesellschaft, die sich selbst Opti nennt, ist in den Bereich Vermögensverwaltung expandiert, nachdem wohlhabende Schweden Interesse an dieser Art der Geldanlage gezeigt haben.

Für schwedische Großbanken könnte das zum Problem werden, da für sie Beratungsdienstleistungen und das Privatkundengeschäft in den letzten Jahren zu einer immer wichtigeren Einnahmequelle geworden sind. In Schwedens schnell wachsendem und profitablem Hypothekenmarkt drücken bereits neue Marktteilnehmer wie Enkla und Stabelo mit neuen Geschäfts- und Finanzierungsmodellen auf die Preise.

„Es besteht kein Zweifel, dass die traditionellen Banken an mehreren Fronten angegriffen werden“, sagt Opti-Mitgründer und Chief Executive Officer Jonas Hombert in einem Interview mit Bloomberg. „Neue Unternehmen schauen sich tendenziell die profitablen Teile wie Vermögensverwaltung und Hypothekenkredite an, was bedeutet, dass die Margen der Banken unter Beschuss stehen.“

Hombert schätzt den gesamten schwedischen Markt für direkte private Ersparnisse wie Aktien, Betriebsrenten und Bankkonten auf etwa 4,5 Billionen Kronen (437 Milliarden Euro), von denen 800 Milliarden Kronen in Fonds stecken. Opti hat große Ambitionen. Die Höhe der gesamten Investments über die Mobil-App soll innerhalb der nächsten zehn Jahre auf 100 Milliarden Kronen steigen. Das würde einem Marktanteil von zwei Prozent sowie einem Anstieg um tausend Prozent entsprechen.

Bislang wurden rund fünf Milliarden Kronen an Fondsspargeldern über die App von Opti eingesammelt. Die Summe werde sich in diesem Jahr „absolut mindestens verdoppeln“, sagt Hombert.

Einige der größten nordischen Banken stoßen ebenfalls in den digitalen Bereich vor. Die Nordea Bank AB hat Ende letzten Jahres den Robo-Berater Nora gestartet und Dänemarks Danske Bank hat einen ähnlichen Service namens June.

Doch das neue Geschäftsfeld birgt Risiken: Danske ist kürzlich von der dänischen Aufsichtsbehörde getadelt worden, weil die Bank nicht sichergestellt hat, dass June den Anlegerschutzvorschriften entspricht.

Bei einem Investment über die App von Opti werden den Kunden zuerst eine Reihe von Fragen zu ihren persönlichen Finanzen und Vorlieben gestellt. Danach werden ihnen leicht verständliche Beispiele gezeigt, wie die drei Portfoliotypen auf einen Einbruch oder einen Boom des Marktes reagieren würden. Der Algorithmus liefert dann ein maßgeschneidertes Portfolio vorgeschlagener Fonds mit einer Erläuterung der getroffenen Entscheidungen.

Opti kostet durchschnittlich 0,82 Prozent pro Jahr, etwas mehr als der Durchschnitt von 0,6 bis 0,7 Prozent in der Branche. Das liegt daran, dass Opti in den Portfolios teurere Vermögenswerte einbezieht, um Risiken auszugleichen, und alle verfügbaren schwedischen Fonds, einschließlich der teureren, anbietet.

Die App ist unabhängig, da sie nicht von Banken oder Fondsgesellschaften bezahlt wird, erhält keine Vergünstigungen für ihre Empfehlungen und stellt keine eigenen Mittel zur Verfügung.

  • Bloomberg
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