Direktbank Comdirect verdient mehr

Die Onlinetochter der Commerzbank steigert ihr Ergebnis, schaltet beim Kundenwachstum aber einen Gang zurück. Vorstandschef Arno Walter hegt große Pläne: Bald sollen Roboter die Comdirect-Kunden beraten.
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Im ersten Quartal konnte die Commerzbank-Tochter ihr Ergebnis steigern. Quelle: dpa
Comdirect-Sitz in Quickborn

Im ersten Quartal konnte die Commerzbank-Tochter ihr Ergebnis steigern.

(Foto: dpa)

FrankfurtGuter Jahresauftakt für die Comdirect: Die Direktbank-Tochter der Commerzbank hat im ersten Quartal rund 20,4 Millionen Euro nach Steuern verdient – und damit fast 18 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Comdirect-Chef Arno Walter spricht von einem „starken Ergebnis“. „Wir wachsen dynamisch und wir entwickeln uns strategisch konsequent weiter“, erklärte Walter. Sein neuestes Projekt soll im Mai starten: Die Bank will ihren Kunden einen digitalen Anlageberater anbieten.

Im ersten Quartal konnte die Bank vor allem den Provisionsüberschuss kräftig steigern. Mit 59,1 Millionen Euro lag er um 7,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Aber auch das positive Ergebnis aus Finanzanlagen spielte der Bank mit 6,5 Millionen Euro in die Hände. „Das dürfte sich so in den kommenden Quartalen wohl nicht wiederholen lassen“, räumte der Manager ein.

So gefährlich sind die größten Banken der Welt
Klasse 1 – UBS, Santander, Royal Bank of Scotland
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Der Finanzstabilitätsrat teilt die Banken in fünf Klassen ein. In der ersten Klasse befinden sich laut der vorgesellten Liste 17 Banken, die nicht als besonders systemrelevant gelten – das ist eine weniger als im Vorjahr. Diese Banken müssen ein Prozent mehr Kapital zusätzlich zu der erforderlichen Eigenkapitalquote vorhalten. Unter diesen für das System vergleichsweise nicht besonders gefährlichen Banken befinden sich zum Beispiel die Schweizer Großbank UBS, die Société Générale, die Santander, ING Bank, die Royal Bank of Scotland und Bank Morgan Stanley.

Klasse 1 – Standard Chartered
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Welche Konsequenzen der Brexit für die britische Standard Chartered haben wird, ist noch nicht absehbar. Die Bank belegt wie im Vorjahr einen Platz in Klasse 1, die einen Kapitalaufschlag von einem Prozent voraussetzt.

Neu in Klasse 1: Die Credit Suisse.
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Neu in der Klasse 1 ist die US-Bank Credit Suisse, die im Vorjahr noch mehr Kapital vorhalten musste. Jetzt beträgt dieser Zuschlag für das Schweizer Geldhaus nur noch ein Prozent. Sie hat aus Sicht der Regulierer an Relevanz verloren.

Klasse 2 – Barclays
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James Staley, seit Dezember 2015 Chef der britischen Bank Barclays, konnte die Risikoeinstufung des Geldhauses reduzieren. Barclays gehört, wie auch 2016 schon, nur noch der Klasse zwei an. Dort ist ein Kapitalzuschlag von 1,5 Prozent erforderlich.

Klasse 2 – Wells Fargo
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Wells Fargo spielt mit Barclays in einer Liga. Beide gehörten Klasse 2 an, was einen Kapitalzuschlag von 1,5 Prozent bedeutet.

Klasse 2 – Goldman Sachs
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Auch die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs wird als „systemisch“ eingestuft, sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten.

Klasse 2 – Industrial and Commercial Bank of China
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Für genauso systemrelevant halten die Regulierer die Industrial and Commercial Bank of China. Aufschlag auch hier: 1,5 Prozent.

Im ersten Quartal fuhr die Bank ihre Marketingausgaben im Vergleich zum Schlussquartal 2016 deutlich zurück. Das hinterlässt Spuren in der Bilanz: Lediglich 17 000 neue Kunden fanden den Weg zur Bank. Hält dieser Trend an, könnte daraus ein Problem werden. Denn Commerzbank und Comdirect wollen bis zum Jahr 2020 rund zwei Millionen neuer Kunden begrüßen. Welchen Anteil dabei die Comdirect stemmen soll, wollte Walter auf Nachfrage nicht verraten.

Insgesamt verwaltete die Commerzbank-Tochter zuletzt rund 80 Milliarden Euro an Kundenvermögen. Bald sollen Comdirect-Kunden in der Lage sein, ihr Vermögen mithilfe eines digitalen Anlageberaters zu investieren. Dabei können Kunden selbst entscheiden, ob sie der Software die Anlage eines bestimmten Betrags überlassen oder selbst eingreifen wollen.

Das „digitale Assetmanagement“ befindet sich noch in der Testphase und solle ab Mai den Kunden zur Verfügung gestellt werden, erklärte Walter. „Damit wollen wir einer möglichst breiten Zielgruppe den langfristigen Vermögensaufbau ermöglichen“. Wenn sich das System bewährt, soll auch die Commerzbank darauf zurückgreifen dürfen. „Das Motto lautet: Groß denken, klein anfangen“, sagte der Comdirect-Chef.

  • mic
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