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Direktbank Technische Panne macht Comdirect-Kunden zu Millionären

Die Commerzbank-Tochter Comdirect ist von einer weiteren IT-Panne heimgesucht worden. Viele Kunden trauten beim Blick auf ihr Konto ihren Augen nicht.
Update: 25.07.2019 - 18:17 Uhr 2 Kommentare
Die Onlinebank, die in Quickborn bei Hamburg sitzt, ist Pannen gewöhnt. Quelle: dpa
Comdirect

Die Onlinebank, die in Quickborn bei Hamburg sitzt, ist Pannen gewöhnt.

(Foto: dpa)

Frankfurt Es waren erstaunliche Zahlen, die Comdirect-Kunden am Donnerstag angezeigt wurden. Einige waren laut Kontostand ihres Wertpapier-Depots über Nacht zu Multimillionären geworden, andere tief in die roten Zahlen gerutscht.

„Da öffnest du dein Aktiendepot und bekommst einen Herzinfarkt. Schade, dass Comdirect ‚nur‘ einen Fehler bundesweit hat und einige Werte auf das 1000-Fache steigen ließ“, schrieb ein Nutzer auf Twitter, dessen Depot plötzlich 1,2 Millionen Euro auswies.

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Ein anderer Kunde war über Nacht zum Großschuldner geworden: „Hey Comdirect, alles gut bei euch? Ich habe den Eindruck eure App ist gerade krank“, lautete sein Kommentar angesichts eines Kontostands von Minus 4,5 Millionen Euro.

Comdirect, die Direktbank-Tochter der Commerzbank, informierte in den sozialen Netzwerken nicht über den Ausfall. Auf Handelsblatt-Anfrage teilte das Institut mit: „Bedingt durch einen Fehler bei einem Dienstleister wurden am frühen Donnerstag einige Kurse vorübergehend nicht korrekt angezeigt.“ Das habe etwa die Depotübersicht betroffen, erklärte eine Sprecherin.

Es handele sich um ein reines Darstellungsproblem. „Der tatsächliche Depotbestand und damit auch der Verfügungsrahmen waren und sind nicht betroffen.“ Die Kurse der Ordermasken seien korrekt gewesen.

Ab Börseneröffnung um neun Uhr morgens hätten die Anzeigen wieder größtenteils regulär funktioniert. Nutzer berichteten allerdings auch am Donnerstagnachmittag noch von falschen Anzeigen. Comdirect hat 2,5 Millionen Kunden, von denen nicht alle ein Wertpapierdepot besitzen. Nur ein Teil der Nutzer sei von der Panne betroffen gewesen, erklärte Comdirect.

Später berichteten einzelne Kunden auf Facebook, dass auch das Onlinebanking des Mutterhauses, der Commerzbank, von Ausfällen betroffen sei. Auf Handelsblatt-Anfrage erklärte ein Commerzbank-Sprecher, dem Institut seien keine IT-Probleme bekannt. Auch Beschwerden seien nicht eingegangen.

Pannen in der Vergangenheit auch bei anderen Instituten

Comdirect und ihr Mutterinstitut sind in diesem Jahr wiederholt Opfer von IT-Pannen geworden. Anfang Juli gab es bei der Commerzbank Anmeldeprobleme im Onlinebanking. Die Homepage habe eine große Last an Anfragen verarbeiten müssen, wodurch es zu Wartezeiten gekommen sei, erklärte das Geldhaus.

Wenige Tage zuvor hatten Kunden aufgrund eines Ausfalls zeitweise kein Geld abheben oder Einkäufe per Girocard bezahlen können. Anfang Juni war es bei Commerzbank und Comdirect zur bisher schwersten Panne gekommen: Zahlreiche Überweisungen, Daueraufträge und Lastschriften konnten nicht verarbeiten werden.

Auch andere deutsche Institute blieben von Pannen nicht verschont. So erfuhren Kunden der Deutschen Kreditbank, der Direktbank der BayernLB, Anfang Juli einen Totalausfall. Mehr als 24 Stunden konnten sie sich nicht anmelden, um Überweisungen zu tätigen oder den Kontostand einzusehen. Auch die Smartphone-App war offline.

Beobachter sehen fehlende Investitionen in die Technik als Hauptgrund der Ausfälle. „Die IT-Systeme der Banken stammen häufig aus den 90ern, 80ern oder sind noch älter“, sagte Boris Strucken, Innovationschef beim Kernbankensystem-Anbieter FIS Europa zuletzt dem Handelsblatt.

Bei größeren IT-Pannen werden Banken in aller Regel aufgefordert, die Finanzaufsicht Bafin über die Gründe der Störungen zu informieren. „Die große Mehrzahl von Cybervorfällen ist nicht Ergebnis krimineller Attacken von außen, sondern das Ergebnis von internen Fehlern“, so Bafin-Chef Felix Hufeld.

Mehr: Deutsche Geldhäuser kämpfen immer öfter mit Ausfällen im Onlinebanking. Das sorgt für einen ungewöhnlichen Auftritt von DKB-Chef Stefan Unterlandstättner.

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2 Kommentare zu "Direktbank: Technische Panne macht Comdirect-Kunden zu Millionären"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • IT-Pannen können überall und jederzeit passieren. Ich bin seit 23 Jahren zufriedener Kunde bei der Comdirect. Auch meine Kurse wurden gestern falsch angezeigt. Und? Das ist bedeutungslos für mich. Man hat mal Warren Buffett gefragt, wie oft er sich den Aktienkurs seines Unternehmens Berkshire Hathaway anschaut. Er antwortete, dass er innerhalb von 2 bis 3 Wochen einmal auf den Aktienkurs blickt. Der Aktienkurs ist nur der Spielstand. Das Spiel ist auf dem Platz bzw. in der Wirtschaft. Darauf muss man achten. Wer schaut ein Fußballspiel 90 Minuten in dem er die ganze Zeit ausschließlich auf die Anzeigentafel des Spielstandes schaut?

  • So ein Erlebnis hatte ich auch mit der Comdirect. Ich hatte eine Stop-loss Order gegeben und diese wurde auch direkt bestätigt aber am nächsten Morgen nicht ausgeführt. Waren zwar nur ca. 100 € Verlust aber von Comdirect kam dann eine saublöde Antwort auf meine Reklamation. Kein Problem diese Bank ist für mich kein zukünftiger Partner mehr. Weiter so -der Kunde ist schließlich zum Melken da.