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Dirk Friederich im Interview „Einen Wechsel würde ich mir gut überlegen“ – Headhunter zum Thema Banker-Gehälter

Der Headhunter Dirk Friederich spricht über die Gehaltsunterschiede zwischen Finanzplätzen und die Folgen einer Großfusion für die Bankenbranche.
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Bleibt Großbritannien im EU-Binnenmarkt, dann dürften Boni und Gehälter in Frankfurt moderat wachsen. Quelle: dpa
Frankfurter Skyline

Bleibt Großbritannien im EU-Binnenmarkt, dann dürften Boni und Gehälter in Frankfurt moderat wachsen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Dirk Friederich ist Managing Partner bei der Personalberatung Boyden Executive Search in Bad Homburg. Er verfügt über 20 Jahre Erfahrung in der Vermittlung von Topmanagern. Zu seinen Kunden zählen Frankfurter Großbanken, aber auch deutsche Industrieunternehmen.

Herr Friederich, deutsche Banker sehen sich beim Gehalt oft im Nachteil gegenüber der angelsächsischen Konkurrenz. Zu Recht?
In absoluten Zahlen liegt die Vergütung in Frankfurt unter der anderer Finanzplätze. Aber man muss die Entwicklung betrachten. Bis zur Jahrtausendwende haben deutsche Banker sehr viel weniger verdient als ihre Kollegen in London oder New York. Seit rund 20 Jahren gibt es einen deutlichen Aufholprozess. Die Gehaltssteigerungen in der Finanzbranche übertrafen in vielen Jahren diejenigen der Realwirtschaft. Diese Entwicklung dürfte nun zu einem Abschluss kommen.

Führt der EU-Austritt Großbritanniens nicht zu einem Run auf Frankfurter Talente?
Hier hängt vieles vom konkreten Ausgang ab. Die Realwirtschaft ist vom Brexit stärker betroffen als die Finanzwirtschaft. Bleibt Großbritannien im EU-Binnenmarkt, dann dürften Boni und Gehälter in Frankfurt moderat wachsen. Doch selbst bei einem harten Brexit rechne ich nicht mit einem sprunghaften Anstieg. Dafür werden in Frankfurt schlicht zu wenig Jobs geschaffen. Anhaltende Marktturbulenzen könnten sogar zu Rückgängen führen.

Deutsche Banken leiden seit Jahren unter Minuszinsen und schwachen Margen. Warum ist die Vergütung dennoch bis 2018 deutlich gestiegen?
Viele Aufsichtsräte haben die Devise ausgegeben, die Mitarbeiter angesichts der Unsicherheiten bei Laune zu halten. Außerdem soll verhindert werden, dass gute Leute zu den Auslandsbanken abwandern. Daher zahlen viele Institute nun noch einmal gute Boni aus. Ab 2020 könnte das anders werden, wenn der Spardruck wächst.

Lohnt sich für deutsche Banker dann nicht der Gang ins Ausland?
Einen Wechsel nach London würde ich mir gut überlegen. Bei den dortigen Investmentbanken gibt es bereits „Donut“-Runden, also Boni-Streichungen. In New York wird weiter exzellent bezahlt. Aber es ist nicht so, als hätten die US-Institute nur auf deutsche Banker gewartet. Hier muss man oft noch sehr viel Überzeugungsarbeit leisten. Gefragte Kandidaten mit den richtigen Kompetenzen werden aber auch künftig gute Jobs bei einer Bank bekommen.

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