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DnB-Nor-Verkauf NordLB beendet Abenteuer im Baltikum

Ende eines Ausflugs: Die NordLB hat ihr Engagement ins einst boomende Baltikum beendet und verkauft ihren 49-prozentigen Anteil an dem Gemeinschaftsunternehmen DnB Nord für 160 Millionen Euro an den norwegischen Mehrheitseigentümer DnB Nor. Ein Verlustgeschäft, das aber immerhin Millionen an Eigenkapital freisetzt.
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NordLB-Zentrale in Hannover. Quelle: Pressebild

NordLB-Zentrale in Hannover.

(Foto: Pressebild)

HB FRANKFURT. Die NordLB hat ihren Ausflug ins einst boomende Baltikum mit einem Verlust beendet. Die Landesbank aus Hannover verkauft ihren 49-prozentigen Anteil an dem Gemeinschaftsunternehmen DnB Nord für 160 Mio. Euro an den norwegischen Mehrheitseigentümer DnB Nor, wie sie am Donnerstag mitteilte.

In ihren Büchern steht das Paket mit 62 Mio. Euro mehr. Die Abschreibung frisst den Gewinn aus dem ersten Halbjahr fast komplett auf. Am Ende des Jahres werde dennoch ein „deutlich positives“ Ergebnis zu Buche stehen, erklärte die kapitalschwache Landesbank.

NordLB und DNB Nor hatten sich vor fünf Jahren verbündet, um die baltischen Länder Estland, Lettland und Litauen sowie Polen zu erobern. Die NordLB brachte ihre Niederlassungen ein, die Norweger versorgten die Bank mit dem nötigen Kapital. Doch dem Boom folgte eine tiefe Wirtschaftskrise. In zweieinhalb Jahren seit 2008 musste allein die NordLB Verluste des Joint Ventures von insgesamt 337 Mio. Euro übernehmen. Nun geht es in der Region langsam wieder aufwärts.

Finanzkreisen zufolge hätte sich die NordLB allerdings mit knapp 200 Mio. Euro an einer Kapitalspritze für die in Kopenhagen angesiedelte DnB Nord beteiligen müssen, wenn sie bei der Stange geblieben wäre. „Wir haben einen klaren Schnitt gemacht“, erklärte Vorstandschef Gunter Dunkel. Die NordLB müsse nicht mehr für Verluste, Risiken oder Kapitalmaßnahmen bei DNB Nord einstehen.

Der Ausstieg setze sogar 350 Mio. Euro Eigenkapital frei, erklärte die Landesbank. Sie hatte sich zuletzt schon von ihren Beteiligungen an der Berenberg Bank und der zur Landesbank Berlin gehörenden Berlin Hyp getrennt. Die NordLB hatte den Stresstest der europäischen Banken nur knapp bestanden und braucht zusätzliches Eigenkapital.

Die Norweger sehen die Zukunft der Ostsee-Region und ihrer Tochter rosiger: „Wir erwarten, dass sich die Ergebnisse von DNB Nord stabilisieren und in den nächsten Quartalen wieder leicht steigen“, erklärte DnB Nor. Für das nächste Jahr sei wieder ein Gewinn zu erwarten. „Längerfristig dürfte das Wachstum in der Region das gesamteuropäische Niveau wieder übertreffen.“

Die Abschreibungen auf Kredite im Baltikum sinken bei allen Banken in Skandinavien, die sich dort intensiv eingenistet hatten. DnB Nor übertraf im dritten Quartal mit 4,16 Mrd. norwegischen Kronen (510 Mio. Euro) die Gewinnerwartungen der Analysten klar und steigert den Gewinn um 51 Prozent. Auch der schwedische Rivale SEB schnitt besser als erwartet ab.

„Die konjunkturelle Wende im Baltikum wird immer stärker sichtbar“, sagte SEB-Chefin Annika Falkengren. „Das Geschäft dort schreibt wieder schwarze Zahlen.“

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