DZ Bank und WGZ Bank Kartellamt genehmigt Fusion der Genossen

Dem geplanten Zusammenschluss der DZ Bank mit der WGZ Bank steht auch von Seiten des Kartellamts nichts mehr im Wege. Es ist schon die zweite Freigabe der Wettbewerbshüter für die Fusion.
Update: 29.03.2016 - 12:08 Uhr
Die DZ Bank und die WGZ Bank dürfen fusionieren. Quelle: dpa
DZ Bank

Die DZ Bank und die WGZ Bank dürfen fusionieren.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDas Bundeskartellamt hat grünes Licht für die geplante Fusion der genossenschaftlichen Spitzeninstitute DZ Bank und WGZ Bank gegeben. Durch den Zusammenschluss sei nicht mit einer signifikanten Verschlechterung der Wettbewerbsbedingungen zu rechnen, betonte der Präsident der Wettbewerbsbehörde, Andreas Mundt, am Dienstag.

Gelingt die Fusion, entstünde gemessen an einer Bilanzsumme von knapp 500 Milliarden Euro das drittgrößte Institut in Deutschland nach der Deutschen Bank und der Commerzbank.

Diese Banken sind groß – und daher gefährlich
Klasse 1
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Der Finanzstabilitätsrat teilt die Banken in fünf Klassen ein. In der ersten Klasse befinden sich laut der vorgesellten Liste 18 Banken, die nicht als besonders systemrelevant gelten – eine mehr als im Vorjahr. Sie müssen nur ein Prozent Kapitalzuschlag vorhalten. Unter diesen nicht besonders gefährlichen Banken befinden sich Geldhäuser wie die Schweizer Großbank UBS, die Société Générale, die Santander, Credit Agricole, die Royal Bank of Scotland und die Bank of China. Neu hinzugekommen in diese Gruppe ist die US-Bank Morgan Stanley, die im Vorjahr noch einen höheren Kapitalpuffer vorhalten musste.

Klasse 2 – Morgan Stanley
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Die amerikanische Großbank Morgan Stanley landet auf Platz 11. Sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten. Seit der weltweiten Finanzkrise konzentriert sich Morgan Stanley stärker auf die Vermögensverwaltung. Damit soll das Geschäft weniger schwankungsanfällig werden.

Klasse 2 – Mitsubishi UFJ FG (MUFG)
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Die Mitsubishi UFJ FG (MUFG) muss ebenfalls 1,5 Prozent Kapital als Zuschlag vorhalten. Zu der japanischen Holdinggesellschaft gehört die Bank of Tokyo-Mitsubshi UFJ. Die Bankengruppe gehört im japanischen Leitindex Nikkei neben Toyota, Toshiba und Sony zu den Schwergewichten. Japanische Banken wie die MUFG profitieren derzeit von der extrem expansiven Geldpolitik der japanischen Notenbank. Sie erzielen bessere Ergebnisse als ihre schwächelnden Konkurrenten in Europa.

Klasse 2 – Goldman Sachs
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Auch die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs wird als „systemisch“ eingestuft, sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten. Im Sommer litt die Bank unter der Flaute an den Märkten. Ein florierendes Beratungsgeschäft bei Fusionen und Übernahmen (M&A) konnte das dritte Quartal nicht retten: Der Nettogewinn brach um mehr als ein Drittel ein.

Klasse 2 – Credit Suisse
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Die zweitgrößte Schweizer Großbank Credit Suisse gilt als gefährlicher als ihr Konkurrent UBS. Der neue Chef der Bank, Tidjane Thiam, baut das angeschlagene Institut derzeit kräftig um. Er kündigte eine Kapitalerhöhung, einen Sparplan und einen Vorstandsumbau an. Aufschlag: 1,5 Prozent.

Klasse 2 – Bank of America
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Das größte Kreditinstitut der USA, die Bank of America, landet auf Platz 7 (Aufschlag: 1,5 Prozent). Die Bank hat die Finanzkrise überstanden und schreibt inzwischen wieder schwarze Zahlen.

Klasse 3 – Deutsche Bank
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Die Deutsche Bank ist das einzige deutsche Geldhaus, das vom Finanzstabilitätsrat als systemrelevant eingestuft wird. Sie muss zwei Prozent Kapital vorhalten. Der britische Neu-Chef John Cryan greift momentan durch und zeigt mit einem umfangreichen Stellenabbau und dem Streichen der Dividende Härte.

Der Zusammenschluss war bereits im Jahr 2009 vom Bundeskartellamt geprüft und freigegeben worden; die Banken hatten den Zusammenschluss damals jedoch nicht vollzogen. Aufgrund der verstrichenen Zeit musste das Vorhaben erneut angemeldet und geprüft werden. Die Zustimmung kam für Marktbeobachter daher nicht überraschend.

Die DZ Bank und die WGZ Bank seien in erster Linie für die ihnen angeschlossenen Genossenschaftsbanken tätig, sagte Mundt weiter in der Veröffentlichung des Kartellamts. Sie böten Zentralbankdienstleistungen an, insbesondere Management-, Abwicklungs- und Consulting-Dienstleitungen sowie die Bereitstellung von IT-Infrastruktur. „Unsere Ermittlungen haben erneut gezeigt, dass die Genossenschaftsbanken diese Leistungen weitgehend entweder bei der DZ Bank oder bei der WGZ Bank beziehen“, sagte er.

Die Fusion von DZ und WGZ zu einer vereinigten Zentralbank für die insgesamt mehr als 1000 Volks- und Raiffeisenbanken soll bereits am 1. August 2016 erfolgen. Nächster Meilenstein auf dem Weg dahin ist am 12. April die Unterzeichnung des Verschmelzungsvertrags. Anschließend sind die Aufsichtsräte an der Reihe, das letzte Wort haben am 21. und 22. Juni die Hauptversammlungen der beiden Häuser. Zum 1. August soll das fusionierte Spitzeninstitut an den Start gehen.Durch die Fusion sollen Doppelstrukturen abgebaut und Kosten gespart werden - mindestens 100 Millionen Euro jährlich nach Abschluss der Integration Ende 2018. Frankfurt und Düsseldorf als Standorte sollen erhalten bleiben.

  • jut
  • dpa
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