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Ehemaliger Bankchef Zustand der Hypo Alpe Adria war eine Katastrophe

Bald muss Wolfgang Kulterer ins Gefängnis. Vorher aber hat der langjährige Chef der Hypo Alpe Adria im BayernLB-Prozess vor dem Münchner Landgericht noch viel zu erzählen. Kurz vor seinem Umzug teilt er kräftig aus.
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Der ehemalige Chef der österreichischen Hypo Alpe Adria, Wolfgang Kulterer, als Zeuge im Strafprozesses gegen frühere Vorstände der BayernLB im Landgericht München. Quelle: dpa

Der ehemalige Chef der österreichischen Hypo Alpe Adria, Wolfgang Kulterer, als Zeuge im Strafprozesses gegen frühere Vorstände der BayernLB im Landgericht München.

(Foto: dpa)

München Der frühere Chef der österreichischen Krisenbank Hypo Alpe Adria, Wolfgang Kulterer, hat kurz vor seinem Umzug ins Gefängnis noch einmal kräftig ausgeteilt. Als Zeuge im Münchner Strafprozess gegen die ehemaligen Vorstände der BayernLB brachte der 60-Jährige am Montag Ex-Landesbank-Chef Werner Schmidt unter Druck.

Schmidt habe gewusst, dass die Hypo Group Alpe Adria (HGAA) vor der Übernahme durch die BayernLB in einem verheerenden Zustand war, sagte Kulterer. Die Eigenmittel seien lächerlich gewesen, die Probleme riesig. „Gelinde gesagt eine Katastrophe“, fasste er den Zustand der HGAA im Jahr 2006 zusammen.

Der damalige Landesbank-Chef habe zunächst auch kein Interesse an der HGAA gezeigt. „Die HGAA ist uns zu schlecht“, soll Schmidt bei einem Treffen gesagt und abgewunken haben. Als dann aber die Übernahme einer anderen Bank scheiterte, griff die Landesbank trotzdem zu und kaufte 2007 die Mehrheit an der HGAA für rund 1,6 Milliarden Euro.

Das Geschäft endete in einem Desaster für die Landesbank und die Steuerzahler in Bayern und brachte Schmidt sowie fünf weitere Ex-Vorstände wegen Untreue vor Gericht. Alle wiesen die Vorwürfe zurück. Schmidts Anwalt Klaus Volk bewertete Kulterers Zeugenaussage vor dem Hintergrund früherer Äußerungen skeptisch: „Es sind nicht alle seine Aussagen gleich verlässlich.“

Kulterer gilt als Schlüsselfigur im Skandal um die HGAA, die nach Milliardenverlusten Ende 2009 von der BayernLB abgestoßen und von Österreich zwangsverstaatlicht wurde. Wegen verschiedener Delikte bei der HGAA war er in Österreich zu mehr als fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. „Die Haft werde ich in Kürze antreten“, sagte er.

Der Manager war bis zum Herbst 2006 Chef der HGAA und danach deren Aufsichtsratschef. In dieser Funktion war er an mehreren Gesprächen mit der BayernLB beteiligt, an die er sich teilweise in allen Einzelheiten erinnerte. „Das war ein langer Abend mit viel Schnaps“, berichtete er den Richtern über ein Treffen in Österreich, bei dem auch der verstorbene Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider dabei war.

Haider soll Schmidt damals gedrängt haben, eine Millionensumme für das Fußballstadion in Kärnten zu zahlen. „Er sah für sich eine Möglichkeit, ordentlich etwas für seinen Fußball zu bekommen“, sagte Kulterer. Die Staatsanwaltschaft wirft Schmidt und drei weiteren Angeklagten eine Bestechung Haiders vor. Kulterer selbst sah Haiders Fußballpläne nach eigenen Worten als „hellen Wahnsinn“ und verweigerte ihm Kredite: „Das war für mich ein No-Go.“ Dass er mit Haider per Du war, habe nichts zu bedeuten gehabt.

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  • dpa
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