Eigenkapitalregeln Europas Banken bereiten sich auf Basel IV vor

Viele Elemente der Basel-III-Eigenkapitalvorgaben treten erst in mehreren Jahren in Kraft. Doch schon jetzt sorgt Basel IV für Aufregung. Europäische Banken bereiten sich bereits zusätzliche Kosten vor.
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Mindestens ein Dutzend europäischer Banken hat das Thema Basel IV in den vergangenen Wochen in den Telefonkonferenzen nach Vorlage der Bilanzzahlen angeschnitten. Quelle: dpa
Frankfurter Skyline

Mindestens ein Dutzend europäischer Banken hat das Thema Basel IV in den vergangenen Wochen in den Telefonkonferenzen nach Vorlage der Bilanzzahlen angeschnitten.

(Foto: dpa)

New York„Basel IV kommt.“ Laurent Mignon, Chef von Natixis SA, schlug mit diesem Worten am 31. Juli Alarm und bezog sich auf die Unmenge an aufsichtsrechtlichen Vorschriften, die der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht vorbereitet. Mindestens ein Dutzend anderer europäischer Banken hat das Thema in den vergangenen Wochen in den Telefonkonferenzen nach Vorlage der Bilanzzahlen angeschnitten.

Die anstehenden Änderungen – im Wesentlichen Umsetzung und Revision bestehender Regelungen – werden bei einigen Aktiva die beigemessenen Risiken erhöhen, was ein Schlüsselfaktor zur Berechnung der Kapitalanforderungen ist, sagen die Banken.

Während die meisten Banken die Auswirkungen nicht bezifferten, sagte Finanzvorstand Marcus Schenck von der Deutsche Bank AG, dass die risikogewichteten Aktiva bei dem Frankfurter Finanzkonzern bis Ende 2019 um etwa 100 Mrd. Euro anschwellen werden.

„Die Vorschriften sind größtenteils noch nicht festgelegt, darum haben die Banken die Gelegenheit ergriffen, ihre Meinung zu äußern und dahingehend Einfluss zu nehmen, wie das ihrer Einschätzung nach aussehen sollte”, sagt Jon Peace, Analyst bei Nomura Holdings Inc. „Es wird wahrscheinlich etwa zwei Jahre dauern, bis wir fundierte Einblicke in das bekommen, was als Basel IV bezeichnet wird. Viele Banken werden wahrscheinlich bis dahin die Anforderungen erfüllen.”

Für die Banker mag Basel IV das Schlagwort sein, das eine grundlegende Überarbeitung des als Basel III bekannten Regulierungsrahmens impliziert, doch die Aufseher sehen das anders. Als im vergangenen Oktober die endgültige Fassung der stabilen Finanzierungskennziffer (NSFR) eingeführt wurde, sagte der Vorsitzende Stefan Ingves, der Basler Ausschuss habe die Agenda der in Reaktion auf die Finanzkrise unternommenen Regulierungsreform „weitgehend abgeschlossen”.

Ein Grund für die Verwirrung ist, dass viele Elemente von Basel III erst in mehreren Jahren in Kraft treten. Die stabile Finanzierungskennziffer kommt beispielsweise erst 2018, während die kurzfristige Liquiditätsdeckungskennziffer (LCR) ihre volle Wirkung erst bis 2019 entfalten wird. Außerdem wird Basel bis 2017 mögliche Anpassungen der Leverage Ratio mit Blick auf eine verbindliche Festlegung der Säule-1-Anforderungen im folgenden Jahr vornehmen. Und diese Liste könnte noch weitergeführt werden.

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