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Ein Handelsblatt-Gespräch Dieter Rampl: „Wir leben nicht davon, dass es nur Konsens gibt“

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Schwierig ist die Lage vor allem im Geschäftsfeld Deutschland, im abgelaufenen Quartal gab es rote Zahlen. Sind Sie enttäuscht?
Rampl: Ehrlich gesagt, nein. Die Entwicklung sieht ganz anders aus, wenn man bedenkt, woher wir kommen. Eine solch große Bank wie die HVB können wir nicht in zwei oder drei Quartalen drehen. Zudem belastet uns auf der Immobilienseite noch unsere Vergangenheit, die im Kern die einer Immobilienbank ist.

Planen Sie den Verkauf von faulen Immobilienkrediten?
Rampl: Das haben wir bisher nicht getan. Aber wir sind grundsätzlich dazu bereit, wenn der Preis stimmt. Gespräche gibt es immer wieder. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass wir ein Kredit-Portfolio verkaufen werden. Über das Volumen und den Zeitpunkt kann ich allerdings noch nichts sagen.

Ein Verkauf würde zwar die Bilanz entlasten, aber vermutlich nur unter Verlusten.
Rampl: Das muss man sehr differenziert betrachten. Zwar entsteht unter Umständen ein Buchverlust, aber dem stehen positive Aspekte wie die Entlastung beim Eigenkapital, der Liquiditätszufluss und der wegfallende Aufwand für das Management eines solchen Portefeuilles entgegen. Eine Entscheidung werden wir erst dann treffen, wenn die Sache ausgehandelt ist.

Anders als die HVB macht die Commerzbank mit ihren Privatkunden Gewinne ...
Rampl: Dass wir noch einiges tun müssen, ist klar. Wir müssen Kunden gewinnen und neue Produkte an den Markt bringen. Wir sind da im Neugeschäft auch auf gutem Weg.

Wo sollen die neuen Kunden denn herkommen? Wollen Sie doch eine Bank kaufen?
Rampl: Wir müssen auch in Produkten denken. Es gibt ja nicht nur Banken, die Finanzdienstleistungen anbieten können. Denken Sie auch einmal an Kreditkartenfirmen oder an den Einzelhandel. Wir können uns hier durchaus Partnerschaften vorstellen.

Sie haben in Deutschland vier Millionen Privatkunden. Was ist Ihr nächstes Ziel?
Rampl: Wir denken, wenn es um die gerade angesprochenen Kooperationen geht, an die Größenordnung von einer Million Kunden. Wir führen bereits Gespräche in diese Richtung und wollen so schnell wie möglich Flagge zeigen.

Haben Sie mit Christine Licci, Ex-Chefin der Citibank in Deutschland, über einen Vorstandsposten bei der HVB gesprochen?
Rampl: Wir sind immer auf der Suche nach guten Leuten. Frau Licci ist eine ausgezeichnete und profilierte Bankerin. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

Es wird berichtet, dass es Streit zwischen den Vorständen Stefan Jentzsch und Michael Mendel gibt. Stimmt die Chemie im Vorstandsgremium?
Rampl: Ich hoffe sogar, dass es konstruktive Reibereien gibt. Wir leben nicht davon, dass es nur Konsens gibt. Das Problem ist: Wenn wir konstruktiv streiten, wird das negativ in der Öffentlichkeit aufgefasst – gerade bei der HVB.

Wann wird die HVB die Vorstandsbezüge einzeln ausweisen?
Rampl: Ich kenne den Zug der Zeit. Dem werden wir uns sicherlich nicht verschließen. Aber gerade seitens der Politik wäre mir eine sachliche Diskussion über dieses Thema lieber.

Das Gespräch führten Caspar Busse, Robert Landgraf, Christian Potthoff und Bernd Ziesemer.

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