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Entscheidet Gericht über Aufseher? Deadline für die Deutsche Bank

Die Deutsche Bank hat offenbar nur noch bis Freitag Zeit, einen Nachfolger für den zurückgetretenen Aufseher Georg Thoma zu präsentieren. Sonst droht eine Blamage: Dann würde ein Gericht über die Personalie entscheiden.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Deutschen Bank musste auf der Hauptversammlung im Mail 2016 viel Kritik von Aktionären einstecken. Quelle: AFP
Paul Achleitner

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Deutschen Bank musste auf der Hauptversammlung im Mail 2016 viel Kritik von Aktionären einstecken.

(Foto: AFP)

München Die Deutsche Bank hat einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge Mühe, ihren Aufsichtsrat auf das rechtlich notwendige Maß aufzustocken. Das zuständige Registergericht Frankfurt am Main habe dem Geldinstitut eine Frist gesetzt, berichtete die Zeitung am Montag. Sollte die Bank bis Freitag keinen Nachfolger für den Ende Mai ausgeschiedenen Aufsichtsrat Georg Thoma vorschlagen, müsste das Gericht einen benennen.

Die Bank habe inzwischen einen Nachfolger gefunden, heißt es laut Bericht „dem Vernehmen nach“. Eine gerichtliche Frist sei aber „ungewöhnlich“.

Thoma war zur Hauptversammlung Ende Mai ausgeschieden. Sein Vertrag lief eigentlich bis 2018; nach öffentlich geäußerter Kritik anderer Führungskräfte der Bank ging er vorzeitig. Thoma war als Vorsitzender des Integritätsausschusses und damit für die Aufarbeitung der Skandale der Bank zuständig. Betriebsratschef Alfred Herling, Vize-Vorsitzender des Aufsichtsrats, etwa hatte Thoma „Übereifer“ vorgeworfen.

Das Aktiengesetz schreibt laut Bericht der „Süddeutschen“ vor, dass die Bank den vakanten Posten „unverzüglich“ nachbesetzt.

Die Deutsche Bank ist in Tausende rechtliche Auseinandersetzungen verwickelt. Rückstellungen für die Rechtsstreitigkeiten hatten einen bedeutenden Anteil daran, dass die Bank im vergangenen Jahr einen Rekordverlust von 6,8 Milliarden Euro verbuchen musste.

  • afp
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