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Ermittlerin belastet Großbank Société Générale wusste offenbar von Treiben Kerviels

In der Affäre um den französische Skandalbanker Jérôme Kerviel belastet ein Medienbericht die Société Générale enorm. Die Großbank soll früh von den Aktivitäten Kerviels gewusst haben, das behauptet nun eine Polizistin.
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Die französische Großbank sei bereits früh über die Aktivitäten Kerviels informiert gewesen. Quelle: dpa
Société Générale in Paris

Die französische Großbank sei bereits früh über die Aktivitäten Kerviels informiert gewesen.

(Foto: dpa)

Paris In der Affäre um den französischen Skandalbanker Jérôme Kerviel bringt ein Medienbericht die Großbank Société Générale in Bedrängnis. Das Enthüllungs-Portal „Mediapart“ berichtete am Sonntagabend, die Société Générale sei bereits früh über die Aktivitäten Kerviels informiert gewesen, der der Bank mit Finanzspekulationen einen Verlust von 4,9 Milliarden Euro eingebrockt haben soll. „Mediapart“ beruft sich dabei auf die Aussage einer Polizistin, die zu dem Milliarden-Verlust ermittelte. Sie sagte bei einer Befragung durch einen Untersuchungsrichter aus.

In der Anfang 2008 bekanntgewordenen Affäre hatte Kerviel die Société Générale durch hochriskante Finanzspekulationen fast in den Ruin getrieben. Er wurde unter anderem wegen Vertrauensmissbrauchs und Fälschung zu drei Jahren Haft und zur Zahlung von 4,9 Milliarden Euro Schadenersatz verurteilt. Kerviel argumentierte stets, seine Vorgesetzten hätten von seinen Geschäften gewusst, was die Bank bestreitet.

Die Polizistin Nathalie Le Roy sagte nun Anfang April laut „Mediapart“ aus, sie habe im Zuge ihrer Ermittlungen „erst das Gefühl und dann die Sicherheit“ erlangt, dass Kerviels Vorgehen den Bankverantwortlichen nicht verborgen geblieben war. So habe ein früherer Mitarbeiter der Abteilung für operative Risiken ausgesagt, dass die Aktivitäten des Bankers „bekannt“ waren.

Der Mitarbeiter habe nach eigenem Bekunden bereits im April 2007 die Vize-Leiterin seiner Abteilung per E-Mail informiert. Die Nachricht habe er sogar mit einem Totenkopf versehen, um auf die Gefahr aufmerksam zu machen. Die E-Mail ist allerdings bislang nicht aufgetaucht.

Zwei Gerichte hatten in ihren Urteilen gegen Kerviel festgehalten, dass er alleine ein „Betrugssystem“ aufgebaut und umgesetzt hatte. Die Société Générale erklärte nun mit Blick auf die „Mediapart“-Enthüllungen, Kerviel selbst habe bei Befragungen durch die Polizei eingeräumt, „alleine und ohne das Wissen seiner Vorgesetzten“ gehandelt zu haben. Die Justiz habe stets geurteilt, dass allein Kerviel strafrechtlich schuldig sei.

Frankreichs Oberster Gerichtshof hatte im März 2014 die Verurteilung Kerviels zu drei Jahren Haft – und zwei weiteren Jahren Haft auf Bewährung – bestätigt. Die Schadenersatzzahlung von 4,9 Milliarden Euro hob das Gericht aber auf. In dieser Frage ist für Januar 2016 ein neues Verfahren angesetzt. Kerviel verbrachte insgesamt rund 150 Tagen in Haft. Im vergangenen September wurde er vorzeitig mit einer Fußfessel aus dem Gefängnis entlassen.

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  • afp
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